Einstufung und Kennzeichnung

Neue Regeln zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen nach der CLP-Verordnung

Bisherige Entwicklungen

Das Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals – kurz GHS genannt – wurde auf UN-Ebene erarbeitet. In diesem System sind mit dem Transport (Gefahrgüter) abgestimmte Regeln für die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen im Hinblick auf die Handhabung (Gefahrstoffe) festgelegt. Das Informationssystem umfasst somit den Arbeits-, Verbraucher- und Umweltschutz und zielt auf die Beseitigung von Problemen beim grenzüberschreitenden Handel und Verkehr durch unterschiedliche und bisweilen widersprüchliche Informationen über gefährliche Stoffe und Gemische.

Die Umsetzung der Regelungen des UN-GHS in der Europäischen Union erfolgt über die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 vom 16. Dezember 2008 (genannt CLP-Verordnung), die unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten Gültigkeit hat und keiner nationalen Umsetzung bedarf. Die Richtlinien 67/548/EWG (Stoffrichtlinie) und 1999/45/EG (Zubereitungsrichtlinie), die bisher die rechtliche Basis für das Einstufungs- und Kennzeichnungssystem bildeten, treten zum 1. Juni 2015 außer Kraft. Die CLP-Verordnung tritt dann als zweite große Verordnung des EU?Binnenmarktrechts zu Chemikalien neben die REACH-Verordnung.

Die Ablösung des alten Rechts begleiten mehrere Übergangsfristen: Unter anderem müssen Stoffe seit dem 1. Dezember 2010 und Gemische ab dem 1. Juni 2015 nach neuem Recht eingestuft, gekennzeichnet und verpackt werden.
 

Grundkonzept der CLP-Verordnung

Für physikalische Gefahren, Gesundheits- und Umweltgefahren definiert die CLP-Verordnung Gefahrenklassen. Eine Gefahrenklasse ist unterteilt in Gefahrenkategorien, im Regelfall differenziert nach der Schwere der betreffenden Gefahr. Jeder Gefahrenkategorie ist ein Piktogramm, ein Signalwort ("Gefahr" oder "Achtung"), ein Gefahrensatz (Gefahrenhinweise, vergleichbar den bisherigen R-Sätzen), sowie ein oder mehrere Sicherheitssätze (Sicherheitshinweise, vergleichbar den bisherigen S-Sätzen) zugeordnet. Die bisherigen Gefahrensymbole werden durch Piktogramme ersetzt, wie die beiden nachfolgenden Beispiele zeigen:
 
Gefahrensymbol (altes Recht) GHS-Piktogramm (neues Recht)
Gefahrensymbol für Giftig nach altem Recht  GHS-Piktogramm für akut toxisch 1 bis 3 nach neuem Recht
 

Legaleinstufungen von Stoffen

Die harmonisierte und damit rechtlich verbindlich festgelegte Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen wird es auch künftig für eine ganze Reihe von Stoffen geben. Die Einstufungen der Stoffe aus Anhang I der Stoffrichtlinie 67/548/EWG wurden bereits unter Verwendung der neuen Kriterien in neue harmonisierte Einstufungen nach der CLP-Verordnung umgewandelt und in ihren Anhang VI aufgenommen. Diese Liste wird mit der Zeit durch bestimmte, besonders gefährliche Stoffe ergänzt.

Änderungen und Anpassungen

Anpassung der CLP-Verordnung an den Stand der Technik


Die CLP-Verordnung hat bereits mehrere Anpassungen an den Stand der Technik erfahren. Die Rechtsakte für die Anpassungen sowie die dazu gehörenden konsolidierten Fassungen der CLP-Verordnung sind im EUR-Lex-Angebot der Europäischen Union zu finden.

Weitere Informationen

Hier finden Sie weitere Informationen zum GHS und zur CLP-Verordnung: