Klimawandel in Baden-Württemberg

Der Klimawandel und seine Auswirkungen sind nicht nur ein globales Problem, sondern inzwischen auch in Baden-Württemberg zu beobachten. So stiegen die Jahresmitteltemperaturen in Baden-Württemberg seit Beginn der Aufzeichnungen 1881 bis 2020 um 1,5°C.


Dargestellt ist die Jahresmitteltemperatur Baden-Württembergs für die einzelnen Jahre von 1881 bis 2020 sowie die lineare Regression und das dreißigjährige gleitende Mittel. Der Temperaturanstieg beträgt seit 1881 1,5 °C. Besonders ab den 1990er-Jahren wird der Anstieg sehr deutlich, in den letzten 30 Jahren ist die Jahresmitteltemperatur Baden-Württembergs um 1,1 °C gestiegen. Das letzte Maximum der Temperatur war 2018 mit 10,4 °C.Jahresmitteltemperaturen (in °C) für Baden-Württemberg 1881-2020
 

Zudem zeigen sich in der Natur und Umwelt erste Veränderungen, die auf den Klimawandel der letzten drei bis vier Dekaden zurückzuführen sind:

  • Extremereignisse wie beispielsweise Hochwasser und Hagel treten häufiger auf,
  • Flora und Fauna haben sich verändert, indem neue Arten heimisch und andere verdrängt werden,
  • Blühtermine haben sich verfrüht und die Vegetationsperiode insgesamt verlängert,
  • die Vitalität der Hauptbaumarten hat gelitten,
  • bisher nicht einheimische Vektoren für Krankheiten sind erstmals aufgetreten,
  • Allergie auslösende Pflanzenarten siedeln sich an und verbreiten sich.
 
 
 
 
 

Klimabilanz 2020

Bild: LUBW (C. Buhk)

 

Der Bericht der LUBW mit dem Titel "Hohe Temperaturen und Trockenheit hinterlassen ihre Spuren – Eine klimatische Einordnung des Jahres 2020 für Baden-Württemberg" zeigt anschaulich, dass der Klimawandel in Baden-Württemberg sichtbar wird. Wieder war es ein zu heißes Jahr, wieder regnete es zu wenig, wieder ein Rekordjahr.

2020 war das zweitwärmste und zweitsonnigste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Es gehört zu den zehn heißesten je gemessenen Jahren. Hohe Lufttemperaturen und stabile Hochdruckwetterlagen führten zu erhöhten Ozonkonzentrationen. 2020 war wieder ein niederschlagarmes Jahr, das deutlich an den Wasserreserven zehrte. Insbesondere im Boden kam es nach 2015 und 2018 erneut zu einer außergewöhnlichen Dürre. Noch nie wurden seit Bestehen des Grundwasserstandsmessnetzes so geringe Grundwasserstände und Quellschüttungen gemessen.

Die meteorologischen und hydrologischen Veränderungen wirken sich auf die Natur aus: Die Apfelblüte war in 2020 fast einen Monat früher als im vieljährigen Mittel 1961-1990. Regenwürmer – wichtige Indikatoren für die Gesundheit der Böden – leiden zunehmend. Deren Populationen sind aufgrund der Folge mehrerer trockener Jahre deutlich eingebrochen und erholen sich nur langsam.

Klima ist der typische jährliche Verlauf der Witterung an einem Ort, gemittelt über einen genügend langen Zeitraum (i.d.R. 30 Jahre). Vorliegender Bericht zeigt, wie schnell sich die Witterung, die für die Jahreszeiten in Baden-Württemberg typisch sind, in den letzten Jahren geändert hat.

 

Weitere Informationen

Klimabilanz 2019

Klimabilanz 2018

Klimawandel in Baden-Württemberg

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