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LUBW Monatsthema Hoch- und Niedrigwasser: Wenn die Pegel sinken

Wenn es dauerhaft wenig regnet und zudem bei hohen Temperaturen viel Wasser verdunstet, dann sinken die Wasserstände. In den vergangenen Jahren wurden wiederholt extreme Trockenperioden beobachtet, die an zahlreichen Gewässern zu Niedrigwassersituationen geführt haben. Im Vergleich zum Zeitraum vor 1985 ist die Auftrittswahrscheinlichkeit von extrem trockenen Vegetationsperioden und ausgeprägten Niedrigwasserverhältnissen deutlich angestiegen.

Die Auswirkungen von Niedrigwasser

Niedrigwasser hat vielschichtige Auswirkungen auf verschiedenste Bereiche. So wird beispielsweise die Wegsamkeit der Wasserstraßen für die Schifffahrt eingeschränkt. Auch die Energiewirtschaft (zum Beispiel Kraftwerkskühlwasser), Fischerei und Wasserversorgung können beeinträchtigt werden. 

Die gewässerökologischen Auswirkungen von Niedrigwasser können je nach Größe, Morphologie und Belastungssituation der Fließgewässer sehr unterschiedlich sein. Kommt es z. B. bei kleineren Gewässern zur Austrocknung von Gewässerabschnitten, so ist die Vernetzung zu Nebengewässern von entscheidender Bedeutung damit Fische und andere Wasserlebewesen dorthin ausweichen können. Generell führen geringe Abflüsse zu einer erhöhten Konzentration von Abwasserinhaltsstoffen. Das hat möglicherweise Auswirkungen auf den Nährstoff- und Sauerstoffhaushalt. Erhöhte Nährstoffgehalte führen beispielsweise zu Algenwachstum und damit zu Sauerstoffverbrauch, womit sich die Wasserqualität weiter verschlechtert. Mit erhöhten Wassertemperaturen nimmt der Sauerstoffgehalt ebenfalls ab. Für viele Fließgewässerorganismen bedeutet das in vielerlei Hinsicht Stress. 

Niedrigwasservorhersage

Die Wasserstands- und Abflussvorhersagen der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) liefern wichtige Entscheidungshilfen für das Niedrigwassermanagement von Behörden, Binnenschifffahrt und Energieversorgern sowie beispielsweise auch im Hinblick auf Wasserentnahmen zur landwirt­schaftlichen Bewässerung. Seit letztem Jahr können Sie hier die Prognose für die nächsten 10 Tage an verschiedenen Pegeln in Baden-Württemberg einsehen. Neu (seit dem 24. April 2020) ist außerdem das Szenario „kein Niederschlag in den kommenden 10 Tagen“. Dieses ermöglicht die Abschätzung der Niedrigwasserentwicklung für den Fall, dass die von den Wetterdiensten vorhergesagte Niederschläge dann doch nicht eintreffen.

 

 

 

Bild zeigt: Wasserstand am Pegel Beuron / Donau mit der 10-tägigen Abschätzung der weiteren Tendenz und dem Szenario „Kein Niederschlag in den kommenden 10 Tagen“, Bildnachweis: LUBW

Mehr zum Thema Niedrigwasser:

  • LUBW-Seite zum Thema Niedrigwasser
  • Die aktuellen Pegelstände können Sie außerdem hier abrufen. 
  • Die Auswirkungen des Klimawandels auf Hoch- und Niedrigwasser werden im Kooperationsvorhaben KLIWA untersucht.
  • Die Folgen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt können Sie hier nachlesen.
  • Die länderübergreifende Übersicht der Niedrigwasserlage finden Sie hier.

 

Bildnachweis: TypoArt BS/shutterstock.com