Monatsberichte zu den Grundwasserverhältnissen
Inhalte mit Jahr 2026 .
Monatsbericht zu den Grundwasserverhältnissen Juli 2026
Fazit
Die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg bewegen sich Ende Juli 2026 auf niedrigem Niveau. Bei knapp der Hälfte der Messstellen befinden sich die Messergebnisse noch im unteren Normalbereich (48% der Messstellen). Erstmals bewegt sich mehr als die Hälfte der Messstellen (52%) nicht mehr im Normalbereich, sondern auf niedrigem Niveau. Ein Neubildungsprozess des Grundwassers fand im Laufe des Bezugsmonats nicht mehr statt. Die seit März bestehende rückläufige Tendenz der Grundwasserverhältnisse hat sich ununterbrochen fortgesetzt. In sämtlichen Landesteilen sind mittlerweile Messstellen mit niedrigen Grundwasserständen zu verzeichnen. Großräumige Engpässe in der öffentlichen Wasserversorgung sind zwar nicht zu erwarten, allerdings könnten die Wasserversorgungsunternehmen zunehmend Probleme mit der Deckung des Spitzenwasserbedarfs im Versorgungsgebiet bekommen. Wasserknappheit könnte in Gebieten, die überwiegend mit Quellwasser versorgt werden, im weiteren Jahresverlauf auftreten.
Vergleich zum Vormonat
Der Juli 2026 war in Baden-Württemberg ungewöhnlich trocken (Quelle: DWD). Die rd. 41 mm gemessenen Niederschlag am Lysimeterstandort Büchig sind im Zuge eines Unwetters am 16. und 17. Juli gefallen. Diese Situation ist repräsentativ für die landesweiten Verhältnisse mit im Juli vereinzelt aufgetretenen unwetterartigen Gewittern. Der Neubildungsprozess ist im Laufe des Monats vollständig zur Ende gegangen. Die Grundwasserstände und Quellschüttungen waren an 96% der Messstellen rückläufig . Die gemessenen Veränderungen waren regional unterschiedlich, wie etwa -2,25 m auf der Ostalb (GW-Nr. 0102/714-0) oder -0,11 m in Oberschwaben (GW-Nummer 0181/669-4). Die Quellschüttungen waren ausnahmslos rückläufig, mit z.B. -1,36 l/s am Jägerbrunnen in Freudenstadt, GW-Nr. 0001/265-0 oder -58,2 l/s an der Bronnbachquelle in Rottenburg, GW-Nr. 0001/415-1. Mit einem Minus von -56 l/s bewegt sich die Schüttung des Blautopfs auf der Schwäbischen Alb in der gleichen Größenordnung wie im Juni (GW-Nummer 0600/665-0). (Hinweis: der vieljährige Monatsmittelwert beträgt 1.604 l/s).
Vergleich zum Vorjahr
Die anhaltenden Rückgänge seit März haben dazu geführt, dass im Jahresvergleich an neun von zehn Messstellen (87%) niedrigere Verhältnisse als im Jahr 2025 vorliegen, beispielsweise in den Ellwanger Bergen (-0,90 m, GW-Nr. 0004/709-9). Bei den Quellen überwiegen ebenfalls die Rückgänge, wie etwa an der Hilsbachquelle im Kraichgau (-0,59 l/s, GW-Nr. 0600/407-7). Mit einem Minus von rd. -177l/s ist der Abfluss des Blautopfs im Jahresvergleich nur geringfügig zurückgegangen.
Prognose für den Folgemonat
Es ist damit zu rechnen, dass der Neubildungsprozess erst im Herbst wieder anläuft und die Sickerungen ins Grundwasser bis dahin vollständig ausbleiben. Es ist daher davon auszugehen, dass die Grundwasserstände weiter fallen und die Flächen mit niedrigem Niveau in den kommenden Wochen weiter zunehmen. Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich derzeit noch nicht auf historisch niedrigem Niveau. Sie bewegen sich allerdings in Richtung Rekorde für niedrigste Werte, falls die Trockenheit und die hohen Temperaturen unvermindert anhalten. Es ist möglich, dass einige Quellen mit kleinen Einzugsgebieten diesen Sommer erstmals versiegen könnten.