Gesamtbewertung Vulnerabilität

Der Klimawandel beeinflusst den Wasserhaushalt im Land. Die Veränderungen von Niederschlag und Temperatur haben teilweise deutliche Auswirkungen auf die Wasserhaushaltskomponenten Verdunstung, klimatische Wasserbilanz, auf das Abflussverhalten, die Grundwasserneubildung, die Schneemenge und Schneeschmelze.

Wir müssen uns in Zukunft auf häufigere Starkregenereignisse, mehr und längere Hitzeperioden und Trockenphasen vor allem im Sommer und vermehrte Niederschläge und Hochwasserereignisse vor allem im Winterhalbjahr einstellen. Der Gesamtniederschlag pro Jahr wird sich voraussichtlich nur gering ändern, aber saisonal verschieben: künftig wird es im Winter häufiger regnen als bisher, aber weniger Schneefall geben. Damit wird die Hochwassergefahr weiter steigen. Künftig großflächig auftretende Niedrigwasserereignisse können zu erheblichen Beeinträchtigungen in der Binnenschifffahrt und Energiewirtschaft (Kraftwerkskühlung) aber auch bei der Gewässerqualität führen. Die Grundwasserneubildung ist dagegen auch in Zukunft nicht gefährdet: Trinkwasser steht in guter Qualität und auch künftig ausreichend zur Verfügung. Von den klimabedingten Veränderungen im Wasserhaushalt sind alle weiteren Handlungsfelder der Anpassungsstrategie mittelbar oder unmittelbar betroffen.

Die Vulnerabilität des Wasserhaushalts wird für die Bereiche Hochwasser, Niedrigwasser, Gewässerökologie sowie im Bereich der Siedlungsentwässerung für Überflutungen durch Starkregen und für Emissionen aus Mischwasserentlastungen als hoch eingestuft. Hierbei handelt es sich um Bereiche, die maßgeblich von kurzfristigen Niederschlagsereignissen und/oder der Zunahme von Trockenperioden beeinflusst werden. Diese Bereiche weisen eine hohe Sensitivität (Empfindlichkeit) und starke potenzielle Auswirkungen auf. Der höchste Handlungsdruck wird für die fließgewässerbezogenen Handlungsfelder gesehen, der niedrigste Handlungsdruck für den Bodensee, das Grundwasser, das Trinkwasserdargebot und die Abwasserreinigung, da hier die Vulnerabilität und/oder die Dringlichkeit als gering eingestuft werden.

Gerade die Projektionen zu kurzfristigen Niederschlagsereignissen und Trockenperioden sind noch mit großen Unsicherheiten verbunden, wodurch die getroffene Einschätzung der Vulnerabilität ebenfalls mit großen Unsicherheiten behaftet ist.
 

Darstellung der Vulnerabilität des Wasserhaushalts als kombinierte Betrachtung aus Exposition, Sensitivität und Anpassungskapazität

Schwerpunktthema Exposition Sensitivität, pot. Auswirkungen Anpassungskapazität Vulnerabilität
Hochwasser hoch hoch mittel hoch
Niedrigwasser hoch hoch gering hoch
Gewässerökologie hoch hoch mittel hoch
Siedlungsentwässerung
- Überflutung hoch hoch mittel hoch
- Regen-/Mischwassereinleitungen hoch hoch mittel hoch
- Abwasserreinigung hoch mittel hoch gering
Grundwasser hoch mittel mittel mittel
Trinkwasser
- Wasserdargebot hoch mittel mittel mittel
- Infrastruktur hoch mittel mittel mittel
- Wasserabgabe hoch mittel gering hoch
Bodensee
- Zirkulationsverhalten hoch mittel mittel mittel
- Niedrigwasser hoch mittel hoch gering