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Artenreichtum made in Baden-Württemberg:

Unsere blumenbunten Wiesen!

Artenreiche blumenbunte Mähwiese u. a. mit Farbtupfern von Wiesen-Salbei (lila), Wiesen-Flockenblume (pink), Wiesen-Margerite (weiß), Wiesen-Pippau, Wiesen-Bocksbart und Hahnenfuß (gelb). Die unterschiedlichen Wuchshöhen der Gräser und Kräuter führen zu einer hohen Strukturvielfalt. (Bild: Carsten Wagner).
Artenreiche blumenbunte Mähwiese u. a. mit Farbtupfern von Wiesen-Salbei (lila), Wiesen-Flockenblume (pink), Wiesen-Margerite (weiß), Wiesen-Pippau, Wiesen-Bocksbart und Hahnenfuß (gelb). Die unterschiedlichen Wuchshöhen der Gräser und Kräuter führen zu einer hohen Strukturvielfalt. (Bild: Carsten Wagner).
Löwe 30.04.2019

Baden-Württemberg ist für seine schöne und vielfältige Natur bekannt. Ein Markenzeichen sind unsere artenreichen blumenbunten Wiesen. Diese Kleinode der Natur entstanden durch extensive Bewirtschaftung mit geringer Schnitthäufigkeit und keiner bis wenig Düngerzufuhr. Sie beheimaten eine Vielzahl von Pflanzenarten und sind mit ihrem Blüten- und Strukturreichtum Lebensraum und Nahrungsquelle für zahlreiche, häufig auch gefährdete Tierarten. Für hungrige Insekten sind die kräuterreichen Wiesen ein Eldorado – aber auch wiesenbrütende Vögel fühlen sich hier wohl. Das bunte Erscheinungsbild der artenreichen Wiesen bereichert das Landschaftsbild und trägt damit zur touristischen Attraktivität unserer Urlaubsregionen bei. Weniger augenfällig, aber nicht zu vernachlässigen, sind die Leistungen der extensiv genutzten Flächen für den Schutz von Boden, Grundwasser und Klima.

40 Prozent des deutschen Bestandes von Mähwiesen befinden sich in Baden-Württemberg

Früher weit verbreitet und wirtschaftlich bedeutsam als Heuwiesen, drohen extensiv genutzte Mähwiesen heute zunehmend aus dem Landschaftsbild zu verschwinden. Die Ursachen sind vielfältig – insbesondere Intensivierung oder Nutzungsaufgabe sowie Flächeninanspruchnahme für Bauvorhaben haben zu Rückgängen geführt. Diese Gefährdung hat auch die europäische Union erkannt und infolgedessen die mageren Mähwiesen über die Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie unter Schutz gestellt.

„Baden-Württemberg hat mit fast 40 Prozent der Fläche bundesweit einen sehr hohen Anteil an diesen sogenannten FFH-Mähwiesen und trägt eine große Verantwortung für die Erhaltung. Diese Verantwortung nimmt das Land sehr ernst“, betont Umweltminister Franz Untersteller MdL beim Vororttermin mit der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg in der Gemeinde Maulbronn am heutigen Dienstag. Unter anderem wurde die Förderung für die naturverträgliche Bewirtschaftung dieser Flächen in den letzten Jahren fast verdoppelt. Mit einem Grünlandumbruchverbot wird der Umwandlung in Ackerflächen entgegengewirkt.

LUBW-Kartierungen

Die LUBW trägt die Informationen zusammen, wo im Land noch artenreiche Mähwiesen zu finden sind. Dabei werden Synergien genutzt: „Die Kartierenden, die jedes Jahr in unserem Auftrag in mehreren Kreisen unterwegs sind, um gesetzlich geschützte Biotope zu erfassen, kartieren bei der Gelegenheit auch FFH-Mähwiesen mit“, so  Eva Bell, Präsidentin der LUBW. Der Qualitätsanspruch sei dabei sehr hoch. Verbindliche Kartiervorgaben, die Auswahl anerkannter Grünlandexperten sowie regelmäßige Schulungen und eine intensive Betreuung des Kartierpersonals sorgten für verlässliche Daten. Die Ergebnisse sind über den Daten- und Kartendienst der LUBW nutzerfreundlich im Internet abrufbar.

Um die von der EU geforderte Berichtspflicht zum Zustand der Mähwiesen zu erfüllen, hat die LUBW zusätzlich ein landesweites Stichprobenmonitoring eingerichtet. Die 720 zufällig gezogenen Stichprobenflächen liegen über ganz Baden-Württemberg verteilt und liefern kurz- bis mittelfristig Aussagen zur Qualität der FFH-Mähwiesen in Baden-Württemberg.

„Jahrhundertelange Bewirtschaftung hat diese Naturschätze geschaffen –  Landwirtschaft und Naturschutz müssen Hand in Hand arbeiten und gemeinsam Lösungen finden, um sie zu erhalten“, fasst Minister Untersteller die anstehenden Herausforderungen zusammen und nennt als ein Beispiel den Strukturwandel in der Landwirtschaft. „Damit sich auch kommende Generationen noch am Anblick von bunt blühenden Wiesenkräutern wie Glockenblumen, Margeriten, Salbei und dem damit einhergehenden Reichtum an Tierarten erfreuen können.“

Weitergehende Informationen zu den FFH-Lebensraumtypen sind auf der folgenden Webseite der LUBW zu finden: https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/ffh-lebensraumtypen

 

Der Wiesen-Storchschnabel ist eine typische Art von mageren Flachland-Mähwiesen.

Der Wiesen-Storchschnabel ist eine typische Art von mageren Flachland-Mähwiesen. (Bild: Carsten Wagner).

 

Der Glatthafer ist die charakteristische Grasart der artenreichen Mähwiesen im Flach- und Hügelland. (Bild: Carsten Wagner).

 

Der Glatthafer ist die charakteristische Grasart der artenreichen Mähwiesen im Flach- und Hügelland. (Bild: Carsten Wagner).

 

Hinweis: Die Fotos können zum Zwecke der Berichterstattung im Zusammenhang mit der Pressemitteilung zu den artenreichen blumenbunten Mähwiesen mit Nennung des Bildautorsgenutzt werden.

Rückfragen
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de

Bildnachweis: wellphoto/Shutterstock, LUBW