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Biotonne richtig nutzen – Abschluss des Modellprojekts

Skizze eines erfolgreichen Pilotprojektes. Quelle: LUBW

 

Biotonne richtig nutzen – Abschluss des Modellprojekts

In großen Wohnanlagen finden sich im Biomüll oft zahlreiche Fremdstoffe. Diese beinträchtigen die Weiterverwendung des Rohstoffes Biomüll. Deshalb haben das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg in enger Zusammenarbeit mit den Stadtkreisen Stuttgart, Karlsruhe und Heilbronn verschiedene Maßnahmen erprobt, die dazu führen sollen, dass mehr Bioabfall mit weniger Fremdstoffe gesammelt wird. Die Modellprojekte haben gezeigt: Je nach Struktur der Bewohnerschaft führen unterschiedliche Maßnahmen zur besseren Mülltrennung.

Arbeitsmappe unterstützt Stadt- und Landkreise ab Frühjahr 2020

In der praktischen Anwendung erwiesen sich insbesondere die Maßnahmen „Tonnenstellplatzgestaltung“ sowie „Starter-Set bei Einzug“ als schlagkräftig. Das „Starter-Set bei Einzug“ besteht aus von einem Vorsortiergefäß mit Papiertüten und Informationsmaterial. Die Internetseite www.biotonne-machtmit.de mit Informationen und Tipps zum Sammeln von Bioabfällen wurde hingegen von der Bewohnerschaft wenig abgerufen.

Die Erfahrungen und Materialien werden nun von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der LUBW in einer Arbeitsmappe zusammengefasst. Die Arbeitsmappe wird verschiedene Einzelmaßnahmen als Bausteine sowie Vorlagen für die Öffentlichkeitsarbeit enthalten, die in jeder Wohnanlage nach Bedarf kombiniert werden können. Sie wird im Frühjahr 2020 allen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt.

Ein herzlicher Dank geht an die Pilotprojekte

Das Ministerium und die LUBW bedanken sich ausdrücklich bei allen Beteiligten, die mit ihrer Einsatzbereitschaft das Modellprojekt vor Ort getragen haben. Dies sind: die Entsorgungsbetrieben der Stadt Heilbronn und der Stadtsiedlung Heilbronn GmbH, das Amt für Abfallwirtschaft Karlsruhe und die VOLKSWOHNUNG GmbH sowie die Abfallwirtschaft Stuttgart und die Baugenossenschaft Bad Cannstatt eG. Die Erfahrungen aus den Modellprojekten waren außerordentlich wertvoll, um die Arbeitsmappe zu verbessern und für die Praxis tauglich zu machen.

Hintergrund zum Modellprojekt

Die getrennte Erfassung und Verwertung häuslicher Bioabfälle ist ein wichtiger Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz aufgrund der Gewinnung von Biogas aus der Vergärung von Bioabfall und von Kompost. Insbesondere in großen Wohnanlagen sind die Sammelmengen oft geringer und der Bioabfall durch Fehlwürfe stärker verunreinigt als in Einfamilienhaus-Siedlungen. Gründe hierfür sind häufig die weiten Wege zu den Tonnenstellplätzen, der geringe Platz in der Küche zur Aufstellung weitere Trenngefäße, die kleinen Wohneinheiten sowie die Demotivation der Bewohnerschaft aufgrund geringer Auswirkungen des eigenen Trennverhaltens auf die Abfallgebühren und die Qualität in den Tonnen, Desinteresse und Informationslücken aufgrund hoher Mieterfluktuation.

Unter www.biotonne-machtmit.de finden Sie nützliche Tipps zum Umgang mit der Biotonne sowie Informationen zum Modellprojekt.

Bildnachweis: TypoArt BS/shutterstock.com