Wirksame Klimafaktoren

Sommerliche Abkühlung


Für das Handlungsfeld Stadt- und Raumplanung sind vor allem Klimafaktoren zur Hitzebelastung bedeutsam. Dazu zählen insbesondere die Faktoren "Heiße Tage", "Sommertage", "Hitzeperioden-Tage" und "Kühlgradtage". Die heute im landesweiten Durchschnitt beobachteten 4 heißen Tage oder auch Tropentage im Jahr vervielfachen sich im Median der Projektionen für die ferne Zukunft auf fast 25 Tage im Jahr. Die Bandbreite der projizierten Zunahme liegt dabei zwischen 5 und 28 Tagen (beim 15. bzw. 85. Perzentil der Kennzahl). Regional betrachtet unterscheiden sich die Hitzebelastungen erheblich von diesen Durchschnittswerten.


Anzahl heißer Tage (Tropentage) in Baden-Württemberg in der nahen Zukunft

Median der Anzahl heißer Tage (Tropentage) in Baden-Württemberg in der nahen Zukunft; Darstellung im 25x25-km-Raster; Umrisse der Kreise hinterlegt; Quelle: Fachgutachten im Handlungsfeld Stadt- und Raumplanung , Hemberger und Utz 2013


Die Zahl der Sommertage kann von heute 30 Tagen um 4 Tage (15. Perzentil) bis 18 Tage (85. Perzentil) in der nahen Zukunft zunehmen. Für die ferne Zukunft zeigen die Projektionen sogar eine Zunahme der Sommertage um 20 (15. Perzentil) bis 44 Tage (85. Perzentil).
Die Hitzeperioden-Tage, also 3 Tropentage hintereinander, nehmen ebenfalls zu: Auch wenn in der nahen Zukunft keine nennenswerte Veränderung zu erwarten ist, so steigen die Hitzeperioden-Tage in der fernen Zukunft von heute 3,6 um 0,9 Tage (50. Perzentil) an, beim 85. Perzentil sogar um weitere 3,6 Tage.

Deutlich wird die größere Hitzebelastung in der Zukunft auch bei den Kühlgradtagen: Diese steigen von heute 77 Kelvin*Tage in der nahen Zukunft um 24 (15. Perzentil) bis 109 (85. Perzentil) K*d an. In der fernen Zukunft beträgt die Zunahme sogar 90 bzw. 335 K*d.
Außer den beschriebenen Klimafaktoren ist bei der Stadt- und Raumplanung auch noch der Urbane Hitzeinseleffekt zu beachten. Dabei kann es in stark versiegelten Stadtgebieten zu stärkeren Temperaturanstiegen und damit verbundenen Hitzephasen kommen, die häufig mit einer geringeren nächtlichen Abkühlung verbunden sind. In der Stadt Stuttgart kann es beispielsweise bis zu 7 °C wärmer sein als im Umland. Aber auch bei kleineren Städten ist ein Hitzeinseleffekt feststellbar.

Während der Schwarzwald und die Schwäbische Alb mit ihren Höhenlagen künftig den geringsten Hitzebelastungen ausgesetzt sein werden, weisen die tieferen Lagen wie die oberrheinische Tiefebene, der Kraichgau und das Neckarbecken die höchsten Belastungen auf. Für den stark verdichteten Stuttgarter Raum gehen die Klimamodelle davon aus, dass die gegenwärtigen 20 Tropentage im Jahr deutlich zunehmen werden: In der nahen Zukunft werden es nach den Projektionen am oberen Rand der Bandbreite (85. Perzentil) etwa 32 Tropentage sein und in der fernen Zukunft sogar 52 Tage. Im Rheintal ist stellenweise mit einer noch stärkeren Zunahme der Zahl der Tropentage zu rechnen.

Gezeigt wird die Titelseite der Veröffentlichung "Klimazukunft Baden-Württemberg - Was uns ohne effektiven Klimaschutz erwartet"Klimazukunft Baden-Württemberg - Was uns ohne effektiven Klimaschutz erwartet

Klimaleitplanken 2.0


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