Schutzgut Siedlungsgrün

Risiko für Schäden an Erholungsflächen

Fazit: Lang anhaltende Hitzeperioden setzen Pflanzen einem starken Hitze- und Trockenstress aus, der sie schädigen oder gar sterben lassen kann. Dabei sind gesunde Pflanzen auf Erholungsflächen umso wichtiger, je mehr die Erwärmung durch den Klimawandel zunimmt. Schäden am Grünbewuchs und damit an Erholungsflächen können sich daher gleich mehrfach negativ auswirken. Im Ergebnis sind vor allem die Erholungsflächen in den verstädterten und tiefer liegenden Kreisen gefährdet.


Stadtpark

 

Erholungsflächen übernehmen wichtige Funktionen für das lokale Mikroklima (zum Beispiel Kühleffekt, Luftreinhaltung), den Wasserhaushalt (zum Beispiel Retention, Grundwasserentstehung), den Klimaschutz (zum Beispiel weniger Freizeitverkehr) und bieten unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Die Erholungsflächen sind daher ein Schutzgut, dessen Schädigung sich in mehrfacher Weise negativ auswirken kann.

Als Indikator im Gutachten wurde für die Landkreise die absolute Fläche der vorhandenen Erholungsflächen gewählt, für die Stadtkreise der Prozent-Anteil der Erholungsfläche an der Siedlungs- und Verkehrsfläche. Je kleiner der Prozent-Anteil ist, desto urbaner und damit auch anfälliger für lokale Hitzeinseln ist der Stadtkreis. Um das Risiko einer (dauerhaft) die Funktion einschränkenden Schädigung zu untersuchen, wurden hier die "Heißen Tage" und die "Hitzeperioden-Tage" als Klimafaktoren verwendet. Die Untersuchung ergab, dass die Kreise Mannheim, Rhein-Neckar, Karlsruhe (Landkreis und Stadtkreis), Heilbronn (Landkreis), Ludwigsburg, Böblingen, Baden-Baden, Ulm und der Ortenaukreis für dieses Risiko als hoch vulnerabel einzustufen sind.

 

Vulnerabilität der Stadt- und Landkreise für Schädigung von Erholungsflächen

Potenzielle Vulnerabilität der Stadt- und Landkreise für Schädigung von Erholungsflächen in der nahen Zukunft (2021-2050; p50.0); eigene Darstellung; Legende: rot = hoch; orange = mittel; gelb = gering; (Quelle: Fachgutachten im Handlungsfeld Stadt- und Raumplanung, Hemberger und Utz 2013)