HNV farmland-Indikator

LandwirtschaftKnapp die Hälfte der Fläche Baden-Württembergs wird landwirtschaftlich genutzt. In den letzten Jahrzehnten führte die Intensivierung der Landwirtschaft zu einem drastischen Verlust weniger intensiv genutzter Flächen wie z. B. blütenreiche Wiesen oder Brachflächen und damit zu einem drastischen Rückgang der Artenvielfalt und von seltenen Tier- und Pflanzenarten. Um extensiv genutzte Flächen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu sichern, hat das Land Förderprogramme wie z. B. das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) und die Landschaftspflegerichtlinie (LPR) aufgelegt. Ziel dieser Förderprogramme ist es, die Formen von Landwirtschaft zu unterstützen, die zum Naturschutz beitragen und die Biodiversität begünstigen.

Mit dem "High nature value farmland" (kurz: HNV-Farmland)-Indikator, also dem Indikator für „Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert“, wird die Entwicklung solch extensiv genutzter, artenreicher Flächen landesweit beobachtet. Der HNV-Farmland-Indikator wurde von der Europäischen Union als Agrar-Umweltindikator für die europäische Landwirtschaftspolitik eingeführt. Der Indikator ermittelt jährlich, wie hoch der Anteil an Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert an der gesamten Agrarlandschaftsfläche ist und ob dieser Anteil im Lauf der Zeit zu- oder abnimmt. Er soll so dazu beitragen, Erfolge und Misserfolge bei den Anstrengungen der Länder, des Bundes und der Europäischen Union zur Verbesserung der Umweltsituation in der Landwirtschaft sichtbar zu machen.

Der HNV farmland-Indikator ist einer der Indikatoren der Länderinitiative Kernindikatoren der Länder (LIKI) im Bereich Natur und Landschaft (B) als Teilindikator B7 – Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert. Auf den Seiten der Länderinitiative Kernindikatoren finden Sie weiterführende Informationen zum HNV-Wert der Bundesländer und Deutschlands.

Weitere Informationen zum HNV-Farmland-Indikator erhalten Sie auch auf den Seiten des BfN (Bundesamt für Naturschutz).

Landwirtschaft

Die Seiten des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) geben ausführliche Informationen:

Baden-Württemberg bietet auch in der neuen GAP-Förderperiode (2023-2027) 16 Förderprogramme zur Entwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums nach eigenen, regionalen Erfordernissen an. Sie sind im GAP-Strategieplan für Deutschland zusammengefasst und werden aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert sowie mit Mitteln des Landes und des Bundes kofinanziert.

Der HNV-Farmland-Indikator war seit 2009 im Rahmen der europäischen Förderpolitik (ELER) gemäß „EU Common Monitoring and Evaluation Framework for the Rural Development Programmes“ ein Pflichtindikator für die Evaluierung der Entwicklungsprogramme Ländlicher Raum und musste von allen Bundesländern gegenüber der EU berichtet werden. Mit Beginn der Förderperiode im Jahr 2023 ist der Indikator nicht mehr im ELER-Indikatorenset der EU enthalten.