Monatsberichte zu den Grundwasserverhältnissen
Inhalte mit Jahr 2026 .
Monatsbericht zu den Grundwasserverhältnissen Mai 2026
Fazit
Die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg bewegen sich im Mai 2026 insgesamt auf liecht unterdurchschnittlichem Niveau aber meist noch innerhalb des Normalbereichs (74% der Messstellen). Jede vierte Messstelle bewegt sich auf niedrigem Niveau, also unterhalb des Normalbereichs. Die seit März bestehende rückläufige Tendenz der Grundwasserverhältnisse hat sich in der trockenen und heißen zweiten Hälfte des Bezugsmonats verstärkt. Die Sickerungen haben deutlich nachgelassen und der Neubildungsprozess geht allmählich zur Neige. Der Oberboden ist weitestgehend trocken aber die tieferen Bodenschichten verfügen Anfang Juni noch über Restfeuchte. In den südöstlichen Landesteilen sind zahlreiche Messstellen mit niedrigen Grundwasserständen zu verzeichnen, insbesondere in Oberschwaben, im Illertal und in Teilen der Schwäbischen Alb. Engpässe in der öffentlichen Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht zu erwarten.
Vergleich zum Vormonat
Der Mai 2026 war in Baden-Württemberg ausgesprochen trocken, wobei die Niederschläge etwa zwei Drittel des Solls betrugen. Der Neubildungsprozess hielt im Laufe des Monats noch an aber hat deutlich nachgelassen. Die Grundwasserstände und Quellschüttungen waren rückläufig (an 95% der Messstellen). Die signifikantesten Rückgänge waren in der trockenen und heißen zweiten Monatshälfte zu verzeichnen. Die gemessenen Veränderungen waren bereichsweise erheblich, wie etwa -2,62 m auf der Ostalb (GW-Nr. 0102/714-6) oder -2,28 m im Bereich der Voralb (GW-Nummer 0032/515-0) sowie -6,61 m der der oberen Gäue (GW-Nr. 7003/412-1). Die Quellschüttungen waren ebenfalls rückläufig, mit z.B. -10,9 l/s am Jägerbrunnen in Freudenstadt, GW-Nr. 0001/265-0 oder -145 l/s an der Bronnbachquelle in Rottenburg, GW-Nr. 0001/415-1. Mit einem Minus von -708 l/s ist die Schüttung des Blautopfs auf der Schwäbischen Alb deutlich zurückgegangen (GW-Nummer 0600/665-0). (Hinweis: der vieljährige Monatsmittelwert beträgt 2.216 l/s).
Vergleich zum Vorjahr
Zu Beginn des hydrologischen Sommerhalbjahrs liegen unterdurchschnittliche Grundwasserverhältnisse vor. Die anhaltenden Rückgänge seit etwa März haben dazu geführt, dass im Jahresvergleich an der Mehrzahl der Messstellen (55%) nun niedrigere Verhältnisse als im Jahr 2025 gemessen werden, beispielsweise in der Leutkircher Heide (-1,30 m, GW-Nr. 0145/771-7). Bei den Quellen halten sich Zu- und Abnahmen die Waage, wie etwa an der Gallusquelle in Veringenstadt (-33 l/s, GW-Nr. 0601/517-7) vs. der Nächstquelle im Odenwald (+9,55 l/s, GW-Nr. 0600/554-9). Mit einem geringen Plus von rd. +176 l/s bewegt sich der Abfluss des Blautopfs in der gleichen Größenordnung wie vor einem Jahr.
Prognose für den Folgemonat
Es ist damit zu rechnen, dass der Neubildungsprozess weiter abklingt infolge der hohen Temperatur- und Verdunstungswerte sowie durch den starken Wasserbedarf der Pflanzen in der Vegetationszeit. Die Sickerungen könnten in den kommenden Wochen zum Stillstand kommen. Es ist aus heutiger Sicht davon auszugehen, dass die Grundwasserstände weiter Fallen und die Flächenanteile mit niedrigem Niveau in den kommenden Wochen zunehmen. Feuchte Witterungsverhältnisse könnten den aktuellen Trend positiv beeinflussen.