Wirksame Klimafaktoren

Klimaerwärmung im Süden Deutschlands

Die Klimaerwärmung im Süden Deutschlands ist bereits Tatsache: Veränderungen der Jahresmitteltemperatur (in °C) der Zeitspanne 2006-2010 im Vergleich zu den Jahren 1961-1990 (Grafik: KLIWA)
 

Das Klima der Zukunft:

Heißere Sommer mit weniger Niederschlag, wärmere Winter mit mehr Niederschlag ...

Wichtige Klimafaktoren für den Wasserhaushalt sind insbesondere der Niederschlag und die Lufttemperatur. Dabei zeigt sich, dass der Klimawandel bereits in vollem Gang ist: Die Lufttemperatur im Süden Deutschlands ist im Zeitraum 1931-2010 um 0,9 bis 1,2°C gestiegen, dabei am stärksten seit den 1990er Jahren. Nach den Klimaprojektionen wird die Jahresmitteltemperatur in Baden-Württemberg auch in der nahen Zukunft (bis 2050) weiter deutlich zunehmen – von jetzt 8,4°C im Jahresmittel um 1,1 Grad auf 9,5°C. Die Zunahmen fallen im hydrologischen Winter (November bis April) je nach Region mit bis zu ca. 1,7 °C stärker aus als im hydrologischen Sommer (Mai bis Oktober) mit Zunahmen bis zu ca. 1,4 °C. Die erwartete Temperaturzunahme im Winter hat großen Einfluss auf die Zwischenspeicherung von Niederschlag als Schnee und kann somit entscheidend für die zukünftig zu erwartenden Abflussverhältnisse sein. Bereits heute ist festzustellen, dass sich die mittleren Schneeverhältnisse, insbesondere in den Lagen unterhalb 1.000 Meter über dem Meeresspiegel, verschlechtert haben.

Die Temperaturzunahme im Sommer, insbesondere die Vervielfachung der Zahl der heißen Tage (Tage mit einer Maximaltemperatur von mehr als 30°C) hat deutliche Auswirkungen auf die Verdunstung und führt auch zu einem Anstieg der Temperaturen in Gewässern. Das projizierte Jahresmittel der Temperatur für die ferne Zukunft (bis 2100) steigt sogar auf 11,5°C und damit auf Werte, wie sie jetzt nördlich von Rom gemessen werden.
 

Zunahme der Winterniederschläge

Die Winterniederschläge haben in den letzten Jahrzehnten bereits deutlich zugenommen;
Veränderung in Prozent gegenüber dem Mittelwert der Periode 1932-2010
(Grafik: KLIWA, Klimamonitoring-Bericht 2011)


Die zur Abschätzung der Abflussbildung bedeutsamen Niederschlagsprojektionen sind mit größeren Unsicherheiten behaftet als die Projektionen zur künftigen Temperaturentwicklung. Trotz der räumlichen Unschärfe sind regionale Unterschiede beim Niederschlag erkennbar. In der nahen Zukunft wird sich die Jahressumme der Niederschläge nur wenig verändern.

Die Winterniederschläge jedoch werden zunehmen. Je nach Region und Modell beträgt die unterschiedlich stark ausgeprägte Zunahme im Allgemeinen 10 bis 15 Prozent Besonders betroffen hiervon sind der Schwarzwald und das Alpenvorland. Ebenfalls steigen wird die Zahl der Tage mit hohen Niederschlägen (mehr als 25 mm pro Tag) im Winter – und damit die Hochwassergefahr. Für die Landwirtschaft ist bedeutsam, dass im Sommer Trockenperioden voraussichtlich länger andauern werden.
 

Simulationen sind keine sicheren Prognosen

Um die Aussagekraft der Ergebnisse der regionalen Klimaprojektionen zu erhöhen, wurden für Baden-Württemberg 24 Klimamodelle für die nahe und 15 Klimamodelle für die ferne Zukunft in einem Ensemble-Ansatz untersucht. So kann die Bandbreite, die Richtungssicherheit für jeden der untersuchten Klimaparameter und die Stärke des Klimasignals angegeben werden. Die simulierten Veränderungen in der Zukunft können auf diese Weise verlässlicher bewertet werden. Die Auswirkungen der Klimaveränderungen auf den Wasserhaushalt sind letztendlich nur über Berechnungen mit Wasserhaushaltsmodellen abschätzbar. Umfangreiche Untersuchungen und Simulationen wurden im Rahmen von KLIWA durchgeführt.

Allerdings ist der Klimawandel nicht alleiniger Einflussfaktor auf den Wasserhaushalt. Auch der demografische Wandel, Änderungen der Landnutzung, die Bereitstellung von Energie, veränderte gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen sowie der wissenschaftliche und technische Fortschritt sind von Bedeutung für die Wasserwirtschaft. Aussagen zum Klimawandel und seine Auswirkungen auf den Wasserhaushalt sind daher nicht isoliert, sondern immer vor dem Hintergrund sonstiger regionaler und globaler Einflüsse zu betrachten.


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