Landwirtschaft

Landwirtschaft


Die 40.000 landwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg sind wie kein anderer Wirtschaftszweig vom Klimawandel betroffen. Besonders die temperaturabhängigen Klimakennwerte entscheiden über die künftige Produktivität unserer Lebensmittelerzeuger. Höhere mittlere Temperaturen könnten die Sortenwahl im Obst-, Gemüse- und Weinbau erweitern und bieten insofern auch Chancen für die Landwirtschaft im Südwesten. Wärmeliebende Feldfrüchte wie Soja, Sorghum und Mais könnten ihre Anbaugebiete ausweiten.

Wärmeliebende Unkräuter, Schädlinge, krankheitserregende Bakterien und Pilze werden allerdings ebenfalls vom Klimawandel profitieren und das Produktionsrisiko erhöhen. Mit einem verstärkten Auftreten von vektorübertragenen Krankheiten ist sowohl bei Pflanzen, als auch bei Tieren zu rechnen. Besonders schädlich wirkt sich die Zunahme der Hitzetage aus. Temperaturen über 30 Grad können im Pflanzenbau den Ertrag und die Qualität der Produkte mindern und verschlechtern das Wohlbefinden und die Leistung unserer Nutztiere. Besonders betroffen sind die bereits heute warmen Regionen Rhein/Bodensee und Unterland/Gäue. Bei Getreide und weniger hitze- und trockentoleranten Kulturen wie Kartoffeln und Raps wird der Ertrag in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts eher sinken.

Auch wenn die Niederschläge in der Vegetationsperiode gemäß den Klimamodellen nur moderat abnehmen werden, wird die Vulnerabilität gegenüber Trockenheit insgesamt zunehmen, weil die Wasserverdunstung aus Boden und Pflanze mit der Temperatur steigt. Besonders vulnerabel sind die im Landesmaßstab bereits heute trockenen Regionen Bauland/Hohenlohe und Albvorland/Schwäbischer Wald. Die steigenden CO2-Gehalte in der Atmosphäre wirken sich auf einige Kulturpflanzen ertragssteigernd aus, verändern aber auch manche Qualitätseigenschaften wie zum Beispiel den Rohproteingehalt von Getreide.

Die hier vorgestellten Chancen und Risiken der Klimaveränderungen für die Landwirtschaft basieren auf einem Fachgutachten des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums (LTZ) Augustenberg.