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Vitale Flüsse und Bäche in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2027

300 Fachleute beraten in Donaueschingen

Löwe 23.10.2019

Die Flüsse und Bäche in Baden-Württemberg sollen bis zum Jahr 2027 in einem guten ökologischen Zustand sein. Wie dieses Ziel erreicht werden kann, darüber tauschten sich bei der heutigen Fachtagung „Vitale Gewässer in Baden-Württemberg“ rund 300 Expertinnen und Experten aus Fachbüros und Verwaltung aus. Gastgeber der Veranstaltung in Donaueschingen waren das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, die LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg und die WBW Fortbildungsgesellschaft.

 Vital heißt belebt

„Wir brauchen vitale Gewässer für Pflanzen, Tiere und für uns Menschen. Diese Aufgabe ist lösbar. Das zeigen uns viele der heute bei der Fachtagung vorgestellten Beispiele“, so Eva Bell, Präsidentin der LUBW. Vital bedeutet dabei nicht nur, dass das Wasser frei von Schadstoffen sein soll, sondern vital bedeutet belebt. Dazu müssen die Gewässer den natürlicherweise vorkommenden Tier- und Pflanzenarten einen ausreichenden Lebensraum bieten.

Nachhaltige Gewässerentwicklung und Gewässerbewirtschaftung sind kein Gegensatz

Standen früher Überlegungen im Vordergrund wie Wasserkraft zu nutzen, Schifffahrt zu ermöglichen, landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen oder durch Begradigungen einen besseren Abfluss bei Hochwasser zu erreichen, gewinnen heute ökologische Aspekte an Bedeutung. Nun gilt es, die Gewässer wieder naturnäher umzugestalten, allerdings ohne Ziele wie Hochwasserschutz aus den Augen zu verlieren. Gewinnt die Ökologie, gewinnt auch der Mensch. Es entstehen neue Naturlandschaften, in denen er sich erholen kann und auch Wassersportbegeisterte neue Reviere finden können.

Kartierungen der LUBW zeigen Ist-Zustand auf

Die Kartierungen der LUBW zeigen, dass in Baden-Württemberg schon viele Maßnahmen umgesetzt wurden. Sie zeigen aber auch, dass es noch weiterer zahlreicher Anstrengungen bedarf. Nur wenige Prozent der Oberflächengewässer erreichen bislang den guten ökologischen Zustand.

Die LUBW unterstützt die Wasserwirtschaftsverwaltung und Kommunen in Baden-Württemberg mit einem neuen Band in der Reihe Gewässerentwicklung und Gewässerbewirtschaftung, in dem es um Planung, Umsetzung und Unterhaltung konkreter Maßnahmen geht. Das Land Baden-Württemberg unterstützt die Kommunen beim Flächenerwerb mit 70 Prozent der Kosten und mit 85 Prozent der Kosten bei der Umsetzung von Maßnahmen.

 

Hintergrundinformationen

LUBW: Beobachten – Bewerten – Beraten

Die LUBW ist in ihrer Rolle als gewässerkundlicher Dienst (§ 76 WG) auch für die Bewertung des ökologischen und chemischen Zustandes der Oberflächengewässer sowie des chemischen und mengenmäßigen Zustands des Grundwassers in Baden-Württemberg zuständig. Sie untersucht und bewertet flächendeckend alle Oberflächengewässer chemisch und biologisch.

Die LUBW berät die unteren Wasserbehörden im Land bei der fachgerechten Planung und Umsetzung von Maßnahmen. Sie veröffentlicht Arbeitshilfen und Leitfäden für die fachliche Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen und die wasserrechtlichen Zulassungsverfahren bei den Wasserbehörden.

Die Reihe „Gewässerentwicklung und Gewässerbewirtschaftung in Baden-Württemberg“ umfasst:

Um die Entwicklung eines lebensfreundlichen guten ökologischen Zustands beobachten und dokumentieren zu können, führte die LUBW in den Jahren 2010 bis 2014 federführend die Gewässerstrukturkartierung nach dem Feinverfahren BW am WRRL-Gewässerteilnetz mithilfe von Fachbüros durch. Die Kartierung wurde zur fachlichen Grundlage für die in den kommenden Jahren durchzuführenden Maßnahmen zur Revitalisierung.

Weiterführende Informationen sind auf der LUBW-Webseite: Fließgewässerzustand zu finden.

WBW Fortbildungsgesellschaft für Gewässerentwicklung mbH – 25 Jahre Gewässernachbarschaften in BW

Die WBWF bildet die Träger der Gewässerunterhaltungslast im Themenfeld der gewässerökologisch orientierten und naturschonenden Gewässerunterhaltung aus. Hierzu gibt es in Baden-Württemberg in den verschiedenen Regionen Gewässernachbarschaften. Die dort zuständigen Betreuer führen jährlich zu den verschiedenen Gewässerunterhaltungsthemen Fortbildungen durch.

Homepage: https://www.wbw-fortbildung.net

 

 

Rückfragen

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de


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