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Bodenerosion ist weitgehend vermeidbar

Immer noch verursacht Bodenerosion in Baden-Württemberg bedeutende Schäden. Mit dem abgetragenen Boden geht Bodenfruchtbarkeit und Wasserspeicherfähigkeit unwiederbringlich verloren, denn die Bildung neuen Bodens verläuft extrem langsam (Faustzahl: maximal 1 cm in 100 Jahren). Das Naturkapital Boden schwindet dadurch für künftige Generationen.

Was uns trägt…

Der Boden trägt mit seinen vielfältigen Ökosystemleistungen wesentlich zu einem funktionsfähigen Naturhaushalt bei. Er ist Lebensgrundlage für Menschen, Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen. Boden liefert uns Nahrungsmittel und nachwachsende Rohstoffe, er filtert und schützt das Grundwasser und reguliert die Wasser- und Nährstoffkreisläufe. Auch der Einfluss des Bodens auf das Klima und seine Bedeutung als Kohlenstoffspeicher sind in den vergangenen Jahren zunehmend erkannt worden.

Wodurch kommt es zu Bodenerosion?

Überall, wo der Mensch durch Landwirtschaft in die schützende Vegetationsbedeckung des Bodens eingreift, entsteht die Gefahr von Bodenerosion. Weltweit gehen jährlich schätzungsweise 24 Milliarden Tonnen fruchtbarer Böden verloren (Quelle: UNCCD). Der Einsatz schwerer Maschinen in der Landwirtschaft verdichtet die Bodenstruktur, Fehlbewirtschaftung und Starkregen führen zu Abschwemmung gewaltiger Bodenmengen. Durch den Klimawandel ist künftig mit einer Zunahme von erosiven Starkregen zu rechnen.

Bodenerosion ist weitgehend vermeidbar

Auf diesen Nenner lässt sich das von der LUBW und der Landwirtschaft gemeinsam ausgerichtete Fortbildungsseminar zur „Vermeidung von Bodenerosion durch vor- und nachsorgenden Bodenschutz“ bringen. Erosionsschutz schützt nicht nur den Boden, sondern auch Gewässer und Infrastruktur gleichermaßen. Das Seminar diente dazu, durch Information und Kommunikation das gegenseitige Verständnis und damit die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Bodenschutz zu fördern.

Bodenerosion erfolgreich vermeiden:

  • Weg vom Pflug hin zu bodenschonender Mulch- und Direktsaat.
  • Ziel ist eine dauerhaft schützende Decke aus Pflanzen zu erhalten.
  • Dadurch wird ein Boden geschaffen (Krümelgefüge), der Wasser gut aufnehmen kann und bei Starkregen nicht verschlämmt.

 

 

 

 

 

 

Fühlen, Riechen, Schmecken.
Spatenprobe eines langjährig in Direktsaat bestellten Ackerbodens im Kraichgau mit ausgezeichnetem Krümelgefüge als Merkmal eines fruchtbaren und standhaften Bodens.
Bild: LUBW/W. Borho

 

 

 

 

 

Praxistest: Struktur und Wasseraufnahme.
Das Bild zeigt einen einfachen Test zur Regenaufnahmefähigkeit und Aggregatstabilität von Böden.
Rechts: konventioneller Pflug. Strukturloser Boden, geringe Wasseraufnahme und starker Bodenverlust.
Mitte: langjährige Direktsaat. Erzielt hier das beste Ergebnis.
Links: langjährige Mulchsaat.
Bild: LUBW/W. Borho

 

Bodenverlust ist ein meist schleichendes Problem mit weitreichenden ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen. Bodenneubildung ist ein sehr langsamer Prozess, die Vermeidung von Bodenerosion zum Erhalt dieser wichtigen Lebensgrundlage notwendig ist.  

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Bildnachweis: TypoArt BS/shutterstock.com