Verkehrsemissionen

  • In Baden-Württemberg werden die Emissionen des Straßen- und Schienenverkehrs, der Schifffahrt, des bodennahen Luftverkehrs an Flughäfen sowie weiterer Fahrzeuge, Maschinen und Geräte, die beispielsweise in der Bau-, Forst-, oder Landwirtschaft genutzt werden, in EmiKaDa (Emissionskataster-Datenbank) in der Quellengruppe Verkehr erfasst.
  • Neben den Abgasemissionen werden insbesondere im Straßenverkehr auch Aufwirbelung von Stäuben sowie Straßen-, Kupplungs-, Reifen- und Bremsenabrieb berücksichtigt.
  • Die Emissionen werden, neben aktuellen Erhebungen, anhand prognostischer Daten fortgeschrieben.
  • Der Verkehr verursacht neben Treibhausgasen auch verschiedene Luftschadstoffe, zum Beispiel Feinstaub, Stickstoffoxide und Kohlenmonoxid. Je nach Verkehrsmittel, Fahrzeugtyp und Verkehrsaufkommen fallen diese Schadstoffe in unterschiedlicher Menge an.

Wesentliche Datengrundlage für die Erfassung der Emissionen aus dem Bereich Straßenverkehr ist die jeweils aktuelle Bundesverkehrszählung sowie die Verkehrszählungen an landeseigenen Verkehrszählstellen. Des Weiteren werden die Emissionsberechnungen des Straßenverkehrs auf der Grundlage des „Handbuchs Emissionsfaktoren des Straßenverkehrs" in der jeweils gültigen Version durchgeführt. Die Emissionen im Bereich des Straßenverkehrs für das Land Baden-Württemberg berechnen sich unter Berücksichtigung der verschiedensten Verkehrssituationen und einiger weiterer Faktoren bis auf die Ebene einzelner Straßenabschnitte.
Es werden die Emissionen der Treibhausgase und der Luftschadstoffe erhoben; bei den Stäuben wird unterschieden in Gesamtstaub sowie in die PM10- sowie PM2,5-Feinstaub-Fraktionen. Die Staubemissionen selbst sind unterteilt in Partikel aufgrund der Aufwirbelung sowie Abgasemissionen und entsprechende Straßen-, Kupplungs-, Reifen- und Bremsenabriebe.

Die Emissionen des Schienenverkehrs werden von der Deutschen Bahn AG erhoben und zur Verfügung gestellt. Die Berechnung der abgas- (aus Dieseltraktion) und abriebsbedingten Emissionen von Schienenfahrzeugen erfolgt in diesem Fall über systemische Modellierung und entsprechenden spezifischen Emissionsfaktoren.

Die Länge des Schienennetzes in Baden-Württemberg beträgt ca. 4.400 km (Stand Juli 2025). Der Verkehrsanteil von DB Regio ist nach wie vor der größte (ca. 53 Prozent). Durch die Öffnung des Marktes für weitere Eisenbahnverkehrsunternehmen ist aber der Anteil von anderen Unternehmen deutlich gestiegen.  Aus Emissionssicht von Interesse ist der Transport auf den nicht elektrifizierten Strecken (ca. 1.700 km im Jahr 2025) mit Dieselloks und ggf. Dampfloks sowie der Rangierbetrieb mit Dieselloks.
An der Personenverkehrsleistung hatte der Schienenverkehr 2023 bundesweit einen Anteil von ca. 11 Prozent, an der Güterverkehrsleistung 21 Prozent.

Die Emissionen von Schiffen werden auf der Grundlage der entsprechenden Kenngrößen wie Kraftstoffverbrauch (Fahrgastschiffe) und Beförderungsleistung (Güterschiffe) in Verbindung mit spezifischen Emissionsfaktoren für Baden-Württemberg berechnet. Die Berechnung der Emissionen der Schiffe auf dem Bodensee werden dabei separat als Ganzes betrachtet, der Emissionsanteil für Baden-Württemberg wird nicht separat errechnet.
Das Streckennetz für den gewerblichen Binnenschiffsverkehr in Baden-Württemberg umfasst ca. 550 km. Die Mehrheit hiervon entfallen auf Bundeswasserstraßen, das sind der Rhein von Mannheim bis Basel (270 km), der Neckar von Mannheim bis Plochingen (203 km) und der Main bei Wertheim (25 km). Hinzu kommen die für die Schifffahrt bestimmten Landesgewässer, das sind die Donau bei Ulm, der baden-württembergische Anteil des Hochrheins zwischen Bodensee und Basel, der Bodensee sowie bestimmte Nebengewässer des Rheins zwischen Basel und Mannheim.
Am meisten befahren ist der Rhein, auf den etwa 75 Prozent des Güterumschlags der Binnenschifffahrt in Baden-Württemberg entfallen. Ursache hierfür ist auch, dass der Rhein von größeren Schiffseinheiten befahren werden kann als der Neckar.

Für die Ermittlung der Emissionen des Flugverkehrs werden zunächst Zahlen für den Flughafen Stuttgart aus den aktuellen Emissionsberichten des Flughafenbetreibers übernommen. Darüber hinaus werden für die anderen Flughäfen und Flugplätze die Starts und Landungen gewerblicher und privater Flüge berücksichtigt. Bis zu einer Höhe von 1 000 Metern über Grund werden dabei die Starts und Landungen betrachtet (LTO-Zyklus) sowie der Vorfeldverkehr, welche ebenfalls anhand spezifischer Emissionswerte ausgewertet werden.
Zentraler Verkehrsflughafen des Landes ist der internationale Verkehrsflughafen Stuttgart. Daneben stehen dem Flugverkehr zwei große Regionalflughäfen (Friedrichshafen und Karlsruhe/Baden-Baden), zahlreiche kleinere Verkehrsflugplätze sowie sonstige Flug- und Landeplätze zur Verfügung.
Der Flugverkehr der drei Flughäfen in Baden-Württemberg hat sich in den vergangenen 30 Jahren insgesamt durch eine hohe Wachstumsdynamik ausgezeichnet (siehe Abbildung). Dieses Wachstum wurde mit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 unterbrochen. Während die Fluggastzahlen auf dem Flughafen Stuttgart im Jahr 2019 mit 13,0 Mio. Personen einen erneuten Höchstwert erreichten, war im Jahr 2020 in Folge der Corona-Pandemie ein Rückgang von fast 75 % zu verzeichnen (3,2 Mio. Fluggäste). Zwischenzeitlich ist das Fluggastaufkommen wieder angestiegen – mit 9,1 Mio. Personen im Jahr 2024 wurde das Vor-Corona-Niveau allerdings noch nicht wieder erreicht.  Auch im Passagieraufkommen des Regionalflughafens Karlsruhe/Baden-Baden waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie erkennbar. Allerdings erreichte er im Jahr 2024 mit 1,8 Mio. Passagieren einen neuen Höchstwert (vgl. 1,35 Mio. Fluggäste im Jahr 2019). Am Regionalflughafen Friedrichshafen wurden im Jahr 2019 rund 490.000 Passagiere abgefertig, bisheriger Höchstwert waren 660.000 Fluggäste im Jahr 2006. Insgesamt wurden an den drei genannten Flughäfen im Jahr 2019 rund 14,9 Mio. Fluggäste abgefertigt und damit so viele wie nie zuvor.