In Deutschland werden die Grenzwerte für NO
2 und PM10 fast ausschließlich in der Nähe von Verkehrswegen überschritten. Damit bekommt die Ermittlung der Luftschadstoffbelastung, die durch Verkehrsemissionen verursacht wird, eine besondere Bedeutung. Zu den Planungsaufgaben in diesem Bereich gehören:
- Prognosen der Luftschadstoffbelastung im Planungsprozess für den Neu-, Um- oder Ausbau von Verkehrswegen oder für Bauvorhaben mit Auswirkungen auf den Verkehr
- Analysen, Prognosen und Maßnahmenbewertungen im Rahmen der Planerstellung zur Luftreinhalteplanung (39. BImSchV)
- Planung von Messstandorten zur Feststellung von Konzentrationswerten nach der 39. BImSchV.
Zur Beantwortung dieser Fragestellungen werden häufig Modellrechnungen herangezogen.
Bestandteil einer Modellierung von verkehrsbedingten Immissionen ist zunächst die Ermittlung der relevanten Emissionen des Straßenverkehrs auf Grundlage der Daten des
Handbuchs für Emissionsfaktoren des Straßenverkehrs (HBEFA). Das HBEFA dient der möglichst realitätsnahen Berechnung von Fahrzeugemissionen bei unterschiedlichen Verkehrssituationen.
Zur Ermittlung der Gesamtbelastung von Schadstoffimmissionen auf Basis der zuvor berechneten Emissionen kommen verschiedene Verfahren und Modelle zum Einsatz. Die Berechnung der Konzentration an ausgewählten Punkten wird mit sogenannten Ausbreitungsmodellen durchgeführt.
Der
Leitfaden "Modellierung verkehrsbedingter Immissionen - Anforderungen an die Eingangsdaten" soll den Planungsbehörden helfen, bei der Datenbeschaffung für solche Modellrechnungen zielgerichtet und effektiv vorzugehen sowie externe Untersuchungen zur Immissionsprognose hinsichtlich der Eingangsdaten zu bewerten und dabei auf Vollständigkeit und Plausibilität zu prüfen. Gleichzeitig kann der Leitfaden bei der Erstellung von Gutachten hilfreich sein.
Eine vollständige Modellierung im urbanen Maßstab erfordert die Einbeziehung aller städtischen Emissionsquellen und die Verwendung von Regionalmodellen zur Berechnung des urbanen bzw. regionalen Hintergrunds sowie von Screening- oder Detailmodellen für den Hotspot. Als Hotspot wird dabei ein durch Luftschadstoffe hoch belasteter Bereich bezeichnet. Bei den verkehrsbedingten Luftbelastungen treten diese Hotspots vornehmlich im dicht bebauten Bereich von Hauptverkehrsstraßen auf.
In der Abbildung ist der Ablauf einer vollständigen Modellierung schematisch dargestellt. Je nach räumlicher Fragestellung ist nur der Einsatz einzelner Komponenten dieses Schemas erforderlich.

Ablaufschema einer vollständigen Modellierung