Projektmanagement und Kommunikation


Die Erstellung eines Landschaftsplans ist ein Planungsprozess. Die einheitliche Strukturierung dieses Planungsprozesses gewährleistet die Verlässlichkeit des Instruments und der Planung.

Darüber hinaus ist zur Förderung der Identifikation, der Mitwirkung, der Akzeptanz und der Bereitschaft zur Umsetzung des Landschaftsplans die Öffentlichkeit durch Information und Beteiligung einzubinden. Durch die Einbeziehung von lokalem Expertenwissen ist außerdem eine Steigerung der Qualität der Planung möglich.

Die Ausgestaltung der Beteiligung ist in der Orientierungsphase sehr genau auf die örtliche Situation abzustimmen. Ein Zuviel an Beteiligung kann im Planungsverlauf einen erheblichen Mehraufwand bedeuten. Auf der anderen Seite hat ein reduzierter Partizipationsansatz Akzeptanzprobleme zur Folge und behindert letztlich die Umsetzung der im Landschaftsplan entwickelten Maßnahmen.

Neben der sehr wichtigen personenbezogenen Kommunikation können internetbasierte, interaktive Ansätze für die Kommunikation von Bürgern, Verwaltung und Planern ein gutes zusätzliches Angebot darstellen.
 

Der Planungsprozess


Die Orientierungsphase stellt am Anfang die Weichen für den Ablauf des Projekts und ist damit eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg. Ihr fällt die Gestaltung des Planungsprozesses insgesamt zu. Von Vorteil ist, wenn dabei alle Phasen des Landschaftsplans und auch die Abhängigkeiten von anderen Planungsprozessen mit bedacht werden. Planungsträger und externe Landschaftsplaner sollten deshalb den Entwurf eines Projektplanes für die Aufstellung des Landschaftsplans erarbeiten.
 

Mögliche Aspekte des Projektplans:

  • zeitliche Ausgestaltung des Planungsprozesses,
  • inhaltliche Ausgestaltung der Planungsphasen,
  • Erweiterungen und Vertiefungen (mit der Folge evtl. zusätzlicher Beauftragungen),
  • Landschaftsplan - Datensystem,
  • Beteiligung und Mitwirkung von Politik, Fachverwaltungen und Öffentlichkeit,
  • Festlegung von "Meilensteinen" im Planungsprozess,
  • Interne Abstimmungen und Zusammenspiel unterschiedlicher Fachbüros und Verwaltungen.

Da die Aufstellung eines Landschaftsplans häufig mit der Überarbeitung eines Flächennutzungsplanes zusammenfällt, ist es sinnvoll zu überprüfen, in wieweit der Planungsprozess beider Planwerke gemeinsam durchgeführt werden kann.
 

Die Bürgerbeteiligung in der Planung und Umsetzung


Eine formale Beteiligung der Öffentlichkeit im Rahmen des Planungsprozesses war bislang bei der Erarbeitung eines Landschaftsplanes nicht vorgesehen. Die nunmehr rechtlich vorgeschriebene SUP zum Landschaftsplan und auch die Aarhus-Konvention setzen jedoch formale Anforderungen, zu denen auch die Öffentlichkeitsbeteiligung gehört. Dem entspricht eine Landschaftsplanung, die sich stärker als bislang als modular aufgebautes, politik- und bürgerberatendes Instrument versteht. Die Themen und Sachinhalte der Landschaftsplanung sind hierbei auch als Kommunikationsanlässe zu gestalten.

Die Landschaftsplanung kann ihre Wirkung nur erzielen, wenn ihre Inhalte in der Öffentlichkeit verankert werden. Partizipation ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen und die Akzeptanz eines Landschaftsplans. Sie muss aber gezielt erfolgen. Möglichst viel Partizipation über den gesamten Landschaftsplan-Prozess ist nicht unbedingt eine gute Partizipation. Partizipative Prozesse brauchen auch viel Zeit, Geld und Energie aller Beteiligten. Partizipation und Kommunikation sind als Daueraufgabe während der Planerstellung zu verstehen. Dennoch bestehen spezifische Schwerpunkte innerhalb der jeweiligen Planungsphasen:
Partizipation ist nur in Arbeitsschritten sinnvoll, in denen Fragen diskutiert werden, die verhandelbar sind. Partizipation ist wichtig, wenn es darum geht, die Inhalte und die Stoßrichtung des Landschaftsplans zu formulieren, vorhandenes Wissen und Ideen zu sammeln, die verschiedenen Anliegen und Sichtweisen auszutauschen, gegenseitiges Verständnis und Vertrauen zu schaffen, Konzepte zu erörtern und zu bewerten oder die Umsetzungsmöglichkeiten von Maßnahmen und deren Prioritäten zu beurteilen.

Unabhängig von der jeweils relevanten Zielgruppe ist für alle Beteiligten des Landschaftsplanungsprozesses die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Planung wichtig. Auch legen alle Gruppen großen Wert darauf, frühzeitig und kontinuierlich beteiligt zu werden. Der Informationsbedarf und die jeweilige Darstellungsweise unterscheiden sich je nach Stand des Vorwissens der einzelnen Gruppen.

Gute Information und die Partizipation von Entscheidungsträgern, Betroffenen und Interessierten bringen viele Vorteile:

Vorteile der Bürgerbeteiligung:

  • Information und Partizipation schaffen Verständnis, Vertrauen und Akzeptanz
  • vorhandenes Wissen und Ideen werden genutzt
  • verschiedene Sichtweisen und Anliegen fließen in die Planung ein
  • mögliche Konflikte oder Missverständnisse werden frühzeitig aus dem Weg geräumt
  • die Identifikation aller Beteiligten mit der Gemeinde und ihrer Landschaft steigt
  • Verantwortung und Arbeitsbelastung verteilen sich auf mehreren Schultern
  • breit abgestützte, politisch umsetzbare Lösungen entstehen
     

Internetbasierte Kommunikation und Bürgerbeteiligung


Kommunen nutzen zur Information und Beteiligung der Bürger zunehmend das Internet. Das Spektrum reicht von der reinen Darstellung der Texte und Karten bis hin zu interaktiv bearbeitbaren Karteninhalten, Texten oder Diskussionsforen. Ein Vorteil des Internets ist, dass die Planungen von den Bürgern unabhängig von Ort und Öffnungszeiten eingesehen und kommentiert werden können. Nachteilig ist die Notwendigkeit der entsprechenden technischen Ausstattung und von Fertigkeiten im Umgang mit diesem System. Das Internet wird daher herkömmliche Informations- und Beteiligungsangebote nicht ersetzen können, kann aber eine gute Ergänzung darstellen.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Informationen zu diesem Thema internetbasierte Beteiligung der Bürger:

Interaktiver Landschaftsplan Königslutter