Bewertungsbeispiele Biotoptypen Offenland

(Stand 2011)

Ökokonto-Maßnahmen im Offenland sind insbesondere in Natura 2000-Gebieten, Naturschutzgebieten oder Naturdenkmalen möglich. Außerhalb dieser Schutzgebiete können Ökokonto-Maßnahmen im Rahmen eines Landschaftsrahmenplans, eines Landschaftsplans oder aufgrund sonstiger naturschutzfachlicher Planungen durchgeführt werden.

Die Bewertungen im Bereich des Schutzguts Biotope erfolgen mit Hilfe der Biotopwertliste (Anlage 2, Tabelle 1 ÖKVO), die für jeden Biotoptyp Baden-Württembergs im sogenannten Feinmodul einen Rahmen von Ökopunkten je Quadratmeter vorgibt. Dieses Feinmodul enthält für jeden Biotoptyp einen Normalwert für dessen normale Ausprägung sowie eine Wertspanne für abweichende, durch ab- oder aufwertende Faktoren begründete Biotoptyp-Ausprägungen. Das Feinmodul ist für die Wertermittlung des Ausgangszustands einer Fläche und für die Ermittlung des Zielwertes im Wirkungsbereich ‚Verbesserung der Biotopqualität' zu verwenden. Außerdem ist dieses Modul zur Bestimmung des Zielwertes bei dem Wirkungsbereich ‚Schaffung höherwertiger Biotoptypen' heranzuziehen, soweit diese Biotoptypen im Zuge der Maßnahme sofort entstehen. Der für einen konkreten Biotop ermittelte Wert ist fachlich zu begründen. Eine überdurchschnittliche Ausprägung des Biotops kann durch eine überdurchschnittliche Artenausstattung oder durch besondere Standortqualitäten begründet sein.

Bei der Planung höherwertiger Biotoptypen, die über einen längeren Zeitraum entwickelt werden müssen, sind in der Biotopwertliste zusätzlich Prognosewerte (Planungsmodul) vorgegeben, in der Regel ebenfalls mit Normalwert und Wertspanne.


Hier finden Sie Beschreibungen von Biotoptypen und Beispiele zur Bilanzierung von Biotopen bestimmter Ausprägungen. Das Angebot dieser Seite wird fortlaufend ergänzt.

Glatthafer-Wiese in der Vorbergzone bei Malsch

Fettwiese in den Ortenau-Bühler Vorbergen bei Malsch,  Peter Vogel

 

Beschreibung des Biotoptyps

Mäßig artenreiche bis artenarme Wiese, in der Obergräser oder hochwüchsige Stauden dominieren. Untergräser und Magerkeitszeiger stark zurücktretend. Auf gut gedüngten oder von Natur aus nährstoffreichen Standorten.

 

Bewertungsrahmen

Feinmodul Planungsmodul
8 - 13 - 19 8 - 13



Erläuterungen zu den häufigen Bewertungsattributen

überdurchschnittliche Artenausstattung

  • Artenreicher Bestand (Orientierungswert: > 28 Arten/25 m²).
  • Nennenswerte Beimischung von Arten der Magerwiesen, z. B. Anthoxanthum odoratum, Centaurea jacea, Helictotrichon pubescens, Leucanthemum ircutianum, Luzula campestris, Knautia arvensis, Rhinanthus alectorolophus, Tragopogon pratensis oder Salvia pratensis.


beeinträchtigt

  • Starke Düngung: Hervortreten von Nährstoffzeigern wie Anthriscus sylvestris, Crepis biennis, Heracleum sphondylium, Phleum pratense, Poa trivialis, Rumex obtusifolius und Taraxacum sectio Ruderalia.
  • Tritt, Beweidung: Schädigung der Grasnarbe und Vorkommen von trittunempfindlichen Arten wie Capsella bursa-pastoris, Plantago major, Poa annuasowie von Weideunkräutern wie Cirsium arvense, Cirsium vulgare, Equisetum arvense, Rumex obtusifolius, Senecio jacobea.
  • Brache: Grasnarbe durch Streuauflage verfilzt, Dominanz einzelner durch Brache geförderter Arten (z.B. Arrhenatherum elatius, Holcus lanatus) oder Vorkommen von Brachezeigern wie Aegopodium podagraria, Calystegia sepium, Galeopsis tetrahit, Rubus caesius, Solidago canadensis und Urtica dioica.


artenarme Ausbildung

Orientierungswert: < 20 Arten/25 m²

Stark beeinträchtigter Bestand

Glatthafer-Wiese in der Kinzig-Murg-Rinne bei Malsch
Stark beeinträchtigte Glatthafer-Wiese in der Kinzig-Murg-Rinne bei Malsch,  Peter Vogel

Beschreibung

Die Fettwiese liegt auf einem betont frischen bis etwas feuchten Niederungsstandort, der infolge starker Düngung eutrophiert ist. Es dominieren daher Nährstoffzeiger und der Bestand ist dicht- und hochwüchsig. Eine hohe Deckung weisen Grasartige auf, insbesondere Wolliges Honiggras (Holcus lanatus), Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis), Glatthafer (Arrhenatherum elatius) und Rohr-Schwingel (Festuca arundinacea). Unter den Stauden fallen die Störungszeiger Große Brennnessel (Urtica dioica) und Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense) ins Auge. Ihr Auftreten ist die Folge einer zeitweilig intensiven Beweidung der Fläche. Die natürlichen Standortverhältnisse (mäßig feucht, mäßig nährstoffarm) werden nur noch durch Mädesüß (Filipendula ulmaria) und Gras-Sternmiere (Stellaria graminea) angezeigt. Der Bestand ist mit 16 Arten/25 m² artenarm, wertgebende Arten sind nicht vertreten.


Bewertung

Der Biotopwert liegt mit 9 Ökopunkten/m² 30 % unter dem Normalwert des Feinmoduls.


Begründung

Artenarmer, durch Eutrophierung und Hervortreten von Störungszeigern erheblich beeinträchtigter Bestand ohne wertgebende Arten.
 

Vegetationsaufnahme

Aufnahmefläche (m²) 25
Gesamtdeckung (%) 98
Artenzahl 16
typische Arten:
Holcus lanatus 3
Alopecurus pratensis 2b
Arrhenatherum elatius 2b
Festuca arundinacea 2b
Plantago lanceolata 2m
Stellaria graminea 2m
Elymus repens 1
Galium album 1
Heracleum sphondylium 1
Phleum pratense 1
Ranunculus repens 1
Vicia sepium 1
Filipendula ulmaria +
Ranunculus acris +
Störungszeiger:
Urtica dioica 2a
Cirsium arvense 2m

Überdurchschnittlich ausgebildeter Bestand

Überdurchschnittlich ausgebildete Fettwiese

Überdurchschnittlich ausgebildete Fettwiese in der Kinzig-Murg-Rinne bei Malsch, Peter Vogel 2010

 

Beschreibung

Die Fettwiese liegt auf einem frischen bis mäßig feuchten, mäßig gedüngten Niederungsstandort. Sie ist recht dicht- und hochwüchsig. Eine hohe Deckung weisen Grasartige auf. Besonders häufig ist das Wollige Honiggras (Holcus lanatus). Verbreitet ist auch der für etwas feuchte Standorte typische Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis). Dagegen tritt der Feuchte meidende Glatthafer (Arrhenatherum elatius) stark zurück. Stauden sind nur untergeordnet vertreten, so dass sich die Wiese blütenarm zeigt. Typische Arten sind Weißes Wiesenlabkraut (Galium album), Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata) und Wiesen-Platterbse (Lathyrus pratensis). In nennenswertem Umfang treten Arten auf, welche die natürlichen Standortverhältnisse (mager bzw. feucht) anzeigen: Gewöhnliches Ruchgras (Anthoxanthum odoratum), Gras-Sternmiere (Stellaria graminea), Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis), Großer Wieseknopf (Sanguisorba officinalis), Sumpf-Hornklee (Lotus uliginosus), Mädesüß (Filipendula ulmaria) und Zweizeilige Segge (Carex disticha). Der Bestand ist mit 29 Arten/25 m² außerdem überdurchschnittlich artenreich.

 

Bewertung

Der Biotopwert liegt mit 17 Ökopunkten/m² 30 % über dem Normalwert des Feinmoduls.

 

Begründung

Überdurchschnittlich artenreicher Bestand, besondere Standortausbildung mit Vorkommen von Magerkeits- und Feuchtezeigern.

 

Vegetationsaufnahme

Aufnahmefläche (m²)  25
Gesamtdeckung (%) 95
Artenzahl 29
Arten:
Holcus lanatus 4
Alopecurus pratensis 2b
Festuca rubra 2m
Anthoxanthum odoratum 2m
Poa pratensis 2m
Poa trivialis 2m
Agrostis capillaris 1
Ajuga reptans 1
Cardamine pratensis 1
Deschampsia cespitosa 1
Elymus repens 1
Festuca pratensis 1
Galium album 1
Glechoma hederacea 1
Lathyrus pratensis 1
Lysimachia nummularia 1
Plantago lanceolata 1
Stellaria graminea 1
Trisetum flavescens 1
Vicia sepium 1
Arrhenatherum elatius +
Carex disticha +
Carex hirta +
Dactylis glomerata +
Filipendula ulmaria +
Lotus uliginosus +
Taraxacum sectio Ruderalia +
Geum urbanum r
Sanguisorba officinalis r

Normal ausgebildeter Bestand

Normal ausgebildete Fettwiese

Normal ausgebildete Fettwiese im Tauberland bei Lauda, Peter Vogel

 

Beschreibung

Die Fettwiese liegt auf einem frischen, nährstoffreichen Auenstandort. Sie wird gut gedüngt und zwei- bis dreischürig gemäht. Die Vegetation ist dicht- und hochwüchsig und wird von nährstoffliebenden Arten geprägt. Stauden und Grasartige sind gleichermaßen stark vertreten. Die höchste Deckung hat der Wiesenlöwenzahn (Taraxacum sectio Ruderalia). Verbreitet sind außerdem Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris), Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium), Wiesen-Klee (Trifolium pratense), Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis) und Gewöhnliches Rispengras (Poa trivialis). Der Bestand ist mit 24 Arten/25 m² normal artenreich. Wertgebende Arten sind nicht vertreten. Ebenso bestehen keine besonderen Beeinträchtigungen.

 

Bewertung

Der Biotopwert entspricht mit 13 Ökopunkten/m² dem Normalwert des Feinmoduls.

 

Begründung

Bestand mit normaler Artenausstattung und ohne Beeinträchtigungen.

 

Vegetationsaufnahme

Aufnahmefläche (m²) 25 
Gesamtdeckung (%) 98
Artenzahl 24
Arten:
Taraxacum sectio Ruderalia 2b
Alopecurus pratensis 2a
Anthriscus sylvestris 2a
Dactylis glomerata 2a
Heracleum sphondylium 2a
Poa trivialis 2a
Trifolium pratense 2a
Arrhenatherum elatius 2m
Festuca pratensis 2m
Holcus lanatus 2m
Vicia sepium 2m
Achillea millefolium 1
Ajuga reptans 1
Festuca rubra 1
Galium album 1
Lathyrus pratensis 1
Phleum pratense 1
Plantago lanceolata 1
Poa pratensis 1
Ranunculus repens 1
Rumex acetosa 1
Cardamine pratensis +
Ranunculus acris +
Lysimachia nummularia r

Salbei-Glatthafer-Wiese

Salbei-Glatthafer-Wiese im Bauland bei Diedesheim, Siegfried Demuth

 

Beschreibung des Biotoptyps

Meist artenreiche bis sehr artenreiche Wiese mit einer bisweilen lückigen Schicht aus Obergräsern und wenigen hochwüchsigen Stauden. Mittel- und Untergräser dagegen mit zum Teil hohen Deckungsanteilen. Auf schwach bis mäßig gedüngten, mäßig trockenen bis mäßig feuchten Standorten.

 

Bewertungsrahmen

Feinmodul Planungsmodul
12 - 21 - 32 12 - 21 - 27



Erläuterungen zu den häufigen Bewertungsattributen

überdurchschnittliche Artenausstattung

  • Sehr artenreicher Bestand (Orientierungswert: > 36 Arten/25 m²).
  • Vorkommen von gefährdeten oder sonstigen besonders wertgebenden Arten des Extensivgrünlands, z.B. Aquilegia vulgaris, Arabis hirsuta, Betonica officinalis, Carex tomentosa, Danthonia decumbens, Filipendula vulgaris, Galium boreale, Genista sagittalis, Orchis militaris, Polygala comosa, Potentilla erecta, Polygala serpyllifolia, Ranunculus polyanthemos subsp. nemorosus, Scabiosa columbaria, Succisa pratensis.


beeinträchtigt

  • Düngung: Vorkommen von Nährstoffzeigern wie Anthriscus sylvestris, Crepis biennis, Geranium pratense, Glechoma hederacea, oder Heracleum sphondylium.
  • Tritt, Beweidung: Schädigung der Grasnarbe und Vorkommen Weidezeigern wie Cichorium intybus, Cirsium vulgare, Lolium perenne, Plantago majorund Potentilla reptans.
  • Häufiger Schnitt: Vorkommen von Arten der Zierrasen wie Crepis capillaris und Lolium perenne.
  • Brache: Grasnarbe durch Streuauflage verfilzt, Dominanz einzelner Grasarten (z.B. Festuca rubra, Holcus mollis) oder Vorkommen von Brachezeigern wie Calamagrostis epigejos, Hypericum perforatum und Pteridium aquilinum.


artenarme Ausbildung

Orientierungswert: < 26 Arten/25 m². Es ist dabei zu berücksichtigen, dass Bestände auf basenreichen Standorten in der Regel artenreicher sind als solche auf basenarmen Standorten.

Normal ausgebildeter Bestand

Glatthafer-Wiese

Glatthafer-Wiese im Nordschwarzwald bei Völkersbach, Peter Vogel

 

Beschreibung

Die Magerwiese ist mit 32 Arten/25 m² durchschnittlich artenreich. Die Fläche wird als Mähwiese bewirtschaftet. Der Bestand ist niedrigwüchsig und es dominieren Magerkeitszeiger. Verbreitete Grasartige sind Echter Rotschwingel (Festuca rubra), Gewöhnliches Ruchgras (Anthoxanthum odoratum), Rotes Straußgras (Agrostis capillaris) und Hasenbrot (Luzula campestris). Nährstoffliebende Obergräser wie Glatthafer (Arrhenatherum elatius) und Wiesen-Knäuelgras (Dactylis glomerata) sind nur untergeordnet vertreten. Unter den magerkeitszeigenden Stauden sind Wiesen-Margerite (Leucanthemum ircutianum), Hain-Flockenblume (Centaurea nigra subsp. nemoralis), Gras-Sternmiere (Stellaria graminea) und Rauer Löwenzahn (Leontodon hispidus) häufig, seltener sind Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) und Wiesen-Glockenblume (Campanula patula). Nährstoffzeiger wie Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) und Wiesenlöwenzahn (Taraxacum sectio Ruderalia) kommen nur mit sehr geringer Deckung und in nicht störender Menge vor.

 

Bewertung

Der Biotopwert entspricht mit 21 Ökopunkten dem Normalwert des Feinmoduls.

 

Begründung

Der Bestand weist eine für den Biotoptyp durchschnittliche Artenausstattung und Artenzahl auf. Es kommen weder besonders wertgebende Arten vor, noch bestehen Beeinträchtigungen.

 

Vegetationsaufnahme

Aufnahmefläche (m²) 25 
Gesamtdeckung (%) 85
Artenzahl 32
Arten:
Festuca rubra 3
Anthoxanthum odoratum 2b
Agrostis capillaris 2a
Holcus lanatus 2a
Luzula campestris 2m
Poa pratensis 2m
Trisetum flavescens 2m
Festuca pratensis 1
Arrhenatherum elatius 1
Dactylis glomerata 1
Briza media +
Leucanthemum ircutianum 2m
Centaurea nigra subsp. nemoralis 2m
Stellaria graminea 2m
Leontodon hispidus 2m
Alchemilla xanthochlora 1
Cardamine pratensis 1
Achillea millefolium 1
Anemone nemorosa 1
Plantago lanceolata 1
Galium album 1
Cerastium holosteoides subsp. vulgare 1
Trifolium pratense 1
Veronica chamaedrys 1
Vicia sepium 1
Campanula patula +
Knautia arvensis +
Ranunculus acris +
Heracleum sphondylium +
Taraxacum sectio Ruderalia +
Ajuga reptans +
Lychnis flos-cuculi r

Acker mit fragmentarischer Unkrautvegetation

Acker mit fragmentarischer Unkrautvegetation im Kraichgau bei Kieselbronn, Peter Vogel

 

Beschreibung des Biotoptyps

Intensiv bewirtschaftete Äcker mit artenarmer Unkrautvegetation, die kaum noch die natürlichen Standortverhältnisse widerspiegelt.


Bewertungsrahmen

Feinmodul Planungsmodul
4 - 8 4

 

Erläuterungen zu den häufigen Bewertungsattributen

mit Restbeständen wertgebender Arten

Restbestände von Arten, welche die natürlichen Standortverhältnisse kennzeichnen:

  • Basen- oder Kalkzeiger wie Euphorbia exigua, Kickxia elatine, Kickxia spuria, Sherardia arvensis;
  • Säurezeiger wie Anthemis arvensis, Rumex acetosella, Scleranthus annuus, Spergula arvensis;
  • Krumen- oder Staufeuchtezeiger wie Aphanes arvensis, Gnaphalium uliginosum, Hypericum humifusum;
  • Sandzeiger wie Arenaria serpyllifolia, Holosteum umbellatum, Myosotis ramosissima, Papaver argemone, Trifolium arvense.

Normal ausgebildeter Bestand

Maisacker mit normal entwickelter fragmentarischer Unkrautvegetation

Maisacker mit normal entwickelter fragmentarischer Unkrautvegetation in der Rheinniederung bei Eggenstein-Leopoldshafen, Peter Vogel

 

Beschreibung

Die Unkrautvegetation des mit Mais bestellten Ackers wird massiv mit Herbiziden bekämpft. Sie ist daher spärlich entwickelt, artenarm (7 Arten/25 m²) und besteht aus weit verbreiteten Trivialarten. Am häufigsten sind Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense) und Zaun-Winde (Calystegia sepium), die Aufgrund ihrer tief liegenden Rhizome relativ herbizidresistent sind.

 

Bewertung

Der Biotopwert entspricht mit 4 Ökopunkten/m² dem Normalwert des Feinmoduls.

 

Begründung

Die Unkrautvegetation ist fragmentarisch entwickelt und artenarm. Es kommen keine wertgebende Arten vor.

 

Vegetationsaufnahme

Aufnahmefläche (m²) 25
Gesamtdeckung (%) 30
Artenzahl (ohne Kulturart) 7
Arten: 
Zea mays (kultiviert) 3
Calystegia sepium 2m
Equisetum arvense 2m
Echinochloa crus-galli 1
Cirsium arvense +
Stellaria media +
Veronica persica +
Rubus caesius r

Überdurchschnittlich ausgebildeter Bestand

Acker mit Restbeständen wertgebender Unkrautarten

Acker mit Restbeständen wertgebender Unkrautarten auf den Schwarzwald-Randplatten bei Völkersbach

 

Beschreibung

Die mit Triticale bestellte Ackerfläche liegt auf saurem, leicht krumenfeuchten Standort im Bereich des oberen Buntsandsteins. Die Frucht steht recht lückig und der Einsatz von Herbiziden ist sehr maßvoll. Daher weist nicht nur der Ackerrand, sondern die gesamte Fläche einen nennenswerten Unkrautbewuchs mit einer Gesamtdeckung von 5 bis 10 % auf. Als Säurezeiger kommen jeweils in geringer Zahl Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella) und Einjähriges Knäuelkraut (Scleranthus annuus) vor. Kennzeichnend für die Krumenfeuchte sind Gewöhnlicher Ackerfrauenmantel (Aphanes arvensis) und Niederliegendes Johanniskraut (Hypericum humifusum). Zahlreich ist die Kornblume (Centaurea cyanus) vertreten, die zwar standortunspezifisch ist, aber nur bei reduzierter Nutzungsintensität eine höhere Deckung erreicht.

 

Bewertung

Der Bestand hat mit 8 Ökopunkten/m² einen überdurchschnittlichen Biotopwert (Feinmodul).

 

Begründung

Vorkommen von Restbeständen mehrerer wertgebender, das natürliche Standortpotenzial anzeigender Arten.

 

Vegetationsaufnahme

Aufnahmefläche (m²) 25
Gesamtdeckung (%) 30
Artenzahl (ohne Kulturart) 15
Arten:
Triticale (kultiviert) 2b
Centaurea cyanus 2m
Stellaria media 2m
Aphanes arvensis 1
Rumex acetosella 1
Raphanus raphanistrum 1
Holcus lanatus 1
Vicia angustifolia 1
Viola arvensis 1
Poa annua 1
Matricaria discoidea 1
Hypericum humifusum +
Lapsana communis +
Rumex obtusifolius +
Scleranthus annuus +
Veronica serpyllifolia +

Filago vulgaris auf abgeerntetem Acker mit Unkrautvegetation

Filago vulgaris (Bildmitte) auf abgeerntetem Acker mit Unkrautvegetation basenarmer Standorte in der Rheinebene bei Rheinstetten, Peter Vogel

 

Beschreibung des Biotoptyps

Meist extensiv bewirtschaftete Äcker mit artenreicher, standorttypischer Unkrautvegetation. Zum einen auf basenreichen, flachgründigen und skelettreichen Böden sowie auf sandig-schluffigen Lössböden (Acker mit Unkrautvegetation basenreicher Standorte, 37.12). Zum anderen auf basenarmen Böden (Acker mit Unkrautvegetation basenarmer Standorte, 37.13).

 

Bewertungsrahmen

Feinmodul Planungsmodul
9 - 12 - 23 12 - 23

 


Erläuterungen zu den häufigen Bewertungsattributen

überdurchschnittliche Artenausstattung, z. B. Vorkommen von ZAK-Landesarten (v. a. Vögel, Laufkäfer) 

  • Vermehrtes Vorkommen von gefährdeten oder sonstigen besonders wertgebenden Pflanzenarten, z. B. Adonis aestivalis, Anagallis foemina, Anagallis minima, Caucalis platycarpos, Filago arvensis, Filago vulgaris, Gypsophila muralis, Legousia speculum-veneris, Lythrum hyssopifolia, Misopates orontium, Myosotis stricta, Myosurus minimus, Ranunculus arvensis, Scandix pecten-veneris, Stachys annua, Stachys arvensis, Veronica praecox.
  • Artenreicher Bestand (Orientierungswert: > 25 Arten/25 m²).


Sonderstandort

Skelettreicher, trockener Standort (Kalkscherbenacker), staufeuchter Standort (z. B. Pelosol oder Pseudogley), gelegentlich von Druckwasser überstauter Standort (z. B. in ausgedeichten Flussauen).

 

artenarme Ausbildung

Orientierungswert: < 15 Arten/25 m².

Normal ausgebildeter Bestand

Normal ausgebildeter Acker mit Unkrautvegetation basenreicher Standorte

Normal ausgebildeter Acker mit Unkrautvegetation basenreicher Standorte in den Ortenau-Bühler-Vorbergen bei Ettlingen, Peter Vogel

 

Beschreibung

Die Fläche befindet sich auf basenreichem Standort aus sandigem Löss. Sie ist mit Raps bestellt, der keine geschlossene Vegetationsschicht bildet. Der Einsatz von Herbiziden ist maßvoll und beschränkt sich auf die frühe Aufwuchsphase der Kultur. Daher weist nicht nur der Ackerrand, sondern die gesamte Fläche einen nennenswerten Unkrautbewuchs mit einer Gesamtdeckung von 10 bis 15 % auf. Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas) und Kornblume (Centaurea cyanus) verleihen der Fläche einen auffälligen Blühaspekt. Als Basenzeiger kommen der im Naturraum gefährdete Acker-Rittersporn (Consolida regalis) sowie der Acker-Fuchsschwanz (Alopecurus myosuroides) vor. Das zahlreiche Auftreten von Quendel-Sandkraut (Arenaria serpyllifolia) und Acker-Schmalwand (Arabidopsis thaliana) zeugt von dem sandhaltigen Standort. Mit 17 Arten/25 m² ist der Bestand normal artenreich, besonders wertgebende Arten kommen nicht vor.

 

Bewertung

Der Biotopwert entspricht mit 12 Ökopunkten/m² dem Normalwert des Feinmoduls.

 

Begründung

Normale Ausbildung des Biotoptyps mit etlichen das natürliche Standortpotenzial anzeigenden Arten, aber ohne besonders wertgebende Arten. 

 

Vegetationsaufnahme

Aufnahmefläche (m²) 25
Gesamtdeckung (%) 80
Artenzahl (ohne Kulturart) 17
Arten:
Brassica napus (kultiviert) 4
Arabidopsis thaliana 2m
Arenaria serpyllifolia 2m
Centaurea cyanus 2m
Papaver rhoeas 2m
Stellaria media 2m
Veronica persica 2m
Aphanes arvensis 1
Capsella bursa-pastoris 1
Viola arvensis 1
Alopecurus myosuroides +
Avena sativa +
Cerastium holosteoides +
Consolida regalis +
Matricaria recutita +
Poa trivialis +
Anagallis arvensis r
Lamium purpureum r

Überdurchschnittlich ausgebildeter Bestand

Gypsophila muralis und Lythrum portula in überdurchschnittlich ausgebildetem Acker mit Unkrautvegetation basenarmer Standorte

Gypsophila muralis und Lythrum portula in überdurchschnittlich ausgebildetem Acker mit Unkrautvegetation basenarmer Standorte auf den Schwarzwald-Randplatten bei Völkersbach, Peter Vogel

 

Beschreibung

Die mit Roggen bestellte Fläche befindet sich auf saurem, zu Staunässe neigenden Standort im auf einer Hangverflachung Bereich des Oberen Buntsandsteins. Die Frucht steht relativ lückig und ist stellenweise durch den Staunässeeinfluss geschädigt. Eine Herbizidbehandlung erfolgt offensichtlich nicht, so dass die Fläche einen recht üppigen Unkrautbewuchs aufweist (Gesamtdeckung 20 bis 25 %) und mit 28 Arten/25 m² überdurchschnittlich artenreich ist. Vertreten sind etliche Stau- und Wechselfeuchtezeiger. Besonders hervorzuheben ist dabei das zahlreiche Vorkommen des in Baden-Württemberg und im Naturraum gefährdeten Mauer-Gipskrautes (Gypsophila muralis) sowie des in Baden-Württemberg gefährdeten Sumpfquendels (Lythrum portula). Säurezeiger sind unter anderem Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella), Einjähriges Knäuelkraut (Scleranthus annuus) und Acker-Spörgel (Spergula arvensis). 

 

Bewertung

Der Biotopwert liegt mit 18 Ökopunkten/m² 50 % über dem Normalwert des Feinmoduls.

 

Begründung

Überdurchschnittlich artenreicher Bestand, zahlreiches Vorkommen zweier gefährdeter Arten. 

 

Vegetationsaufnahme

Aufnahmefläche (m²) 25
Gesamtdeckung (%) 50
Artenzahl (ohne Kulturart) 28
Arten:
Secale cereale (kultiviert) 3
Avena fatua 2a
Gypsophila muralis 2m
Lythrum portula 2m
Rumex acetosella 2m
Setaria pumila 2m
Stellaria media 2m
Agrostis stolonifera 1
Apera spica-venti 1
Aphanes arvensis 1
Bromus secalinus 1
Galeopsis tetrahit 1
Gnaphalium uliginosum 1
Hypericum humifusum 1
Juncus bufonius 1
Myosotis arvensis 1
Persicaria hydropiper 1
Poa annua 1
Sagina procumbens 1
Scleranthus annuus 1
Spergula arvensis 1
Veronica arvensis 1
Vicia angustifolia 1
Cirsium arvense +
Holcus lanatus +
Lapsana communis +
Veronica serpyllifolia +
Vicia angustifolia +
Viola arvensis +