Blog

 
Zurück

Messung der Ammoniak-Konzentration in der Luft

Zur Überwachung der Luftqualität in Baden-Württemberg betreibt die LUBW ein landesweites Luftmessnetz. Dabei stehen nicht nur die Luftschadstoffe Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon im Fokus, sondern weitere relevante in der Luft vorhandene Stoffe, die schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit oder die Umwelt insgesamt haben. Dazu zählt unter anderem auch Ammoniak, ein wasserlösliches, stechend riechendes Gas. Es entsteht bei der mikrobiellen Zersetzung stickstoffhaltiger organischer Materie, wie zum Beispiel abgestorbener Pflanzenreste oder tierischer Exkremente. Typische anthropogene (also vom Menschen verursachte) Quellen sind die Landwirtschaft und hier insbesondere die intensive Tierhaltung.

2021 werden die bestehenden Messungen von Ammoniak um dreizehn neue Messstellen erweitert. Die Messstellen wurden unter den Gesichtspunkten „schutzwürdige Naturräume und Ökosysteme in Baden-Württemberg“ und „vorherrschende Nutzung“ festgelegt. Sie liegen in der Oberrheinebene, im Kraichgau, im Nordschwarzwald, im Markgräfler Land, in Hohenlohe, im Landkreis Schwäbisch Hall sowie im Raum Bodensee-Oberschwaben. Die Gebiete werden vor allem für Landwirtschaft (Ackerbau, Viehzucht, Obstanbau, Weinbau) oder Naherholung und Tourismus genutzt beziehungsweise sind als Naturpark oder Naturschutzgebiet geschützt. Die Messungen erfolgen mit Passivsammlern, bei denen die Proben alle 28 Tage gewechselt werden. Die Analyse erfolgt im Labor für Luftmessungen und stofflichen Verbraucherschutz in der LUBW.

Bei der Messstellenauswahl wurde auch die als Ausflugsziel bekannte Hornisgrinde als anthropogen unbeeinflusste Messstelle festgelegt. Die Umgebungsbedingungen sind für eine Hintergrundmessung ideal, da eine freie Anströmbarkeit in alle Himmelsrichtungen gegeben ist und keine relevanten Emittenten vorhanden sind. Die Hornisgrinde ist der höchste Berg des Nordschwarzwaldes und liegt auf 1.164 m ü NN.

Am 28.12.2020 starteten die Ammoniak-Messungen, jedoch unter erschwerten Bedingungen. Bei ca. 30 cm Neuschnee waren die Zufahrtsstraßen gesperrt und so mussten die Proben zu Fuß den Berg hinaufgetragen werden.

Bilder zeigen: Probenwechsel auf der verschneiten Hornisgrinde am 28.12.2020, Bildnachweis: LUBW

Mehr zum Thema:

  • Mehr über den Luftschadstoff Ammoniak können Sie hier im Unterpunkt Ammoniak nachlesen.

 

Bildnachweis: TypoArt BS/shutterstock.com