Monatsberichte zu den Grundwasserverhältnissen
Inhalte mit Jahr 2026 .
Monatsbericht zu den Grundwasserverhältnissen September 2026
Fazit
Die seit März rückläufige Tendenz der Grundwasserverhältnisse hat sich auch im extrem trockenen Bezugsmonat fortgesetzt. Die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg bewegen sich Ende September 2026 an knapp über 60 % der Messstellen (61%) landesweit auf niedrigem Niveau, besonders im Bereich der Schwäbischen Alb, des Neckarbeckens und in Oberschwaben. An einem Drittel der Messstellen war die Situation in einem September seit Beginn der gewässerkundlichen Beobachtungen noch nie so angespannt. An 20% der Messstellen werden die bisherigen Niedrigstwerte unterschritten. Die restlichen Messstellen bewegen sich im unteren Normalbereich auf teils sehr unterdurchschnittlichem Niveau. Die Grundwasserneubildung aus Niederschlägen findet seit Ende Juni 2026 nicht mehr statt. Großräumige Engpässe in der öffentlichen Wasserversorgung sind nicht an der Tagesordnung, wobei die Wasserversorgungsunternehmen nach wie vor Probleme mit der Deckung des Spitzenwasserbedarfs im Versorgungsgebiet bekommen könnten. Wasserknappheit ist in Gebieten, die überwiegend mit Quellwasser versorgt werden, im weiteren Jahresverlauf nicht auszuschließen.
Vergleich zum Vormonat
Der September 2026 war in Baden-Württemberg extrem niederschlagsarm (Quelle: DWD). Die etwa 7 mm gemessener Niederschlag am Lysimeterstandort Büchig sind unmittelbar verdunstet, der Neubildungsprozess ist seit Ende Juni 2026 außer Kraft. Diese Situation ist repräsentativ für die landesweiten Verhältnisse. Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegten sich Ende August bereits auf sehr niedrigem Niveau und waren im September an 94% der Messstellen weiterhin rückläufig, wobei die gemessenen Veränderungen regional unterschiedlich waren, wie etwa -0,02 m in Neuenburg im südlichen Oberrheingraben (GW-Nr. 0110/022-3) oder -1,49 m im tiefen Karst der Ostalb (GW-Nummer 0102/714-6). Die Quellschüttungen waren ebenfalls rückläufig, mit z.B. -2,59 l/s an der Nächstquelle im Odenwald, GW-Nr. 0600/554-9, oder -35 l/s an der Bronnbachquelle in Rottenburg, GW-Nr. 0001/415-1. Mit einem Minus von -180 l/s bewegt sich die Schüttung des Blautopfs auf der Schwäbischen Alb deutlich unterhalb der Augustwerte (GW-Nummer 0600/665-0). (Hinweis: der vieljährige Monatsmittelwert beträgt 1.250 l/s).
Vergleich zum Vorjahr
Die anhaltenden Rückgänge seit März haben dazu geführt, dass im Jahresvergleich an über neun von zehn Messstellen (94%) niedrigere Verhältnisse als im Jahr 2025 vorliegen, beispielsweise in den Ellwanger Bergen (-0,61 m, GW-Nr. 0004/709-9). Bei den Quellen überwiegen ebenfalls die Rückgänge, wie etwa an der Gallusquelle auf der Schwäbischen Alb (-63 l/s, GW-Nr. 0601/517-7). Mit einem Minus von rd. -354 l/s ist der Abfluss des Blautopfs im Jahresvergleich deutlich rückläufig.
Prognose für den Folgemonat
Die Bodenschichten sind seit einigen Wochen bis in Tiefenbereiche weit unterhalb der Wurzelzone komplett ausgetrocknet. Selbst bei feuchter Witterung wird der Neubildungsprozess im Herbst frühestens nach partieller Wiederauffüllung des Bodenwasserspeichers wieder anlaufen können. Ob eine Grundwasserneubildung bereits im Laufe des Oktobers stattfinden wird, ist aufgrund der aktuellen Wettervorhersagen eher unwahrscheinlich. Es ist damit zu rechnen, dass die Grundwasserstände weiter fallen und Bereiche mit niedrigem Niveau in den kommenden Wochen weiter zunehmen. Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich derzeit an 20% der Messstellen bereits auf historisch niedrigem Niveau. Niedrigste Werte können im Herbst an weiteren Messstellen erreicht werden und es besteht weiterhin die Gefahr, dass Quellen mit kleinen Einzugsgebieten diesen Herbst erstmals versiegen könnten.