Radonschutz im Neubau

Einbau einer Radondrainage zum Schutz vor Radon

  • Zu jedem Neubau gehört Radonschutz
  • In den meisten Gebieten bieten Feuchteschutzmaßnahmen ausreichende Sicherheit
  • In Radonvorsorgegebieten gibt es höhere Anforderungen
 

Wer einen Neubau plant, muss nach dem Strahlenschutzgesetz dafür sorgen, dass der Zutritt von Radon in das Gebäude von vornherein verhindert oder erheblich erschwert wird. Für einen Schutz vor Radon müssen mindestens die nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik erforderlichen Feuchteschutzmaßnahmen eingehalten werden. Denn wenn die Gebäudeteile, die den Erdboden berühren, möglichst gut abgedichet sind, dringt auch weniger Radon ins Haus.

Erweiterte Regeln in Radonvorsorgegebieten

Nicht jede Region in Deutschland und Baden-Württemberg ist gleich stark vom Thema Radon betroffen. Bis zum 31. Dezember 2020 werden Gebiete ausgewiesen, in denen höhere Anforderungen für den Schutz vor Radon gelten. Dazu gehören auch spezielle Regeln für Neubauten. In den sogenannten Radonvorsorgegebieten sind für neue Gebäude bautechnische Maßnahmen vorgesehen, die dafür sorgen sollen, dass

  • die Radonkonzentration unter dem Gebäude verringert wird,
  • die Rissbildung in erdberührenden Wänden und Böden begrenzt wird,
  • Radon an Randfugen oder Abdichtungen abgesaugt wird,
  • Baumaterialien (z.B. Beton) mit der erforderlichen Dicke zum Einsatz kommen, sodass erschwert oder verhindert wird, dass Radon über undichte Stellen der Gebäudehülle eindringt oder
  • der Luftdruckunterschied zwischen dem Gebäudeinneren und der Bodenluft an der Außenseite von erdberührenden Wänden und Böden gezielt beeinflusst wird.

Diese Möglichkeiten können auch kombiniert werden. Eine genaue Definition der zusätzlich vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen in Radonvorsorgegebieten wird derzeit vom Deutschen Institut für Normen (DIN) erarbeitet. Die Normenreihe DIN SPEC 18117 zeigt dann technische Lösungen auf, an denen sich Planer beim radonsicheren Bauen orientieren können.

Nachhaltig bauen schützt vor Radon

Die Energie-Einsparverordnung (EnEV) hat das Ziel, Gebäude möglichst energieeffizient zu errichten oder zu sanieren. Für die Gesundheit sieht die EnEV einen Mindestluftwechsel im Gebäude vor. Eine gute Durchlüftung sorgt gleichzeitig dafür, dass sich Radon weniger stark in den Innenräumen ansammelt. Gebäude nach der EnEV zu planen, dient damit auch dem Schutz vor Radon.

Mit den Nachhaltigkeitskriterien im staatlich geförderten kommunalen Hochbau (NBBW) unterstützt das Land Baden-Württemberg nachhaltige und zukunftsverträgliche Bauweisen. Im Kriterium zur Qualität der Innenraumluft (NAKR 07) enthält das Programm den Schutz vor Radon. Wer sein Gebäude nachhaltig bauen möchte, sollte Radonschutz bei der Planung von Anfang an mit berücksichtigen.