Flächeninanspruchnahme

Bedeutung:
Boden ist eine endliche Ressource. Mit der Inanspruchnahme von Freiflächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke werden Lebensräume für Flora und Fauna ebenso beeinträchtigt wie die Funktionen des Bodens.

Definition:
Dargestellt wird die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Hektar pro Tag (ha/d) sowie der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Landesfläche in %. Wegen Umstellung auf ALKIS und das neue Koordinatensystem ETRS89/UTM sind die Daten seit 2013 mit Unsicherheiten behaftet.

Ziel:
Eine bedarfsgerechte und flächeneffiziente Siedlungsentwicklung ist ein bedeutendes Thema in Baden-Württemberg. Ziel ist es daher, vor Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbeflächen im Außenbereich vorrangig im Innenbereich zu entwickeln.

Bewertung:
In einer längerfristigen Betrachtung ist die Flächeninanspruchnahme rückläufig. Der Durchschnitt der letzten fünf Jahre beträgt rund 5,5 Hektar pro Tag.

Weitere Informationen finden Sie auf den Themenseiten Flächeninanspruchnahme unter www.lubw.baden-wuerttemberg.de/boden/flaecheninanspruchnahme sowie unter Länderinitiative Kernindikatoren LIKI.

Ökologische Landwirtschaft

Bedeutung:
Ökologische Landwirtschaft erhält und schont die natürlichen Ressourcen in besonderem Maße. Zu den Anbauregeln gehören insbesondere möglichst geschlossene Betriebskreisläufe und der Verzicht auf chemisch-synthetische Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel.

Definition:
Angegeben wird der Anteil der Flächen mit ökologischer Landwirtschaft nach EG-Öko-Verordnung an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche in Prozent.

Ziel:

Das Land Baden-Württemberg fördert den ökologischen Landbau gezielt mit dem 2012 ins Leben gerufenen Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg". Ein konkretes Ziel ist für diesen Indikator nicht definiert.

Bewertung:
Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der landwirtschaftlich genutzten Fläche steigt in Baden-Württemberg unvermindert an. Mit inzwischen 10,7 % liegt Baden-Württemberg deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 7,5 % ökologisch bewirtschafteter Fläche.

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre

Bio aus dem Genießerland (Herausgeber: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz) unter https://mlr.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mlr/intern/dateien/publikationen/RZ_MLR_Brosch_OekoLandbau_Verbraucher_Web.pdf, unter Länderinitiative Kernindikatoren LIKI sowie beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft BMEL.

Häusliche Abfälle

Bedeutung:
Ein hoher Verbrauch von Rohstoffen und Energie kann zu Ressourcenmangel führen. Eine abfallarme Produktion soll Ressourcen schonen; Rohstoffe und Energie sollen aus Abfällen zurückgewonnen werden. Das Aufkommen an häuslichen Abfällen beschreibt den Bereich des privaten Konsums. Mögliche Verwertungswege ergeben sich aus den unterschiedlichen Abfallfraktionen.

Definition:
Dargestellt das das gesamte Abfallaufkommen unterteilt nach Haus- und Sperrmüll (ohne Wertstoffe und Biomüll), getrennt erfasste Wertstofffraktionen (z. B. Glas, Papier) und Bioabfälle in Kilogramm pro Einwohner und Jahr (kg/(E·a)).

Ziel:

Ziel ist die weitere Verringerung des durchschnittlichen einwohnerbezogenen Hausmüllaufkommens. Gleichzeitig sollen die Erfassungsmengen von Bioabfall und von Wertstoffen erhöht werden [Abfallwirtschaftsplan Baden-Württemberg].

Bewertung:
Das gesamte Abfallaufkommen ist seit Jahren nahezu konstant. Durch die flächendeckende Einführung der Biotonne soll eine erhebliche Steigerung des Bioabfallaufkommens von derzeit 45 kg/(E·a) auf 60 kg/(E·a) erreicht werden. Im Jahr 2016 hat sich das Aufkommen an häuslichen Bioabfällen im Vergleich zum Vorjahr von 45 kg/(E·a) auf 49 kg/(E·a) erhöht.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten „Abfall" unter www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/1174/ bei der Länderinitiative Kernindikatoren LIKI sowie beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.

Energieproduktivität

Bedeutung:
Die Energieproduktivität stellt ein Maß für die Effizienz der Energieverwendung dar. Sie zeigt, wie viel Euro wirtschaftlicher Leistung (Bruttoinlandsprodukt) pro Einheit Primärenergie erzeugt wird und gilt damit als Maßstab für die Effizienz einer Volkswirtschaft im Umgang mit den Energieressourcen.

Definition:
Die Energieproduktivität ergibt sich aus der wirtschaftlichen Leistung, dargestellt durch das Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt, verkettet), bezogen auf den Primärenergieverbrauch. Sie wird als Index (1991=100) dargestellt.

Ziel:
Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie von 2016 formuliert das Ziel, die Energieproduktivität im Zeitraum von 2008 bis 2050 um 2,1 Prozent im Jahr zu steigern.

Bewertung:
In Baden-Württemberg hat sich die Energieproduktivität seit 1991 um etwa 48 % erhöht, dies entspricht einem jährlichen Anstieg von im Mittel etwa 2 %, in den letzten zehn Jahren deutlich über 2,1 %. Der Anstieg der Energieproduktivität zeigt, dass das gesamtwirtschaftliche Wachstum in Baden-Württemberg höher lag als die Zunahme des Primärenergieverbrauchs.

Weitere Informationen: Länderinitiative Kernindikatoren LIKI, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Rohstoffproduktivität

Bedeutung:
Die Gewinnung oder Nutzung von nicht erneuerbaren Rohstoffen ist endlich und mit Umweltbelastungen und Schadstoffemissionen verbunden. Die Rohstoffproduktivität gibt das Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts zum Verbrauch von nicht erneuerbaren Rohstoffen an und drückt damit aus, wie viel wirtschaftliche Leistung (dargestellt als BIP) durch den Einsatz einer Einheit Rohstoffe „produziert" wird.

Definition:
Die Rohstoffproduktivität ergibt sich aus dem Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zur Inanspruchnahme von nicht erneuerbaren Rohstoffen (z. B. Kohle, Erdöl, Erze, Mineralien) in 1.000 Euro pro Tonne (€/T). Dargestellt wird der zeitliche Verlauf der Rohstoffproduktivität als Index mit dem Basisjahr 1994.

Ziel:
Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie von 2016 formuliert das Ziel, den Trend der Jahre 2000 -2010 bis zum Jahr 2030 beizubehalten. [Nachhaltigkeitsbericht UM 2014].

Bewertung:
Im Jahr 2016 ist bei leicht steigendem Rohstoffverbrauch ein Rückgang der Rohstoffproduktivität um 1,6 Prozentpunkte zu verzeichnen. Gegenüber 1994 konnte die Rohstoffproduktivität um 66 % gesteigert werden.

Weitere Informationen: Länderinitiative Kernindikatoren LIKI