Indikator Nachtfalter

Dieser Vergleich bietet zudem gegenüber den ab 2018 erhobenen Indikatoren den Vorteil eines Rückblicks über die Bestandsentwicklungen im Laufe mehrere Jahrzehnte. Es wird erwartet, dass sich auch die Daten der anderen bearbeiteten Gruppen besser in einem zeitlichen Kontext interpretieren lassen.

Der Altdatenvergleich Nachtfalter findet in den Jahren 2019 / 2020 in Kooperation mit dem Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe statt. Zusammen mit Experten pflegt und erweitert das Museum seit den 60er Jahren die sehr umfangreiche Landesdatenbank Schmetterlinge Baden-Württemberg. Für 25 Messtischblattquadranten werden aus dieser Datenbank Nachtfalter-Arteninventare aus den Zeiträumen 1970-1989 und 2001-2020 verglichen. In die Auswahl fließt auch die früher angewandte Erfassungsmethodik mit ein. Diese muss der heute verwendeten ähnlich sein, denn nur so ist eine Vergleichbarkeit gewährleistet. Um einen möglichst genauen aktuellen Stand zu erhalten, werden 2019 und 2020 Neu-Erhebungen in den bereits früher untersuchten Gebieten durchgeführt.

Nachtfalterspezialisten führen dazu zwischen März und Oktober je Quadrant insgesamt zehn Lichtfänge mit Lebendfallen (Sackfallen) und persönlich betreuten Leuchtanlagen (Leuchttürme) durch. Hinzu kommen Kurzerfassungen im Vorfrühling und Winter sowie gezielte Suchen nach erwarteten Arten. Je Quadrant werden drei Standorte mittels Lichtfängen bearbeitet, was insgesamt 75 zu beprobenden Einzelflächen entspricht. Die Arten werden nach Möglichkeit noch vor Ort lebend bestimmt, Häufigkeitsklassen zugeordnet und wieder freigelassen. Das Museum stellt schließlich die Arteninventare beider Zeiträume gegenüber und interpretiert die beobachteten Veränderungen.

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