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Tag der Umwelt: Wie die LUBW unter der Oberfläche arbeitet

Heute ist der Tag der Umwelt, der das Umweltbewusstsein schärfen und uns sensibilisieren soll. So vielfältig wie die Umwelt sind auch die Themen der LUBW. Eine ganze Abteilung ist für die Analyse von Schadstoffen in der Umwelt zuständig und trägt somit einen großen Teil dazu bei, dass die LUBW eine Bewertung der Umwelt für das Land Baden-Württemberg vornehmen kann. So werden zum Beispiel die Gewässer in Baden-Württemberg untersucht und dabei neben Lebewesen auch Schadstoffe gefunden, die nicht in die Gewässer gehören. Eine Methode ist seit 2019 das Non-Target-Screening, mit dem unbekannte Substanzen in der Umwelt nachgewiesen werden können.

Non-Target-Screening

1986 gelangten als Folge eines Chemieunfalls in der Schweiz mehrere Tonnen kontaminierter Löschschaum in den Rhein und verursachte ein enormes Fischsterben. Seitdem wird in der LUBW arbeitstäglich eine 24 Stunden-Mischprobe der Rheinintensivüberwachungsstation Karlsruhe auf unbekannte Spurenstoffe (> 9.000 Stoffe) untersucht.  Mit den herkömmlichen Methoden kann in der LUBW bereits eine große Bandbreite an Schadstoffen im Wasser festgestellt werden.

Die Agrar-, Pharma- und Kosmetikindustrie unterliegt allerdings einem ständigen Innovationsprozess. Somit nimmt der Anteil an unbekannten wasserlöslichen und weniger flüchtigen Substanzen zu, die mithilfe der Non-Target-Analytik erfasst werden können.

Seit 2019 ist nach längerer Entwicklungsarbeit nun ein Non-Target-Screening in der LUBW im Einsatz, das den Nachweis einer Vielzahl der bisher nicht erfassten Stoffe in einem Analysenlauf erlaubt. Dazu müssen zunächst über einen längeren Zeitraum Proben untersucht und mit Hilfe einer Software Trends (Anstieg der Konzentration eines unbekannten Stoffes über mehrere Tage) erkannt werden. Bei einem signifikanten Anstieg eines unbekannten Stoffes kann in einem zweiten Schritt die mögliche Zahl in Frage kommender Stoffe weiter eingegrenzt werden. Diesbezüglich klärt die LUBW die chemische Struktur des Stoffes auf und startet Suchanfragen in speziellen Datenbanken. Zudem wird der Ort der Einleitung durch Probenahmen an weiteren Messstellen entlang des Rheines eingegrenzt und gegebenenfalls durch die zuständigen Behörden eine Befragung einleitender Industriebetriebe durchgeführt. Somit kann eine unbekannte Substanz sicher identifiziert und in der Folge geeignete Maßnahmen zur Minimierung der Gefahr eingeleitet werden.

Das Non-target-screening leistet damit ein entscheidender Beitrag zum Gewässerschutz. Die Überprüfung der Gewässer ist nur eine der vielen Aufgaben der LUBW, die zum Schutz der Umwelt in Baden-Württemberg beitragen.

Mehr zum Thema:

  • Die LUBW betreibt an Rhein, Neckar und Donau Online-Messstationen, die kontinuierlich Wassertemperatur, Sauerstoffgehalt, Leitfähigkeit, pH-Wert und teilweise Trübung und Chlorophyll a messen. Aktuelle Daten finden Sie hier. Die Daten der drei Messstationen am Rhein finden Sie hier
  • Für das physikalisch-chemische und chemische Monitoring werden in 14 oder 28-tägigem Abstand Wasserproben genommen und analysiert. Somit werden die Grundlagen zur Bewertung der Fließgewässerbeschaffenheit geliefert. Die Ergebnisse können Sie sich hier anschauen.

Bild zeigt: Die Messstation der LUBW am Rhein in Karlsruhe, Bildnachweis: LUBW

Titelbild zeigt: Rhein, Bildnachweis: LUBW

Bildnachweis: TypoArt BS/shutterstock.com