Expositionskategorien

 

Expositionskategorien

 
Wie können Verwendungs- und Expositionskategorien für die Expositionsbeurteilung genutzt werden

Verwendungs- und Expositionskategorien (VEK) sind Expositionsszenarien, die ein breites Spektrum von Verfahren und Verwendungen abdecken. Ein Expositionsszenario ist die Zusammenstellung von Bedingungen, mit denen dargestellt wird, wie ein Stoff hergestellt oder während seines Lebenszyklus verwendet wird und wie der Hersteller oder Importeur die Exposition von Mensch und Umwelt beherrscht oder den nachgeschalteten Anwendern zu beherrschen empfiehlt. Diese Expositionsszenarien können ein spezifisches Verfahren oder eine spezifische Verwendung oder ggf. verschiedene Verfahren oder Verwendungen abdecken. Eine VEK ist somit ein besonders „breites“ Expositionsszenario. Expositionsszenarien bzw. VEK müssen alle identifizierten Verwendungen widerspiegeln und in den Sicherheitsdatenblättern mitgeteilt werden.

REACH sieht die Möglichkeit vor, anstatt Expositionsszenarien zu entwickeln ggf. einschlägige Verwendungs- und Expositionskategorien festzustellen.

REACH sieht im Anhang VI Nr. 6 bereits eine generelle Strukturierung von Verwendungen und Expositionen vor, die für die Erstellung von VEK zugrunde gelegt werden können Die VEK umfassen jedoch nicht nur die Strukturierung von Verwendungen und Expositionen, sondern auch die Strukturierung von Verwendungsbedingungen (Verwendungs- und Expositionsvorgaben) sowie Risikomanagementmaßnahmen, mit denen die Verwendungsbedingungen und die zulässige Expositionshöhe gewährleistet werden können.

VEK ermöglichen somit generelle Expositionsbeurteilungen, ohne dass einzelfallspezifische Expositionsszenarien und Expositionsabschätzungen erforderlich sind. VEK können, unabhängig von einzelnen Tätigkeiten und Einsatzzwecken, für bestimmte Produktgruppen bzw. Verwendergruppen ausgestaltet werden.

Eine Detaillierung von Expositionsbeurteilungen wird nur in den Fällen erforderlich sein, bei denen eine generalisierende Aussage unzureichend ist. Maßgeblich ist nur, dass die Risikomanagementmaßnahmen / Instruktionen für die Verwendungsbedingungen eingehalten und kontrolliert werden (dies ist in der Regel bereits Praxis aufgrund bestehender Arbeitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen).

Ausführlichen Informationen dazu finden Sie in englischer Sprache im „Guidance on information requirements and chemical safety assessment; Part F: Chemical Safety Report".

HauptverwendungskategorienExpositionskategorien
  • Industrielle Verwendung
    • In Anlagen mit technischen Risikominderungsmaßnahmen
    • Organisatorische Maßnahmen zum Arbeits- und Umweltschutz
    • Hoher Stand bei Ausbildung, Qualifikation, Schulung der Mitarbeiter
    • Kontrolle von technischen und persönlichen Schutzmaßnahmen
  • Dauer und Häufigkeit der Exposition (Expositionsmuster)
    • Unbeabsichtigte/seltene Exposition
    • Gelegentliche Exposition
    • Ständige/häufige Exposition
  •  Gewerbliche Verwendung
    • Organisatorische Maßnahmen zu Arbeits- und Umweltschutz
    • Uneinheitlicher Stand bei Ausbildung, Qualifikation der Mitarbeiter
    • Im Mindesten Einsatz persönlicher Schutzausrüstung

  •  Aufnahmewege (Expositionswege)
    • Humanexposition
      • Oral
      • Dermal
      • Inhalativ
    • Umweltexposition
      • Wasser
      • Luft
      • Boden
      • Abfall in fester Form
  • Verwendung durch den Verbraucher
    • Keine Erfahrungen, wenig Fertigkeit bei Handhabung
    • Maximal Handschuh und Schutzbrille


 

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Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz :