Forschungsprojekte im Deponiebereich

Das Umweltministerium Baden Württemberg fördert im Rahmen des „Kommunalen Investitionsfonds" (KIF) innovative Projekte in der Abfall- und Deponietechnik.

Die LUBW unterstützt und begleitet die Projekte, die für die Kreislauf- und Abfallwirtschaft von Interesse sind.

Die Ergebnisse dieser Forschungsprojekte sind hier der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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Messtechnische Bauwerksüberwachung Lysimeter Hohberg, 2019

Kurzbeschreibung

Langzeitsicherheit von einlagigen Asphaltabdichtungen von Deponieoberflächenabdichtungen, messtechnische Bauwerksüberwachung Lysimeter Hohberg

 

Projektzeitraum
2011 - 2019

 

Kurzinfo Deponiedaten:

Art der Deponie: DK 0 (DK II)
Betriebsbeginn: 1994 (1971)
Fläche: 23,4 ha
Gesamtvolumen: 3,3 Mio. m3
Phase:

Ablagerungsphase seit 1994

(Stilllegungsphase seit 2005)

 

Forschungsgegenstand / Zielsetzung:

Bereits im Jahr 1998 wurden Teile der Oberfläche der Deponie Hohberg mit einem alternativen Oberflächenabdichtungssytem versehen. Aufgrund nicht vorhandener Erfahrungen mit dem System aus Asphaltabdichtung und Kapillarsperre wurde im Zuge der Zulassung die Installation eines Großlysimeters gefordert, um den Nachweis der Gleichwertigkeit zu der seinerzeit standardisierten Abdichtung nach TA Siedlungsabfall zu erbringen. Der Beobachtungszeitraum wurde bis 2005 festgeschrieben. Seither wurden die Messungen und Auswertungen auf freiwilliger Basis fortgeführt und überwiegend durch die Stadt Pforzheim finanziert. Die Stadt hat zwischenzeitlich die Finanzierung endgültig eingestellt.

Das Lysimeter als auch die technischen Einrichtungen zur Messung der in den jeweiligen Sperrschichten anfallenden Wassermengen sind vorhanden. Die seinerzeit gewählte Abdichtung mit einer einlagigen Asphaltschicht ist seit der Novellierung der Deponieverordnung im Jahr 2009 hoch aktuell, da sie als diffusionsdicht gilt und somit der Betrieb eines Kontrolllysimeters bis zum Ende der Nachsorgephase erspart. Die Ausführung von Asphaltdichtungen in einlagiger Bauweise ist noch nicht allgemein anerkannter Stand der Technik, macht diese Bauweise aber konkurrenzfähig.

Die bislang positiven Ergebnisse aus dem Betrieb des Lysimeters legen nahe, dass das System den Anforderungen entspricht. Um die hohe Qualität dieses Dichtungssystems belegen zu können, sollten die Sickerwassermessungen und ggfs. die Messung der Bodenfeuchte der Rekultivierungschicht (um die Belastung der Dichtungsschicht darstellen zu können und das Verhalten der Bodenschicht auf die sich ändernden Klimabedingungen mit längeren Trockenperioden und Starkregenereignissen zu erkennen) fortgesetzt werden. Dies dient auch dazu, belastbarere Aussagen zur Langzeitsicherheit dieses Dichtungssystems treffen und entsprechende Empfehlungen für die Vollzugsbehörden abgeben zu können.

Um Fragestellungen der Systemwirksamkeit aus den jährlichen Messauswertungen seit 2005 beantworten zu können wurde im Rahmen des Gesamtprojektabschlussberichtes zusätzlich 2018/2019 ein Markierungsversuch (Tracer) durchgeführt. Durch die künstlichen Tracer konnte die Dichtigkeit der Asphaltabdichtungsschicht qualitativ nachgewiesen werden.

 

Antragsteller:

LUBW – Ref. 35 (SGB Kreislaufwirtschaft)

Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg,
76185 Karlsruhe
E-Mail: Kreislaufwirtschaft@lubw.bwl.de

Ausführung:

Prof. Dr. N. Goldscheider

- KIT –

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Institut für Angewandte Geowissenschaften, Abteilung Hydrogeologie, 76344 Eggenstein-Leopoldshafen

Homepage

Bericht:

Jahresbericht 2011 (pdf, 2,2 MB)

Jahresbericht 2012 (pdf, 4,4 MB)

Jahresbericht 2013 (pdf, 4,5 MB)

Jahresbericht 2014 (pdf, 3,8 MB)

Jahresbericht 2015 (pdf, 3,9 MB)

Jahresbericht 2016 (pdf, 2,4 MB)

Jahresbericht 2017 (pdf, 2,7 MB)

Jahresbericht 2018 (pdf, 2,8 MB)

Markierungsversuch 2019 (pdf, 3,6 MB)

Gesamtbericht 2019 (pdf, 2,6 MB)