NACHHALTIG HANDELN IN BADEN-WÜRTTEMBERG HEIßT …

Klimaschutz als Querschnittsaufgabe wahrzunehmen und umweltbezogene Gefahren infolge des Klimawandels zu minimieren.

Treibhausgasemissionen

Temperaturentwicklung

Klimawandel und Vegetationsentwicklung

Treibhausgasemissionen

Bedeutung:
Treibhausgase (THG) sind verantwortlich für die Erwärmung der Erdatmosphäre. Vom Menschen verursachte THG-Emissionen verstärken diesen Effekt und führen zu einer Klimaveränderung. Den größten Anteil an den durch den Menschen verursachten THG-Emissionen hat mit fast 90 % das Kohlendioxid.

Definition:
Angegeben werden die Emissionen von Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) in Tonnen CO2-Äquivalente pro Einwohnerinnen und Einwohner und Jahr (t/(E·a)).

Ziel:
Im Jahr 2020 sollen in Baden-Württemberg gegenüber dem Jahr 1990 mindestens 25 % weniger Treibhausgase emittiert werden. Bis im Jahr 2050 wird eine Minderung um 90 % angestrebt [IEKK 2014].


Bewertung:
Im Jahr 2018 wurden in Baden-Württemberg rund 76,5 Millionen Tonnen Treibhausgase emittiert. Den größten Anteil der Treibhausgasemissionen leisten mit 87 % die energiebedingten CO2-Emissionen, die weiderum zu einem Drittel vom Straßenverkerh verursacht werden. Bis zum aktuellen Berichtsjahr 2018 wurde eine Minderung von etwas 14 % gegenüber dem Bezugsjahr 1990 erreicht.

Nach ersten Abschätzungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg liegen die Treibhausgasemissionen im Jahr 2019 bei etwa 71,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente und damit 19,7 % unter dem Wert von 1990 und 6,4 % niedriger als 2018.

 

Gestapelte Säulen: Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen von 1990 bis 2018 als Index. Dargestellt sind die Anteile von Methan, Lachgas und Kohlendioxid durch industrielle Prozesse sowie energiebedingtem Kohlendioxid. Seit 2009 ist kein eindeutiger Trend erkennbar.

Datenquelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Weitere Informationen finden Sie im Emissionskataster Baden-Württemberg unter LUBW.Baden-Württemberg>Themen>Luft>Emissionen>Emissionskataster      

Temperaturentwicklung

Bedeutung:
Die Folgen einer globalen Erwärmung können, je nach Region, Hitzeextreme, Starkniederschläge oder auch Dürre sein. Der Klimawandel verändert Ökosysteme und hat dadurch zum Beispiel Folgen für die Verbreitung von Pflanzen- und Tierarten.

Definition:
Der Verlauf der Jahresmitteltemperaturen über einen langen Zeitraum ist ein Indikator für den Klimawandel. Die Jahresmitteltemperatur für Baden-Württemberg wird vom Deutschen Wetterdienst aus dem Durchschnitt der zwölf Monatsmitteltemperaturen für die verschiedenen Wetterstationen im Land errechnet. An den Wetterstationen wird die Temperatur in Bodennähe in einer Höhe von 2 Meter über Grund gemessen. Aufgrund der geographischen Vielfalt in Baden-Württemberg können die regionalen Mittelwerte von dieser Jahresmitteltemperatur abweichen.

Bewertung:
Seit 1881 hat die Jahresmitteltemperatur in Baden-Württemberg um 1,5 °C zugenommen. Trotz regionaler Unterschiede ist die Erwärmung in allen Regionen Baden-Württembergs festzustellen.In den letzten Jahrzehnten sind die 30-jährigen Mittelwerte nahezu stetig angestiegen. Betrachtet man den aktuellen Klimazeitraum, also die letzten 30 Jahre (1990 bis 2019), liegt die Mitteltemperatur für diesen Zeitraum bereits bei 9,1 °C und damit um 1 °C höher als im internationalen Vergleichszeitraum 1961 bis 1990. Dies ist ein Anstieg von 1 °C in nur 30 Jahren.

Liniendiagramm. Entwicklung der Jahresmitteltemperatur, dem 30-jährigen gleitenden Mittelwert und die lineare Regression von 1881 bis 2021. Der 30-jährige Mittelwert steigt seit Anfang der 1990er Jahre nahezu stetig an.Weitere Informationen finden Sie unter LUBW.Baden-Württemberg>Themen>Klimawandel und Anpassung

Klimawandel und Vegetationsentwicklung

Bedeutung:
Beginn und Ende pflanzlicher Entwicklungsphasen wie Blattaustrieb, Blüte oder Blattfall sind u. a. von Witterung und Klima abhängig. Die Veränderung dieser phänologischen Phasen kann als Folge des Klimawandels gesehen werden.

Definition:
Der Beginn der Apfelblüte dient als Anzeiger des Eintritts des Vollfrühlings. Zusätzlich wird die Dauer der Vegetationsperiode betrachtet, erfasst durch die Zeitspanne zwischen dem Blühbeginn der Sal-Weide und dem Tag der ersten Blattverfärbung der Stiel-Eiche.

Ziel:
Die Klima-Anpassungsstrategie Baden-Württembergs soll u. a. auf die in naher Zukunft (2021 bis 2050) zu erwartenden Folgen des Klimawandels vorbereiten und auf mögliche weitere Entwicklungen in der fernen Zukunft (2071 bis 2100) hinweisen. Es soll ein Prozess angestoßen werden, der dazu beiträgt, die Verwundbarkeit des Landes zu mindern, mögliche Klimafolgen zu erkennen und dabei entstehende Kosten zu senken und sich ergebende Chancen zu nutzen [Strategie zur Anpassung an den Klimawandel in Baden-Württemberg].

Bewertung:
Die dargestellten jeweils über 30 Jahre gerechneten gleitenden Mittelwerte zeigen eine deutliche Vorverlegung des Beginns der Apfelblüte sowie eine Verlängerung der Vegetationsperiode um etwa acht Tage.

Liniendiagramm. Entwicklung des Beginns der Apfelblüte und der Dauer der Vegetationsperiode von 1961 bis 2019 als 30-jähriger Mittelwert. Der Beginn der Apfelblüte setzt heute 11 Tage früher ein als im dreißigjährigen Mittel von 1961 bis 1990, die Vegetationsperiode dauert 0 Tage länger.

Datenquelle: Länderinitiative Kernindikatoren LIKI

Weitere Informationen finden Sie im  ersten Monitoring-Bericht zu Klimafolgen und Anpassung unter LUBW.Baden-Württemberg>Themen>Klimawandel und Anpassung>Klimafolgen und Anpassung>Monitoring Klimafolgen und Anpassung