Schädlinge

Fazit: Das Vorkommen von Wärme liebenden Schädlingen und Schaderregern wird künftig zunehmen. Manche Schädlinge wie der Eichenprozessionsspinner wirken sich auch auf die menschliche Gesundheit negativ aus. Durch Hitze und Trockenstress vorgeschädigte Bäume reagieren empfindlich und sind wesentlich anfälliger für Kalamitäten.

Schädlinge sind im Kommen

Nach lang anhaltenden Trockenperioden verringern Bäume nicht nur ihre Zuwachsleistungen, sondern sind auch besonders empfindlich für weitere Schädigungen ("Sekundärschäden"). So werden durch Trockenheit geschwächte Fichten wesentlich stärker vom Borkenkäfer befallen als gut mit Wasser versorgte Bäume. Zunehmende Temperaturen ermöglichen zudem Insektenarten wie dem Borkenkäfer eine Erhöhung der Generationenanzahl pro Jahr und die Anlage von Geschwisterbruten mit dementsprechender Zunahme der Nachkommenschaften und damit des Schadpotenzials. Als Hinweis auf eine erhöhte Mortalität von Bäumen, sei es direkt durch Wassermangel oder indirekt durch Insektenbefall, sind nachfolgend die Holzmengen dargestellt, die nach einer lang anhaltenden Trockenperiode im Jahr 2003 als geschädigt eingeschlagen (sog. zufällige Nutzung) verbucht wurden.

Borkenkäfergänge  Eichenprozessionsspinner

Borenkäfergänge, Eichenprozessionsspinner

Schwammspinner, Eichenprozessionsspinner und Eichenprachtkäfer finden seit etwa 20 Jahren durch den Klimawandel in Baden-Württemberg deutlich günstigere Entwicklungsbedingungen als in der Vergangenheit. Mittlerweile kommt der Eichenprozessionsspinner fast überall dort vor, wo Eichenbestände weiter verbreitet sind. Dies kann in Eichenwäldern zu vermehrtem Blattfraß und Folgeschäden bis hin zu Kahlfraß führen. Der Anstieg seiner Verbreitung hat bisher weit größere Folgen auf die gesundheitliche Gefährdung für Menschen als direkt auf den Wald.

 

 Zufällige Nutzung an Insektenholz im Gesamtwald Baden-Württemberg

Zufällige Nutzung an Insektenholz im Gesamtwald Baden-Württemberg seit 1984

Bei dem anfallenden Holz handelte es sich überwiegend um Fichten. Die Trockenheit im Jahr 2003 führte zu einem deutlichen Anstieg der Insektenholzmengen, der auch in den darauf folgenden drei Jahren anhielt und erst später allmählich abebbte.
 

Jährliche Befallsflächen des Eichenprozessionsspinners  Jährliche Befallsflächen des Eichenprozessionsspinners

Jährliche Befallsflächen des Eichenprozessionsspinners

Zudem rechnen Experten damit, dass sich in den kommenden Jahren bisher nicht heimische Schadinsekten ausbreiten, auf die das Ökosystem Wald nicht ausreichend angepasst sein könnte, wie beispielsweise der Pinienprozessionsspinner. Ein Beispiel für neu vorkommende Insektenarten in Baden-Württemberg ist das vermehrte Auftreten des in China beheimateten Buchsbaumzünslers (Cydalima perspectalis). Auch bei anderen, neu auftretenden Insektenarten, die starke Schäden an Bäumen und Nutzholz anrichten können, wird eine verstärkte Vermehrung bei zunehmenden Durchschnittstemperaturen befürchtet. Zu nennen sind hier der Asiatische Laubholzbock (Anoplophora glabripennis) oder der Schwarze Nutzholzborkenkäfer (Xylosandrus germanus).