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Heizen mit Holz: Aber richtig!

Zwei Informationsbroschüren unterstützen die Verbraucher

Löwe 20.12.2016

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG DES MINISTERIUMS FÜR UMWELT, KLIMA UND ENERGIEWIRTSCHAFT BADEN-WÜRTTEMBERG, DER LUBW LANDESANSTALT FÜR UMWELT, MESSUNGEN UND NATURSCHUTZ BADEN-WÜRTTEMBERG UND DES LANDESINNUNGSVERBANDES DES SCHORNSTEINFEGERHANDWERKS BADEN-WÜRTTEMBERG

„Holz ist ein nachwachsender Brennstoff aus der Region und damit ein klimafreundlicher Ersatz für Heizöl und Kohle. Vorausgesetzt, das Holz war gut gelagert und wird richtig verbrannt“, sagt der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller MdL. 

Bei idealen Verbrennungsbedingungen entstehen bei Holzfeuerungen nur Kohlendioxid, Asche und Wasserdampf. In der Realität sieht es leider oft anders aus. Von der richtigen Sauerstoffzufuhr hängt beispielsweise ab, wie viel Feinstaubpartikel freigesetzt werden. Ist diese nicht ideal, werden vermehrt Feinstaubpartikel freigesetzt, die dann als Emission über den Schornstein in die Luft entweichen. Bei schlechten Verbrennungsbedingungen entsteht auch ein hoher Anteil an leichtflüchtigen Verbindungen im Rauchgas, beispielsweise polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Diese können die Gesundheit schädigen. Im waldfrischen Zustand trägt auch der hohe Wassergehalt zu vermehrter Rauchbildung bei, dies führt auch zu Geruchsbelästigungen. Deshalb muss Holz zunächst richtig getrocknet und gelagert werden. 

Vor diesem Hintergrund hat nun das baden-württembergische Umweltministerium gemeinsam mit der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz und dem Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Baden-Württemberg die wichtigsten Informationen für Privathaushalte rund um das Thema „Heizen mit Holz“ in zwei Broschüren zusammengestellt. Eine Broschüre thematisiert den Kauf und Einsatz von Kamin- und Einzelöfen, die andere den Kauf und Betrieb von Kesselanlagen. „Die richtige Handhabung dieser Öfen reduziert deutlich die Freisetzung von Feinstaubpartikeln und anderer Schadstoffe und spart Heizkosten“, so der Umweltminister. 

Feinstaubpartikel aus Holzfeuerungen gelangen nicht erst mit der diesjährigen Feinstaubalarmsaison in Stuttgart in das Untersuchungsinteresse der LUBW. Margareta Barth, Präsidentin der LUBW erläutert: „Wir beobachten in den vergangenen Jahren, dass der Anteil der Emissionen aus den holzbetriebenen kleinen und mittleren Feuerungsanlagen kontinuierlich steigt. Das betrifft vor allem den Feinstaub. Der Anstieg steht in keinem Verhältnis zu dem geringen Anteil, den der Brennstoff Holz an der Wärmeerzeugung hat.“ 
 
Im Zeitraum von 1994 bis 2014 ist der Anteil der Holzfeuerung am Gesamtenergieeinsatz in der Quellengruppe der „Kleinen und Mittleren Feuerungsanlagen“ lediglich um 1 Prozentpunkt von 9 % auf 10 % gestiegen. Gleichzeitig ist in dieser Quellengruppe der Anteil des durch die Holzfeuerung verursachten Feinstaubes um 10 Prozentpunkte von 85 % auf 95 % gestiegen (siehe Grafik). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Feinstaub-Emissionen aus der gesamten Quellengruppe „Kleine und Mittleren Feuerungsanlagen“ um etwa 20 % zurückgingen, während bei den Holzfeuerungen selbst im gleichen Zeitraum nur eine Minderung der Feinstaubemission von 10 % erreicht werden konnte. Der Gesetzgeber hat bereits 2010 reagiert und für die Feststofffeuerung neue Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid festgelegt. Diese Anforderungen an die Feststofffeuerungen wurden im Januar 2015 nochmals verschärft. Kamin- und Einzelöfen tragen überproportional stark zum Feinstaubanteil bei den holzbetriebenen kleinen und mittleren Feuerungsanlagen bei. 

Damit sich Bürgerinnen und Bürger trotzdem mit gutem Gewissen am gemütlichen „Heizen mit Holz“ erfreuen können, rät der Präsident des Landesinnungsverbandes des Schornsteinfegerhandwerks Baden-Württemberg, Stefan Eisele, Zusatzfeuerstätten (Komfortöfen) nach den Vorgaben der Hersteller ausschließlich mit geeignetem, trockenen Holz zu betreiben. Für die Errichtung und Inbetriebnahme eines Holzofens empfiehlt er: „Fragen Sie Ihren Schornsteinfeger um Rat. Für die richtige Dimensionierung eines Ofens ist die Größe des Raums, der damit beheizt werden soll, ausschlaggebend. Nur bei voller Leistung hat der Ofen sein optimales Ausbrand- und Emissionsverhalten. Er sollte so bemessen sein, dass das Zimmer oder die Wohnung nicht überheizt wird.“ Vor allem Kesselanlagen sollten durch einen geeigneten Wärmespeicher ergänzt werden, damit die Holzfeuerungen immer im optimalen Lastbereich betrieben werden können. Das spart Heizkosten und vermindert die Schadstoffbildung. Beim Neukauf sollten sich die Verbraucher für eine emissionsarme, effiziente Feuerungsanlage, möglichst mit automatischer Verbrennungsluftregelung, entscheiden. 

Weitere Informationen finden Sie in den Broschüren: „Heizen mit Holz. Was Sie beim Kauf und Einsatz von Kamin- und Einzelöfen wissen sollten.“ und „Heizen mit Holz. Was Sie beim Kauf und dem Betrieb von Kesselanlagen wissen sollten.“ Beide Broschüren stehen auf der folgenden Webseite der LUBW zum Herunterladen bereit und können hier auch kostenlos bestellt werden: 

Heizen mit Holz. Einzelöfen
Heizen mit Holz. Kesselanlagen


Dank der Kooperation mit dem Landesinnungsverband der Schornsteinfeger werden beide Broschüren auch über die Schornsteinfeger an die Kunden im Rahmen der Feuerstättenschau verteilt. 

Hintergrundinformationen:

Bundesministerum der Justiz und für Verbraucherschutz:

Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen - 1. BImSchV)

Rückfragen
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de