Blog

 
Zurück

LUBW Monatsthema Leben im und am Gewässer: Die Landesweite Artenkartierung

So vielfältig die Gewässer Baden-Württembergs sind, so vielfältig sind auch die Arten, die darin oder daran leben. Seit 2014 werden mithilfe von zahlreichen Ehrenamtlichen im Rahmen der Landesweiten Artenkartierung Amphibien kartiert und seit diesem Jahr auch Libellen. Im Ergebnis liegen aktuelle Verbreitungskarten vor, die eine wesentliche Grundlage für gezielte Schutzmaßnahmen bildet. Bei der Landesweite Artenkartierung Amphibien und Reptilien (LAK) beteiligen sich neben der LUBW auch vier Naturschutzverbände und das Naturkundemuseum Stuttgart.

Die Gelbbauchunke – unauffällig und doch außergewöhnlich

Ein Amphib, das von den Ehrenamtlichen im ganzen Land kartiert wird, ist die Gelbbauchunke. Diese hat ihren Namen von der gelb und dunkel marmorierten Bauchseite, die sie bei Gefahr zeigt und damit signalisiert, dass sie ungenießbar ist. Dafür biegt sie ihre Beine auf dem Bauch liegend nach oben. Ihre Oberseite hingegen ist unscheinbar graubraun gefärbt.
Die tagaktiven Unken halten sich während des Sommerhalbjahres meistens an oder in Gewässern auf. Sie bewohnt feuchte Wälder, Kiesgruben, Truppenübungsplätze und Steinbrüche. Ihren Laich legt sie in sehr kleine Wasserstellen ab, wie beispielsweise wassergefüllte Wagenspuren, Suhlen oder Pfützen. Hier gibt es wenig Konkurrenz und kaum Feinde, gleichzeitig erwärmt sich das Wasser schnell und hilft bei der Entwicklung. Allerdings trocknen die Wasserstellen auch schnell aus. Deshalb laicht die Unke mehrmals im Jahr zwischen April und Juli. Die Larven schlüpfen bereits nach zwei bis drei Tagen und ernähren sich von Algenbewuchs. Die Entwicklungszeit bis die Unken dann an Land gehen ist mit ein bis zweieinhalb Monaten sehr kurz. Baden-Württemberg trägt für den Erhalt dieser mit bis zu 5 cm kleinen und unauffälligen Amphibienart eine besondere Verantwortung.

Bild zeigt: Die Gelbbauchunke, Bildnachweis: Torsten Bittner

 

Die Libellen – kleine Akrobaten der Lüfte

Libellen besiedeln die unterschiedlichsten Gewässer: kleine Gräben, Tümpel, Teiche, Seen oder auch größere Flüsse. Auch die Grüne Flussjungfer, eine grün-schwarze Großlibelle, beginnt ihren Lebensweg im Gewässer. In ihrem Fall in klaren Fließgewässern unterschiedlichster Größe. Aus den im Wasser abgelegten Eiern schlüpfen die Larven. Diese ernähren sich räuberisch und benötigen im Gewässer besonnte Flächen mit Sand zum Eingraben. Nach 2-4 Jahren schlüpft dann die erwachsene Libelle von bis zu 6 cm Länge. Im Gegensatz zu den Larven ist sie sehr mobil und kann einige Kilometer im Flug zurücklegen.

Mit der LAK Libellen arbeitet die LUBW nun zusammen mit der Schutzgemeinschaft Libellen BW e.V. an einem dauerhaften Monitoring von Libellen und deren Lebensräumen. Hier kartieren die Mitglieder Libellen in möglichen Habitaten in allen Landesteilen. Das Projekt soll dauerhaft etabliert werden, wodurch Veränderungen in den Populationen sichtbar und somit Grundlagen zur Steuerung von Pflegemaßnahmen geschaffen werden.

Durch den Erhalt einer Vielzahl an unterschiedlichen Gewässern wird eine Vielfalt an Arten geschützt. Für die meisten Amphibien- und Libellenarten ist die erste Entwicklung im Gewässer unerlässlich. Und auch später bilden die Tümpel, Seen, Pfützen und andere Wasserstellen die Lebens- und Nahrungsgrundlage für viele Tiere.

Bild zeigt: Grüne Flussjungfer, Bildnachweis: Torsten Bittner

 

Mehr zum Thema:

  • Mehr zum Thema Landesweite Artenkartierung finden Sie hier. Hier finden Sie auch Informationen zur Teilnahme und die Ergebnisse der Kartierungen. Die Ergebnisse der Kartierung der Gelbbauchunke finden Sie im Daten- und Kartendienst der LUBW
  • Wodurch die Gelbbauchunke gefährdet wird und wie sie geschützt werden kann, können Sie hier nachlesen. 
  • Mehr Informationen über fünf der 75 heimischen Libellenarten können Sie hier finden.

 

Bildnachweis: TypoArt BS/shutterstock.com