Flächeninanspruchnahme

Bedeutung:
Boden ist eine endliche Ressource. Mit der Inanspruchnahme von Freiflächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke werden Lebensräume für Flora und Fauna ebenso beeinträchtigt wie die Funktionen des Bodens.

Definition:
Dargestellt wird die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Hektar pro Tag (ha/d) unterteilt nach für Siedlung und für Verkehr beanspruchten Flächen. Wegen Umstellung auf ALKIS und das neue Koordinatensystem ETRS89/UTM sind die Daten von 2013 bis 2017 nicht belastbar.

Ziel:
Baden-Württemberg strebt eine bedarfsgerechte Flächenausweisung und effiziente Flächennutzung an. Vor einer Neuausweisung soll vorrangig der Innenbereich, der Flächen innerhalb bestehender Siedlungs- und Verkehrsfläche bezeichnet, entwickelt werden.

Bewertung:
Im Jahr 2018 wurde täglich eine Fläche von 4,5 Hektar neu in Anspruch genommen, davon entfielen 4,1 ha/d auf Flächen für Siedlung und 0,4 ha/d auf Flächen für Verkehr. In einer längerfristigen Betrachtung ist die Flächeninanspruchnahme insgesamt rückläufig.

Weitere Informationen finden Sie auf den Themenseiten Flächeninanspruchnahme unter LUBW.Baden-Württemberg>Themen>Boden>Flächeninanspruchnahme sowie unter Länderinitiative Kernindikatoren LIKI

Ökologischer Landbau

Bedeutung:
Ökologische Landwirtschaft erhält und schont die natürlichen Ressourcen in besonderem Maße. Zu den Anbauregeln gehören insbesondere möglichst geschlossene Betriebskreisläufe und der Verzicht auf chemisch-synthetische Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel.

Definition:
Angegeben wird der Anteil der Flächen mit ökologischer Landwirtschaft nach EG-Öko-Verordnung an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche in Prozent.

Ziel:

Das Land Baden-Württemberg fördert den ökologischen Landbau gezielt mit dem 2012 ins Leben gerufenen Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg". Ein konkretes Ziel ist für diesen Indikator nicht definiert.

Bewertung:
Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der landwirtschaftlich genutzten Fläche steigt in Baden-Württemberg unvermindert an. Mit inzwischen 10,7 % liegt Baden-Württemberg deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 7,5 % ökologisch bewirtschafteter Fläche.

Weitere Informationen finden auf den Themenseiten Ökologischer Landbau des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg MLR.Baden-Württemberg>Unsere Themen>Landwirtschaft>Ökologischer Landbau unter Länderinitiative Kernindikatoren LIKI sowie beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft BMEL

Häusliche Abfälle

Bedeutung:
Der Verbrauch natürlicher Ressourcen ist ein globales Problem mit regionalen Ursachen, die von jedem Einzelnen unmittelbar beeinflusst werden können. Mit der Herstellung und der Verteilung von Produkten werden immer auch Rohstoffe wie Erdöl und Metalle sowie Energie verbraucht. Die Ressourcen unseres Planeten sind jedoch nicht unerschöpflich vorhanden, sodass für eine langfristig sichere Energie- und Rohstoffversorgung auf eine Optimierung der Stoffkreisläufe nicht verzichtet werden kann.

Definition:
Dargestellt das das gesamte Abfallaufkommen unterteilt nach Haus- und Sperrmüll (ohne Wertstoffe und Biomüll), getrennt erfasste Wertstofffraktionen (z. B. Glas, Papier) und Bioabfälle in Kilogramm pro Einwohner und Jahr (kg/(E·a)).

Ziel:

Ziel ist die weitere Verringerung des durchschnittlichen einwohnerbezogenen Hausmüllaufkommens. Gleichzeitig sollen die Erfassungsmengen von Bioabfall und von Wertstoffen erhöht werden [Abfallwirtschaftsplan Baden-Württemberg].

Bewertung:
Das gesamte Abfallaufkommen ist seit Jahren nahezu konstant. Durch die flächendeckende Einführung der Biotonne soll eine erhebliche Steigerung des Bioabfallaufkommens auf 60 kg/(E·a) im Jahr 2020 erreicht werden. Die erfasste Menge von Abfällen aus der Biotonne konnte in den letzten Jahren deutlich gesteigert werden und liegt im Jahr 2018 bei 50 kg/(E·a).

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten „Abfall" unter LUBW.Baden-Württemberg>Themen> Abfall- und Kreislaufwirtschaft, bei der Länderinitiative Kernindikatoren LIKI sowie beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg

Energieproduktivität

Bedeutung:
Endenergie ist die durch Umwandlung bzw. Aufbereitung aus Energieträgern wie Kohle oder Biomasse gewonnene Energie, die dem Verbraucher zugeführt wird. Dies sind zum Beispiel Fernwärme, Strom oder Mineralölprodukte.

Die Endenergieproduktivität stellt ein Maß für die Effizienz der Energieverwendung dar. Sie zeigt, wie viel Euro wirtschaftlicher Leistung (Bruttoinlandsprodukt) pro Einheit Endenergie erzeugt wird und gilt damit als Maßstab für die Effizienz einer Volkswirtschaft im Umgang mit den Energieressourcen.

Definition:
Die Endenergieproduktivität ergibt sich aus der wirtschaftlichen Leistung, dargestellt durch das Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt, verkettet), bezogen auf den Endenergieverbrauch. Sie wird als Index (2008=100) dargestellt.

Ziel:
Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie von 2016 formuliert das Ziel, die Energieproduktivität im Zeitraum von 2008 bis 2050 jährlich um 2,1 Prozent  zu steigern.

Bewertung:
In Baden-Württemberg hat sich die Energieproduktivität seit 2008 um etwa 19 % erhöht, dies entspricht einem jährlichen Anstieg von im Mittel etwa 2 % und liegt damit in etwa auf Höhe des Bundesziels. . Der Anstieg der Energieproduktivität zeigt, dass das gesamtwirtschaftliche Wachstum in Baden-Württemberg höher lag als die Zunahme des Endenergieverbrauchs.

Weitere Informationen: Länderinitiative Kernindikatoren LIKI, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Rohstoffproduktivität

Bedeutung:
Die Gewinnung oder Nutzung von nicht erneuerbaren Rohstoffen ist endlich und mit Umweltbelastungen und Schadstoffemissionen verbunden. Die Rohstoffproduktivität gibt das Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts zum Verbrauch von nicht erneuerbaren Rohstoffen an und drückt damit aus, wie viel wirtschaftliche Leistung (dargestellt als BIP) durch den Einsatz einer Einheit Rohstoffe „produziert" wird.

Definition:
Die Rohstoffproduktivität ergibt sich aus dem Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zur Inanspruchnahme von nicht erneuerbaren Rohstoffen (z. B. Kohle, Erdöl, Erze, Mineralien) in 1.000 Euro pro Tonne (€/T). Dargestellt wird der zeitliche Verlauf der Rohstoffproduktivität als Index mit dem Basisjahr 1994.

Ziel:

Deutschland hat sich mit der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, bei der Gesamtrohstoffproduktivität den Trend der Jahre 2000 bis 2010 bis 2030 beizubehalten. Dieser Indikator kann für die Bundesländer nicht erhoben werden, daher wird weiterhin auf die Rohstoffproduktivität zurückgegriffen.

Bewertung:
Im Jahr 2016 ist bei leicht steigendem Rohstoffverbrauch ein Rückgang der Rohstoffproduktivität um 1,6 Prozentpunkte zu verzeichnen. Gegenüber 1994 konnte die Rohstoffproduktivität um 66 % gesteigert werden was zeigt, dass insgesamt eine Entkopplung von Rohstoffverbrauch und Wirtschaft stattfindet.

Weitere Informationen: Länderinitiative Kernindikatoren LIKI