Klimafolgen und Anpassung

Die vergangenen Jahre geben einen Vorgeschmack darauf, welche Auswirkungen der Klimawandel auf unser tägliches Leben haben kann: Abgestorbene Bäume, Hitzebelastung in Städten, Schäden durch Starkregen sind nur einzelne Beispiele. Die Folgen des Klimawandels sind in allen Handlungsfeldern spürbar. Negative Auswirkungen können durch gezielte und rechtzeitige Anpassung vermieden werden. Das Land Baden-Württemberg hat sich im Klimaschutzgesetz, erstmalig in Kraft getreten in 2013, dazu verpflichtet mit einer Anpassungsstrategie dem weiteren Vorgehen einen Rahmen zu geben. Aktuelle Auswirkungen des Klimawandels sowie die Fortschritte in der Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen werden regelmäßig in einem Monitoringbericht zusammengefasst. Kommunen erfahren die direkten Folgen des Klimawandels vor Ort und müssen darauf reagieren. Um deren Perspektive im weiteren Angebot berücksichtigen zu können, hat sich die LUBW in einer 2019 durchgeführten Umfrage bei den Kommunen in Baden-Württemberg nach den festgestellten und erwarteten Folgen des Klimawandels sowie der Anpassung daran erkundigt.

Umfrage „Wie kommt der Klimawandel bei den Kommunen in Baden-Württemberg an?“

Im Umgang mit dem Klimawandel sind Kommunen besonders wichtige Akteure. Einerseits können Kommunen durch die Verringerung der klimawirksamen Emissionen wesentlich dazu beitragen, dass eine weitere Änderung des Klimas begrenzt wird. Anderseits müssen sie auf die nicht vermeidbaren und unmittelbaren Folgen des Klimawandels reagieren.

In einer Umfrage wurde der aktuelle Stand von Klimafolgen und Anpassung in den Kommunen Baden-Württembergs erfasst. Dabei lagen folgende Kernfragen zu Grunde:

  • Welche Folgen des Klimawandels bereiten den Kommunen die meisten Sorgen?
  • Wie weit ist die Anpassung auf kommunaler Ebene bereits fortgeschritten?

Insgesamt wurde mit 250 Antworten aus 719 direkt adressierten Kommunen und Kreisen eine erfreulich hohe Rücklaufquote von 35 % erreicht. Aus allen Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs ist mindestens eine Antwort eingegangen. Während über 95 % der teilnehmenden Kommunen die Auswirkungen des Klimawandels deutlich spüren, sehen die meisten noch deutlichen Handlungsbedarf in der Anpassung.

 

Weitere Informationen:

Veröffentlichung der Ergebnisse

Monitoringbericht Klimafolgen und Anpassung

Der Monitoringbericht beschreibt die wesentlichen Folgen des Klimawandels für Baden-Württemberg sowie die Umsetzung und Wirkung wichtiger Anpassungsmaßnahmen. Es werden dabei die neun Handlungsfelder aus der Anpassungsstrategie des Landes beleuchtet. Zusammenfassend zeigt der erste Monitoringbericht von 2017, beobachtbar und zukünftig, steigende Temperaturen auf, während sich in der Niederschlagsentwicklung ein saisonaler Trend zu trockeneren Sommern und feuchteren Wintern andeutet.

Die Auswirkungen sind in den Handlungsfeldern unterschiedlich. Klar erkennbar sind Veränderungen in den Vegetationszyklen von Pflanzen mit Bedeutung in Naturschutz und Biodiversität, Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Ferner zeigt sich die Hitzebelastung in Städten als deutliche Herausforderung für die Stadt- und Raumplanung.

Viele der in der Anpassungsstrategie vorgeschlagenen Maßnahmen konnten bereits begonnen werden. Eine ausführliche Betrachtung der Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen konnte aufgrund der zeitlichen Nähe der beiden Berichte noch nicht vorgenommen werden.

Sowohl im Monitoring der Klimafolgen als auch der Anpassung wurde eine Weiterentwicklung für notwendig befunden. Der Monitoringbericht ist im Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg (KSG) verankert und wird alle drei Jahre fortgeführt. Der nächste Bericht soll noch in 2020 veröffentlicht werden.

 

Weitere Informationen:

Indikatorenübersicht

Monitoringbericht 2017

Informationsangebot des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Anpassungsstrategie Baden-Württemberg

Die LUBW unterstützt die Landesregierung konzeptionell und fachlich bei der Erarbeitung einer Anpassungsstrategie an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels auf Landesebene. Mit der ersten Anpassungsstrategie in 2015 wurde ein Prozess angestoßen, der dazu beiträgt, die Vulnerabilität des Landes gegenüber dem Klimawandel zu mindern, mögliche Klimafolgen und dabei entstehende Kosten zu senken und Chancen zu nutzen.

Die Erarbeitung der ersten Anpassungsstrategie erfolgte auf der Grundlage des gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisstands. Zunächst wurden dazu verschiedene Klimamodelle mit einem Ensembleansatz ausgewertet, um Richtung und Bandbreite der zukünftigen klimatischen Entwicklung zu ermitteln. Basierend auf diesen"Klimatischen Leitplanken " haben wissenschaftliche Gutachter in einem weiteren Schritt die Verwundbarkeit des Landes gegenüber dem Klimawandel untersucht (Vulnerabilitätsanalyse). Diese Fachgutachten liegen zu folgenden acht Handlungsfeldern vor:

  • Wald und Forstwirtschaft
  • Landwirtschaft
  • Boden
  • Naturschutz
  • Wasserhaushalt
  • Tourismus
  • Gesundheit
  • Stadt- und Raumplanung

Für das Handlungsfeld "Wirtschaft" fand ein Konsultationsverfahren mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft statt. Bei einem Stakeholderkongress im Juli 2013 wurden die Vulnerabilität verschiedener Branchen diskutiert und mögliche Anpassungsmaßnahmen erarbeitet.

Die "Klimatischen Leitplanken", die Fachgutachten und die Stakeholderkonsultation bilden die Grundlage für die Ableitung von Handlungszielen sowie Anpassungsmaßnahmen und -optionen. Der Landesregierung ist es zudem ein Anliegen in einem breit angelegten Beteiligungsprozess maßgebliche vom Klimawandel betroffene gesellschaftliche Gruppen einzubeziehen. Denn die Ausgestaltung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen ist eine gemeinsame Aufgabe für Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit.

So wurden in einem Kongress zur Anpassungsstrategie im November 2014 die Maßnahmenvorschläge mit Stakeholdern diskutiert und Vorschläge für die Weiterentwicklung und Umsetzung der Anpassungsstrategie erarbeitet. Die Verabschiedung der Anpassungsstrategie durch die Landesregierung erfolgte im Jahr 2015.

Die Aktivitäten des Landes zur Anpassung an den Klimawandel stehen auch im Zusammenhang zur Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) und zum Aktionsplan zur deutschen Anpassungsstrategie (APA), die vom Bundeskabinett im Jahr 2008 bzw. 2013 beschlossen wurden. Auch die EU hat im Jahre 2013 eine Anpassungsstrategie veröffentlicht.


Weitere Angebote zur Anpassungsstrategie:

Anpassungsstrategie des Landes Baden-Württemberg

Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel

EU Anpassungsstrategie