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LUBW Monatsthema: 101 Jahre Seenforschung – Die Seen Baden-Württembergs immer im Blick

Das Institut für Seenforschung der LUBW begeht dieses Jahr sein 101-jähriges Jubiläum. In einem Festakt wurde die langjährige Arbeit gewürdigt und in spannenden Vorträgen vorgestellt.

Seit dem Jahr 1920 wird der Zustand der Seen in Baden-Württemberg systematisch erforscht. Nach intensiver, auch international beachteter Grundlagenforschung, helfen die heute gewonnenen Erkenntnisse dabei, die vielen hundert Seen des Landes zu schützen und ihre wertvollen Funktionen zu erhalten. Um das Ökosystem See zu verstehen, arbeiten Fachleute aus mehreren Arbeitsgebieten zusammen und bewerten gemeinsam den Zustand der Seen in Baden-Württemberg. In einem seit dem Jahr 2007 erscheinenden Arbeitsbericht fasst das ISF alljährlich die wichtigsten sedimentologischen, physikalischen, chemischen und biologischen Ergebnisse der zuvor untersuchten Seen einzelner Projekte zusammen.

Hydrobiologie – Was in den Seen Baden-Württembergs wuselt

Ein wichtiges Untersuchungsgebiet des ISF ist die Hydrobiologie. Darunter fällt beispielsweise die Erfassung der Phytoplankton-Biomasse der Seen. Zum Phytoplankton gehören verschiedene Algen und Cyanobakterien. Die Gesamtbiomasse und die Artenzusammensetzung des Phytoplanktons sind ein Indikator für die Nährstoffbelastung eines Sees. 

Mikroskopaufnahme von Phytoplankton im Bodensee

Bild zeigt: Mikroskopaufnahme von Phytoplankton im Bodensee, Quelle: LUBW

Aber auch andere Kleinstlebewesen, wie Wasserflöhe und Ruderfußkrebse sind als Konsumenten des Phytoplanktons für das ISF von Interesse. Manchmal tauchen auch außergewöhnliche Arten auf. So wurde erst dieses Jahr zum ersten Mal der Süßwasser-Borstenwurm im Bodensee durch das ISF nachgewiesen.

Invasive Arten spielen bei den Untersuchungen der Seen eine wichtige Rolle. So breitet sich die Quagga-Muschel rasant im Bodensee aus. Erstmals gefunden wurde sie im Jahr 2016. Durch ihre frei im Wasser schwimmenden Larven konnte sie seitdem in alle Bereiche des Sees vordringen. Das ISF überprüft regelmäßig das Auftreten von „Neuankömmlingen“, die ursprünglich nicht im Bodensee vorkamen. Dazu zählen auch die Schwebegarnele oder der Höckerflohkrebs.

101 Jahre Arbeit für die Seen im Land

LUBW-Präsidentin Eva Bell bei ihrer Rede zur Feier 101 Jahre ISF

Bild zeigt: Rednerin Eva Bell, Präsidentin der LUBW, während des Festaktes, Quelle: LUBW

Die hydrobiologischen Untersuchungen waren auch Thema in einem der drei Fachvorträge, die im Rahmen des Festakts gehalten wurden. Außerdem wurden die Herausforderungen der Hydrochemie in einem Beitrag gezeigt: Nachdem ursprünglich die Nährstoffe stark im Vordergrund standen, sind seit geraumer Zeit anthropogene Spurenstoffe eine Herausforderung. In einem weiteren spannenden Vortrag referierten Mitarbeitende des ISF über den Fortschritt der Untersuchungsmethoden - vom Senkblei zu numerischen Modellen und Satelliten gestütztem Monitoring. Im anschließenden Festakt kamen auch Umweltministerin Thekla Walker MdL, Präsidentin Eva Bell und Ulrich Müller, Minister a.D. und Vorsitzender des Vereins der Freunde des ISF, zu Wort. Sie erinnerten an die langjährige Historie und würdigten die wichtige und erfolgreiche Arbeit des ISF.

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Bildnachweis: TypoArt BS/shutterstock.com