Kleine Handwerksbetriebe

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Kleine Handwerksbetriebe

 

Pilotbetriebe:Ein gemeinsames Projekt mit acht Handwerksbetrieben aus Heidelberg (drei Sanitärhandwerker, vier Maler, ein Tischler)
Berater:IUWA-Institut für Umweltwirtschaftsanalysen Heidelberg e.V.
AGGUM-Arbeitsgemeinschaft Umweltmanagement e.V.
Betrieb:Die Handwerksbetriebe haben ein bis 13 Mitarbeiter; nur ein Betrieb hat 50 Beschäftigte. Alle Pilotbetriebe verfügen über eine Werkstatt sowie zwischen 1 und 16 Firmenfahrzeuge. Die Größe des Betriebsgeländes beträgt zwischen 200 m2 und 2000 m2. Die Handwerksbetriebe haben ihren Standort in Misch- und Gewerbegebieten im Raum Heidelberg.
Durchführung:Stoffstromuntersuchungen Januar 2001 bis Oktober 2001
Methode:Einzelgespräche mit den Betrieben; Datenerhebung über Fragebögen; Auswertung anhand einer Ortserkundung, Gesprächsergebnissen und Datenblätter.
Ergebnisse:Es zeigt sich, dass betriebliches Energie- und Stoffstrommanagement nicht in klassischer Weise bei kleinen Handwerksbetrieben zielführend ist. Hier sind andere, weniger komplexe Instrumente besser geeignet. Im Rahmen des Vorhabens werden typische Problemfelder und Defizite von Handwerksbetrieben im betrieblichen Umweltschutz aufgezeigt.
Umweltverpflichtungen der Betriebe:Fünf von acht Betrieben können keine konkreten Angaben machen, ob ihr Betrieb umweltbezogenen Berichtspflichten unterworfen ist und haben keine ausreichenden Kenntnisse über aktuelle Rechts- und Verwaltungsvorschriften. Auffallend ist eine relativ sorglose Einstellung gegenüber möglichen, bei der Verarbeitung auftretenden Gefahren für Mensch und Umwelt.
Abfälle:Bei den Betrieben im Mischgebiet mangelt es z.T. an Platz für Sammelstellen, die für das Sortieren der Abfälle notwendig sind. Die Wege der betriebsinternen Abfälle sind bis zum Abholer bekannt, der Endverbleib des Abfalls ist in der Regel nicht bekannt. Genaue Angaben über die Menge und Art der Abfälle sind nicht selbstverständlich. Hier liegt ein großes Informationsdefizit vor. Vielen Handwerksbetrieben ist nicht bewusst, welche Abfälle gesondert erfasst werden müssen.
Abfallvermeidung erfolgt durch einen abfallarmen Einkauf und die Rückgabe von Verpackungsmaterial an die Lieferanten. Allerdings sollen die Geschäftsräume nicht mit unnötigem Ballast vollgestellt werden. Die verbleibenden Abfälle werden ähnlich wie im Haushalt sortiert, eine andere Art der Abfallvorbehandlung findet nicht statt.
Beschaffung:Zwei Drittel der untersuchten Betriebe verfügen über keine Übersicht der beschafften Materialien. In einigen Betrieben werden gezielt biologisch abbaubare Substanzen eingesetzt. Nur die Hälfte der Betriebe konnte eine Aussage über die Inhaltsstoffe der eingekauften Produkte machen, obwohl fast alle Betriebe Produktdatenblätter von ihren Lieferanten fordern.
Aus dieser Untersuchung ist deutlich geworden, dass der Stellenwert des Umwelschutzes im Handwerksbereich stark von Einzelpersonen abhängt. Einzelne Meister versuchen ihren Betrieb bewusst umweltorientiert zu führen, insgesamt spielt der betriebliche Umweltschutz gegenüber anderen Betriebsaufgaben aber nur eine untergeordnete Rolle.
 

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