Folienhersteller Pilotbetrieb 1

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Folienhersteller Pilotbetrieb 1

 
Pilotbetrieb 1:LOFO High Tech Film GmbH ( http://www.lofo.de )
Berater:Steinbeiß-Transferzentrum für Marketing, Logistik und Unternehmensführung Fachhochschule Pforzheim

Abb. 1: Luftbild der LOFO High Tech Film GmbH (Quelle: LOFO High Tech Film GmbH)
Abb. 1: Luftbild der LOFO High Tech Film GmbH (Quelle: LOFO High Tech Film GmbH)

Betrieb:Bei der LOFO High Tech Film GmbH handelt es sich um ein Tochterunternehmen der Lonza Group GmbH. Seit 1998 verstärkt LOFO das Kerngeschäft mit Folien aus Cellulosetriacetat, Polycarbonat und anderen Hochleistungspolymeren. In der neueren Vergangenheit spezialisierte sich LOFO auf dem Gebiet anspruchsvoller Folien für High-Tech-Anwendungen, auf welchem das Unternehmen zu den Marktführern gehört.
Zum derzeitigen Produktportfolio gehören:
  • Spezialfolien für Mikrofone
  • Folien für Pharmaindustrie
  • grafische und fotografische Folien
  • Folien für Flachbildschirme
  • Folien für Brennstoffzellentechnologie
  • Folien für optische Speichermedien
Zum Zeitpunkt der Untersuchung beschäftigte LOFO ca. 125 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von ca. 45 Mio. Euro. 2002 und 2003 wurde das Unternehmen in die TOP 100 des innovativen deutschen Mittelstandes aufgenommen und damit für seine Innovationsstärke ausgezeichnet.
Aufgrund der hohen Umweltrelevanz (u.a. Lösemittel- und Energieeinsatz) verfügt das Unternehmen über ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001, welches in die Struktur eines Qualitätsmanagementsystems nach ISO 9001 integriert ist.
Durchführung:Die Untersuchungen erfolgten im Zeitraum März - November 2003
Methode:Ausgehend von den Zielen einer Optimierung der bestehenden Energiesysteme sowie der Analyse und Priorisierung weiterer Handlungsbereiche wurden Produktionsstruktur sowie die produktions- und umweltrelevanten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfasst und in einem Stoffstromnetz über die Software Umberto® modelliert.
Zur verursachergerechten Abbildung von elektrischer Energie und Dampf wurden zwei Messkampagnen durchgeführt. Im Falle der Messung elektrischer Energie kam ein kostengünstiges Messsystem der dezem GmbH Berlin zum Einsatz. Bei der Messung des Einsatzes von Wasserdampf kam das Konzept der differentiellen Messung zur Anwendung.
Dieses Konzept nutzt beabsichtigte oder unbeabsichtigte Ausnahmezustände in der Produktion (z.B. Betriebsferien, Anlagenstillstände), um mit der sukzessiven Zu- bzw. Abschaltung einzelner Maschinen die Änderung des Verbrauches eines Betriebsstoffes an zentraler Stelle zu verfolgen und somit den Gesamtverbrauch verursachergerecht aufteilen zu können.
Die Modellierung orientierte sich neben der Anforderung an eine transparente und übersichtliche Abbildung der innerbetrieblichen Stoffströme auch an Anforderungen der Produktionsplanung bzw. -technik, der Kostenrechnung sowie des betrieblichen Umweltschutzes.

Abb. 2: Grundsätzlicher Verfahrensaufbau bei der Herstellung von Gießfolien (Quelle: LOFO High Tech Film GmbH)
Abb. 2: Grundsätzlicher Verfahrensaufbau bei der Herstellung von Gießfolien
(Quelle: LOFO High Tech Film GmbH)

Ergebnis:Die durchgeführte Analyse formulierte als relevante Handlungsbereiche Möglichkeiten der Optimierung von Energiesystemen (Einsparung von Energie), der Optimierung der Gießmaschinenleistung (Senkung des Ausschussanteils) sowie Optimierungen des Lösemittelkreislaufes (Senkung der diffusen Emissionen). Eine Relevanzanalyse zeigte dabei, dass vor allem die Ausschussthematik das ökonomisch und ökologisch relevante Handlungsfeld ist.
In zwei Szenarienrechnungen konnte nachgewiesen werden, dass bei gleich bleibender Leistung und einer Senkung des gesamten Ausschussanteils um 5% bis 10% die diffusen Emissionen um bis zu 14% und die korrelierten Gesamtkosten um bis zu 10% gesenkt werden können. Die Möglichkeiten zur Ausschöpfung dieser Minderungspotenziale liegen zu einem geringeren Teil in technischen Optimierungsmaßnahmen der bestehenden Anlagen, sondern in der Investition in einen neuen Anlagenpark. Weitere Möglichkeiten liegen in organisatorischen Maßnahmen, wie der Schaffung maschinenbezogener Verantwortlichkeiten oder der Etablierung eines stoffstrombasierten Controllingsystems.
Bericht:
 

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