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LUBW beteiligt sich mit mobilen Strahlenschutz-Messteams an Katastrophenschutz-Übung der Schweiz

Von 27. bis 29. September fand in der Schweiz eine groß angelegte Katastrophenschutz-Übung statt. Bei dieser wurde ein schwerer Unfall im grenznahen Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt mit Austritt großer Mengen Radioaktivität simuliert.

An der Schweizer Übungen waren neben der LUBW zahlreiche weitere deutsche Behörden beteiligt, wie das Bundesamt für Strahlenschutz, das Regierungspräsidium Freiburg, die Strahlenspürtrupps der Feuerwehren sowie das Innen- und das Umweltministerium Baden-Württemberg. Der genaue zeitliche Ablauf des simulierten Unfalls und das Unfallszenario waren vorab nicht bekannt, um eine realistische Übung zu ermöglichen. In der Simulation ergab sich, dass aufgrund der Wetterlage der größte Teil der freigesetztenRadioaktivität mit dem Wind nach Baden-Württemberg verfrachtet und durch Niederschläge über dem Landesgebiet ausgewaschen und abgelagert wurde.

 Zwei Mitarbeiter schauen im radiologischen Lagezentrum auf einen Computerbildschirm. Dort sind die Radioaktivitäts-Messwerte und die Ausbreitung der Radioaktivität auf dem Landesgebiet nach einer simulierten Freisetzung radioaktiver Stoffe zu sehen.

Bild zeigt: Mitarbeiter im radiologischen Lagezentrum der LUBW kontrollieren und überprüfen die Radioaktivitäts-Messwerte auf dem Landesgebiet nach einer simulierten Freisetzung radioaktiver Stoffe aus einem Schweizer Kernkraftwerk. Bildnachweis: LUBW

Die LUBW hatte in der Übung zwei Messfahrzeuge im Einsatz, die während der Fahrt entlang ihrer Route den Strahlenpegel ermitteln konnten. Die Messwerte wurden in Echtzeit in das radiologische Lagezentrum der LUBW, das Corona-bedingt zum Teil als Videokonferenz organisiert werden musste, übermittelt. An ausgewählten Orten wurden sogenannte Insitu-Messungen am Erdboden durchgeführt. Damit ließen sich die Art und Menge einzelner Nuklide bestimmen, die sich auf dem Boden abgelagert hatten. Mit Hilfe eines mobilen Radioaerosol-Messgerätes (MORAM), das vor Durchzug der simulierten radioaktiven Wolke an einem geeigneten Ort platziert wurde, konnte die luftgetragene Radioaktivität in der Wolke in Echtzeit am Messort bestimmt und übertragen werden. Komplettiert wurden die Messungen durch die ortsfesten und dauerhaft betriebenen Ortsdosisleistungs-Messstellen der LUBW, die dauerhaft halbkreisförmig um das Kernkraftwerk Leibstadt im Südschwarzwald angeordnet sind. 

Die Messungen durch die mobilen Strahlenmess-Teams und das stationäre, automatische Messnetz der LUBW haben dazu beigetragen, dass das Radiologische Lagezentrum des Bundes ein detailliertes Lagebild erstellen konnte. Dieses Lagebild wäre im Ernstfall Grundlage für Katastrophenschutzmaßnahmen wie die Evakuierung der Bevölkerung oder ein Ernteverbot von landwirtschaftlichen Produkten.

Mehr zum Thema:

  • Aktuelle Messwerte der Ortsdosisleistung können Sie auf den Webseiten der LUBW abrufen.

 

Bildnachweis: TypoArt BS/shutterstock.com