FAQ - Häufig gestellte Fragen

Radon zu messen geht einfach und kostengünstig mit einem sogenannten Radon-Exposimeter. Zu Beginn der Messung wird das Gerät an einer ausgewählten Stelle im Raum platziert. Dort bleibt es mindestens zwei und bis zu zwölf Monate liegen und erfasst die durchschnittliche Radonmenge in der Luft. Nach Ende der Messung wertet ein Messlabor den Detektor des Geräts aus und teilt dem Kunden das Messergebnis mit.

Das Bundesamt für Strahlenschutz führt eine Liste von anerkannten Anbietern der Messgeräte. Sie finden die Liste auf der Webseite des BfS.

Eine Messung mit einem Radon-Exposimeter kostet pro Gerät ca. 30-50 Euro. Dabei ist die Auswertung des Detektors durch das Messlabor inbegriffen.
Das Strahlenschutzgesetz legt einen Referenzwert von 300 Becquerel Radon pro Kubikmeter Luft in Aufenthaltsräumen und an Arbeitsplätzen fest. Wird dieser Wert überschritten, sollten Lösungen gesucht werden, um die Radonmenge langfristig zu verringern. Wenn es mit einfachen Mitteln möglich ist, sollte der Wert auch unterhalb des Referenzwerts weiter gesenkt werden.
Die Höhe der Radonmenge in Gebäuden unterscheidet sich je nach Region, Beschaffenheit der Bausubstanz und Gebäudenutzung. Im Jahresmittel beträgt der durchschnittliche Wert in Aufenthaltsräumen in Deutschland 50 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. Schätzungen zufolge wird in bundesweit durchschnittlich drei von 100 Gebäuden der Referenzwert von 300 Becquerel Radon pro Kubikmeter Raumluft überschritten.
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat eine Karte veröffentlicht, die zeigt, in welchen Regionen Baden-Württembergs erhöhte Radonmengen im Boden vorkommen. Die Karte gibt die Situation jedoch nur grob wieder. Sie ermöglicht es nicht, Rückschlüsse daraus zu ziehen, wie stark ein bestimmter Ort betroffen ist oder wie viel Radon sich in einem einzelnen Gebäude befindet. Die Radonmenge in Innenräumen hängt neben der Radonmenge im Boden stark von der Beschaffenheit des jeweiligen Gebäudes ab. Klarheit schafft nur eine Radonmessung.
Die Radonvorsorgegebiete stehen noch nicht fest. Aktuell finden in Baden-Württemberg Messungen statt, um die Datengrundlage für die Ausweisung der Gebiete zu verbessern. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg legt die Gebiete bis zum 31.12.2020 fest. Eine Karte mit den Radonvorsorgegebieten wird anschließend veröffentlicht.
Das radioaktive Gas Radon und seine Zerfallsprodukte gelangen beim Einatmen in die Lunge. Beim weiteren radioaktiven Zerfall entsteht energiereiche Strahlung, welche die gesunden Zellen des Lungengewebes schädigen kann. Dadurch kann Lungenkrebs entstehen.
Es gibt bisher keine eindeutigen Belege für einen Zusammenhang zwischen Radon und der Entstehung anderer Krankheiten als Lungenkrebs.
Studien zeigen: Radon erhöht das Risiko für Lungenkrebs, wenn es über lange Zeiträume von 20 bis 30 Jahren in erhöhten Mengen eingeatmet wurde. Lungenkrebs tritt meist erst in hohem Alter auf. Wie stark das Lungenkrebsrisiko durch Radon innerhalb kurzer Zeiträume (wenige Monate bis Jahre) und speziell bei Kindern erhöht wird, ist nicht ausreichend untersucht.
Der gesetzlich festgelegt Referenzwert für die Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen und an Arbeitsplätzen ist zunächst personenunabhängig und gilt damit auch für Schwangere. Wird der Referenzwert eingehalten, besteht kein nachweisbares Risiko für das ungeborene Kind. Für Schwangere gibt es daher keine speziellen Radonschutzmaßnahmen.
Nein. Radon und seine Zerfallsprodukte wirken sich nicht auf die im Keller oder in sonstigen Räumen gelagerten Lebensmittel aus. An Staubpartikel gebundene Radon-Zerfallsprodukte können sich in unbedenklichen Mengen auf den Lebensmitteln ablagern. Nicht verpackte Lebensmittel können nach einfachem Abwaschen ohne Bedenken verzehrt werden.
An einem Arbeitsplatz muss Radon gemessen werden, wenn sich der Arbeitsplatz im Erd- oder Kellergeschoss eines Gebäudes befindet und das Gebäude in einem ausgewiesenen Radonvorsorgegebiet steht. Die Radonvorsorgegebiete werden zum 31.12.2020 ausgewiesen. Zudem gibt es eine Messpflicht für bestimmte Arbeitsplätze, an denen aufgrund der Arbeitsumgebung viel Radon in der Luft vorhanden sein kann. Solche Arbeitsplätze sind z.B. untertägige Bergwerke oder Wasserwerke. Eine vollständige Liste dieser Arbeitsplätze ist in der Anlage 8 des Strahlenschutzgesetzes enthalten.
Wird durch eine Messung festgestellt, dass der Referenzwert an einem Arbeitsplatz überschritten ist, müssen unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden, um die Radonkonzentration in der Luft an diesem Arbeitsplatz zu senken. Die ergriffenen Maßnahmen sollen nachhaltig sicherstellen, dass Beschäftigte an ihrem Arbeitsplatz keinen erhöhten Radonkonzentrationen mehr ausgesetzt sind. Sind die Maßnahmen nicht erfolgreich, greifen weitere Stufen eines gesetzlichen Regelungskonzepts, welches hier übersichtlich dargestellt ist.
Der Inhaber der Betriebsstätte (Verantwortlicher) ist für den Schutz vor Radon am Arbeitsplatz verantwortlich. Dies ist unabhängig davon, ob die in der Betriebsstätte arbeitenden Personen beim Verantwortlichen beschäftigt sind. Der Inhaber der Betriebsstätte ist auch dann verantwortlich, wenn er selbst nicht Eigentümer der Räumlichkeiten der Betriebsstätte ist.

Kontakt und Beratung

Radonfachpersonen

Radonfachpersonen beraten Sie rund um die Themen Radonmessung und Radonschutz. Aktuelle Listen mit Radonfachpersonen finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Landesamts für Umwelt (pdf).

Messlabore

Von Messlaboren erhalten Sie qualitätsgesichterte Messgeräte, mit denen Sie die Radonkonzentration in Ihrem zu Hause oder an Ihrem Arbeitsplatz einfach selbst bestimmen können. Eine Liste der Messlabore finden Sie auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz.

Zuständige Behörden

Zuständig für die Anmeldung von Arbeitsplätzen, an denen der Radon-Referenzwert auch nach dem Ergreifen von Radonschutzmaßnahmen überschritten ist, sind in Baden-Württemberg die vier Regierungspräsidien. Je nachdem, wo sich der Arbeitsplatz befindet, wenden Sie sich bitte an das jeweilige Referat 54.4 des zuständigen Präsidiums.

Radonberatungsstelle der LUBW

Die Radonberatungsstelle der LUBW vernetzt Experten mit Interessensgruppen und fördert den fachlichen Austausch zum Thema Radon. Sie beantwortet Anfragen aus der Öffentlichkeit, stellt Kontakte her und hilft, den richtigen Ansprechpartner für offene Fragen zu finden.

So erreichen Sie die Radonberatungsstelle:

Kontakt

E-Mail: radon@lubw.bwl.de

Telefon: 0721 / 5600 - 2357

Publikationen und Downloads

Im Rahmen der Informationskampagne "Von Grund auf sicher" hat das Umweltministerium alle wichtigen Informationen zum Thema Radon in Flyern und Präsentationen zusammengefasst. In der Broschüre "Schutz vor Radon" erhalten Sie darüber hinaus weitere ausführliche Informationen. Sie finden die Informationsmaterialien zum Thema Radon im Bestellshop der LUBW.

Das Umweltministerium hat bereits mehrere Forschungsvorhaben zum Thema Radon in Auftrag gegeben. Die Berichte dazu finden Sie unter den untenstehenden Links.

Abschlussbericht zum BWPLUS-Forschungsvorhaben "Radon in baden-württembergischen Schulen" (pdf, 4,4 MB)

Abschlussbericht zur Recherche zum Thema Radon im Zusammenhang mit dem neuen Strahlenschutzgesetz (StrlSchG), Februar 2017 (pdf, 5,2 MB)

Das Radon-Handbuch des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) zeigt auf, wie Gebäudeeigenschaften den Radongehalt in Innenräumen beeinflussen und erläutert, wie mit bautechnischen Mitteln ein wirksamer Radonschutz eingerichtet werden kann. Das Radon-Handbuch finden Sie auf den Seiten des BfS zum Download.

Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) hat eine umfangreiche Planungshilfe für Neu- und Bestandsbauten herausgegeben. Diese Fachinformation unterstützt Bauherren, Hauseigentümer, Handwerker und Planer und enthält eine Bandbreite von Radonschutzmaßnahmen. Sie finden die Broschüre auf den Seiten des SMUL zum Download.