Klimafolgen und Anpassung

Apfelblütenprojekt 2018 im Murgtal

Wie in den vorangegangenen Jahren beteiligt sich die LUBW auch 2018 an der SWR-Aktion "Apfelblütenland 2018". Im Murgtal verfolgt die LUBW den Verlauf der Apfelblüte über verschiedene Höhenstufen hinweg und hält die Ergebnisse in einem Apfelblütentagebuch fest. Das Untersuchungsgebiet reicht von der Oberrheinebene bis in die Höhenlagen des Nordschwarzwaldes. Der höchstgelegene Beobachtungs-Apfelbaum wächst in einer Höhe von 1043 Metern am Schliffkopf.

Das Murgtal mit seinen Apfelbäumen dient somit als Indikator für die Geschwindigkeit des Frühlingsbeginns in verschiedenen Höhenlagen. In der Phänologie ist der Beginn der Apfelblüte ein Zeichen für den Eintritt des Vollfrühlings. Aus längeren Zeitreihen lassen sich Rückschlüsse auf Veränderungen des Klimas ziehen. So hat sich der Frühlingsbeginn in Baden-Württemberg seit 1990 um rund 10 Tage vorverlagert. Für das „Apfelblütenprojekt Murgtal“ wurde in den zwölf Beobachtungsjahren ein mittlerer Blühbeginn um den 11. April festgestellt. In diesem Jahr setzte die Apfelblüte zum 12. April ein und bleibt beim bisherigen Mittelwert.

Je nach Witterung erreichte die Apfelblüte die Höhenlagen des Nordschwarzwaldes in den letzten Jahren unterschiedlich schnell. Frühsommerliche Temperaturen zu Blühbeginn sorgten für einen rasanten Anstieg der Apfelblüte bis in die mittleren Höhenlagen. Ein kühler Start in den Mai bremste den weiterhin schnellen Aufstieg in die höheren Lagen des Nordschwarzwaldes. Dies verlangsamte den Höhengewinn von ursprünglich 54 auf 34 Meter pro Tag. Dennoch ist die diesjährige Apfelblüte mit 42 Tagen Blühdauer, von der Oberrheinebene bis an den höchsten Standort am Schliffkopf, die zweitschnellste seit Projektbeginn im Jahr 2007.

Anpassungsstrategie Baden-Württemberg

Die Bewältigung der Folgen des Klimawandels stellt auch den Südwesten Deutschlands vor große Herausforderungen. Der Landtag von Baden-Württemberg hat deshalb am 17. Juli 2013 ein Klimaschutzgesetz verabschiedet. Darin hat das Land verbindliche Ziele für den Klimaschutz formuliert. Zudem hat die Landesregierung den Auftrag verankert, eine Strategie zur Anpassung an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels zu erarbeiten. Diese Anpassungsstrategie wurde am 28. Juli 2015 von der Landesregierung verabschiedet. Informationen zum fachlichen und politisches Prozess können Sie auch den Internetseiten des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft entnehmen.

Das Klimaschutzgesetz schreibt außerdem eine Berichterstattung über die wesentlichen Folgen des Klimawandels für Baden-Württemberg sowie die Umsetzung und Wirkung wichtiger Anpassungsmaßnahmen vor. Beginnend im Jahre 2016 soll dazu alle drei Jahre ein Monitoringbericht erstellt werden.

Fachlicher und politischer Prozess

Die LUBW unterstützt die Landesregierung konzeptionell und fachlich bei der Erarbeitung einer Anpassungsstrategie an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels auf Landesebene. Mit der Anpassungsstrategie soll ein Prozess angestoßen werden, der dazu beiträgt,

  • die Vulnerabilität des Landes gegenüber dem Klimawandel zu mindern,
  • mögliche Klimafolgen und dabei entstehende Kosten zu senken und
  • Chancen zu nutzen.

Die Erarbeitung der Anpassungsstrategie erfolgt auf der Grundlage des gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisstands. Zunächst wurden dazu verschiedene Klimamodelle mit einem Ensemble-Ansatz ausgewertet, um Richtung und Bandbreite der zukünftigen klimatischen Entwicklung zu ermitteln. Basierend auf diesen"Klimatischen Leitplanken " haben wissenschaftliche Gutachter in einem weiteren Schritt die Verwundbarkeit des Landes gegenüber dem Klimawandel untersucht (Vulnerabilitätsanalyse). Diese Fachgutachten liegen jetzt zu folgenden acht Handlungsfeldern vor:

  • Wald und Forstwirtschaft
  • Landwirtschaft
  • Boden
  • Naturschutz
  • Tourismus
  • Gesundheit
  • Stadt- und Regionalplanung

Für das Handlungsfeld "Wirtschaft" fand ein Konsultationsverfahren mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft statt. Bei einem Stakeholder-Kongress im Juli 2013 wurden die Vulnerabilität verschiedener Branchen diskutiert und mögliche Anpassungsmaßnahmen erarbeitet.

Die "Klimatischen Leitplanken", die Fachgutachten und diese Stakeholder-Konsultation bilden die Grundlage für die Ableitung von Handlungszielen sowie Anpassungsmaßnahmen und -optionen. Der Landesregierung ist es zudem ein Anliegen in einem breit angelegten Beteiligungsprozess maßgebliche vom Klimawandel betroffene gesellschaftliche Gruppen einzubeziehen. Denn die Ausgestaltung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen ist eine gemeinsame Aufgabe für Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit.

So wurden in einem Kongress zur Anpassungsstrategie im November 2014 die Maßnahmenvorschläge mit Stakeholdern diskutiert und Vorschläge für die Weiterentwicklung und Umsetzung der Anpassungsstrategie erarbeitet. Die Verabschiedung der Anpassungsstrategie durch die Landesregierung ist für das Jahr 2015 geplant.

Die Aktivitäten des Landes zur Anpassung an den Klimawandel stehen auch im Zusammenhang zur Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) und zum Aktionsplan zur deutschen Anpassungsstrategie (APA), die vom Bundeskabinett im Jahr 2008 bzw. 2013 beschlossen wurden. Auch die EU hat im Jahre 2013 eine Anpassungsstrategie veröffentlicht.


Weitere Angebote zur Anpassungsstrategie:

Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel

EU Anpassungsstrategie