Hintergrund und Eckdaten

Aktuelle Waldflächenanteile der Hauptbaumarten Baden-WürttembergsBaumartenanteil in BWBaden-Württemberg zählt mit rund 1,4 Millionen Hektar Wald und einem Waldanteil von 38 % an der Landesfläche zu den waldreichsten Bundesländern in Deutschland. Nach den Ergebnissen der Bundeswaldinventur beträgt der gesamte Holzvorrat der Wälder in Baden-Württemberg 471 Mio. Vorratsfestmeter (Volumen des Stamm- und Astholzes über 7 cm Durchmesser; 1 Festmeter = 1 m3). Baden-Württemberg gehört damit zusammen mit Bayern zu den holzvorratsreichsten deutschen Bundesländern.

Nach der letzten Inventur besteht der Gesamtwald Baden-Württembergs zu 58 % aus Nadelbäumen und zu 42 % aus Laubbäumen. Mit einem Flächenanteil von 38 % stellt die zuwachsstarke Fichte (Picea abies) die wichtigste Baumart dar und ist in allen Landesanteilen – mit Ausnahme des Oberrheingrabens – stark vertreten. Es folgen Buche (Fagus sylvatica) mit 21 % sowie Tanne (Abies alba), Stiel- und Traubeneiche (Quercus robur, Quercus petraea) und Waldkiefer (Pinus sylvestris) mit Anteilen von jeweils 7 bis 8 %. Die Buntlaubhölzer Esche, Ahorn und Hainbuche nehmen zusammen etwa 9 %der Waldfläche ein. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Baumartenzusammensetzung zugunsten der Laubbäume (+ 7 %) verschoben. Durch hohe Sturmschäden und Borkenkäferbefall sowie durch gezielte waldbauliche Maßnahmen hat insbesondere die Fichte deutlich an Fläche verloren (- 6 %).

Eigentumsverhältnisse: Jede Gemeinde hat Wald, 25 Prozent sind Staatsforst

Rund 40 Prozent des Waldes ist im Besitz der Kommunen: Im Durchschnitt verfügt jede der 1100 Gemeinden des Landes über rund 500 Hektar Wald. Fast ebensoviel Waldfläche (36 %) ist in privater Hand, und etwa 24 % der Waldfläche gehören als Staatswald dem Land Baden-Württemberg, der vom Landesbetrieb ForstBW nach dem Konzept der "Naturnahen Waldwirtschaft" bewirtschaftet wird.

Funktionen und Ziele

Die grundlegenden Ziele einer Anpassungsstrategie gegenüber dem Klimawandel sind im Landeswaldgesetz Baden-Württemberg vorgegeben. Hauptziele sind die Walderhaltung sowie die Erfüllung der vielfältigen Funktionen des Waldes auch unter sich ändernden klimatischen Bedingungen. Weitere Ziele sind:

  • Nutzfunktion: Nachhaltige Produktion von Holz- und Nichtholzprodukten
  • Schutzfunktion: Klima, Wasser, Luft, Boden, Landschaftsbild, Artenschutz
  • Erholungsfunktion für die Bevölkerung

Rechts: Aktuelle Waldflächenanteile (in Prozent) der Hauptbaumarten Baden-Württembergs in den Wuchsgebieten. Daten: MLR (2011)


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