Hintergrund und Eckdaten

Vielfalt der Bodenfunktionen

Die Vielfalt der Bodenfunktionen (© Landesamt für Umwelt Bayern)

Bodenfunktionen

Böden bilden eine Grundlage für das Leben und  übernehmen vielfältige Funktionen: sie bilden die Basis für die Nahrungsmittelproduktion, sind Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten, zudem Steuereinheit und Ausgleichsmedium für Stoff- und Wasserkreisläufe.  Das versickernde Wasser passiert die verschiedenen Bodenschichten und wird dabei durch chemische und biologische Prozesse gefiltert, gereinigt und abgepuffert. Böden sind an der Grundwasserneubildung beteiligt, indem sie Niederschläge speichern, einen Teil der Vegetation zur Verfügung stellen und den anderen Teil zeitverzögert an das Grundwasser abgeben. Damit reduzieren Böden den oberflächigen Abfluss und die Hochwassergefahr. Die Korngröße bestimmt das unterschiedliche "Wasserspeichervermögen" von Böden, d.h. ihre Fähigkeit, eine bestimmte Menge Niederschlagswasser zu speichern.

Böden sind Quelle und Senke für Treibhausgase: Zwischen Boden und Atmosphäre findet ein Austausch von Spurengasen wie Kohlendioxid und Methan statt. Kohlenstoff wird im Humus der Oberböden und besonders  in Torfböden und Mooren gespeichert (außerdem in den Permafrostböden subarktischer Gebiete wie Sibirien). Weltweit speichern Böden ungefähr fünfmal soviel Kohlenstoff wie die oberirdische Biomasse, doppelt soviel wie die Atmosphäre und bilden nach den Ozeanen und den fossilen Energieträgern den drittgrößten Kohlenstoffspeicher der Erde. Damit spielen Böden eine wichtige Rolle im Klimageschehen. Sie können sowohl Quelle, als auch Senke von Treibhausgasen sein.

Als Standort für Pflanzen bilden Böden die Grundlage der Land- und Forstwirtschaft: Böden enthalten Nährstoffe zur Versorgung der Pflanzen. Die natürliche Bodenfruchtbarkeit bezeichnet das natürliche Vermögen von Böden zur nachhaltigen Pflanzenproduktion. Daneben sind Böden ein Archiv der Natur- und Kulturgeschichte. Im Boden können anorganische und organische Verbindungen gebunden oder chemisch umgewandelt werden. Auf diese Weise können Schadstoffe wie zum Beispiel Pestizide und Schwermetalle unschädlich gemacht werden, reichern sich allerdings dabei im Boden an (Akkumulation).
 

Böden in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg ist ein geologisch und landschaftlich überaus vielfältiges Land und weist in Bezug auf Böden, Klima und Landnutzung sehr vielfältige Landschaftsregionen auf. Dies ist das Ergebnis einer hunderte von Millionen Jahre langen geologischen Entwicklung. Schichten und Gesteine aus fast allen Perioden der Erdgeschichte bilden den Untergrund, auf dem wir leben, den wir nutzen und aus dem sich die Böden bilden. Für die Anpassungsstrategie wurde die Landesfläche in acht landschaftsökologische Regionen (LÖR) untergliedert. Die Abbildung zeigt die Regionen mit ihren typischen Böden.
 

 vergrößernLandschaftsökologische Regionen Baden-Württembergs mit ihren weit verbreiteten und charakteristischen Böden

Landschaftsökologische Regionen Baden-Württembergs mit ihren weit verbreiteten und charakteristischen Böden (im Hintergrund: die Messpunkte des 25 x 25 km Rasters der Klimaprojektion); Geobasisdaten © LUBW, LGL


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Hintergrundinfo Böden

Typisches Bodenprofil Braunerde-PararendzinaBodentyp: Bezeichnet Böden mit ähnlichem Entwicklungsstand und charakteristischen Horizontabfolgen, die sich von Böden mit einem anderen Entwicklungsstand unterscheiden.

Was sind Bodenhorizonte?
Die Schichtung der Böden in verschiedene . "Horizonte" sind im Bodenprofil zu erkennen. Sie werden mit Buchstaben benannt und geben Aufschluss über die Bodeneigenschaften:

O = Organischer Auflagehorizont
mehr oder weniger zersetzte Streuschicht, die mindestens 30% organische Substanz enthält.

A = Humoser Oberboden
Humusschicht als Hauptwurzel- und Lebensbereich für Bodenorganismen.

B = Verwitterter Unterboden
Mineralischer Verwitterungshorizont zwischen Oberboden (A-Horizont) und Ausgangsgestein (C-Horizont), der durch verschiedene Prozesse verändert wurde.

C = Untergrund
Ausgangsgestein, aus dem Boden entsteht (Quelle: www.bodenwelten.de )
 

Abb.: Typisches Bodenprofil Braunerde-Pararendzina (Foto: © LUBW, solum, Büro für Boden und Geologie)

Fruchtbare Böden bestehen aus einer Mischung der Bestandteile Sand, Lehm bzw. Schluff und Ton. Die Bodenart bezeichnet die Korngrößenzusammensetzung des mineralischen Bodenmaterials nach dem prozentualen Anteil der drei Kornfraktionen Sand, Schluff (Korngrößen 0,002 - 0,063 mm) und Ton.

Sandige Böden
Sandige Böden sind leichte Böden. Sandböden sind leicht zu bearbeiten, aber meist sauer und nur wenig nährstoffreich. Sickerwasser wird schnell weitergeleitet. Der Boden ist damit in der Regel gut durchlüftet und erwärmt sich rasch, trocknet aber auch schnell aus.

Lehmige Böden
Lehmboden enthält neben Sandkörnern vor allem kleine, 'mehlige' Bodenpartikel, die Schluff genannt werden und in den Fingerrillen haften bleiben. Lehmige, schluffige Böden können - vor allem wenn sie aus Löss entstehen - gut Wasser speichern und haben ausreichende Nährstoffvorräte. Ihnen muss meist nur die Menge an Kalk und Humus zugeführt werden, die durch die Pflanzen verbraucht wird.

Tonige Böden
Toniger Boden läßt sich gut kneten, formen und ausrollen. Tonige Böden sind schwere und oft nasse Böden, die aus feinsten mineralischen Bestandteilen bestehen: Sie können viel Wasser aufnehmen, das allerdings den Pflanzen - bedingt durch die hohe Haftung der Wassermoleküle an die Bodenpartikel - nur zu einem geringen Teil zur Verfügung steht. Da Sickerwasser nur langsam weitergeleitet wird, entsteht bei Regen leicht Staunässe.

Quelle: www.bodenwelten.de