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Landesweit PFC-Einträge durch Kompost und Klärschlamm untersucht

LUBW hat keine weiteren PFC-Belastungen in Böden gefunden

Löwe 28.08.2017

Die seit 2013 bekannten PFC-Belastungen von Äckern in den Gebieten Rastatt, Baden-Baden und Mannheim wurden vermutlich durch Komposte verursacht, denen Papierschlämme zugesetzt worden waren. Um einen landesweiten Überblick über die mögliche Belastungssituation auf kompostbeaufschlagten Flächen zu erhalten, hat die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg in den Jahren 2015 und 2016 landesweit Stichproben entsprechend gedüngter Böden entnommen und auf Belastungen mit 20 verschiedenen per- und polyfluorierten Verbindungen (PFC) untersucht. „Solche PFC-Belastungen wie in Mittel- und Nordbaden haben wir glücklicherweise an keiner anderen Stelle im Land gefunden“, erklärte Burkhard Schneider, stellvertretender Präsident der LUBW anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Ergebnisberichts. „Das zeigt, dass die bisher bekannten Belastungen regional begrenzt sind.“

Die Ergebnisse sind ein weiteres Indiz dafür, dass die PFC-Schadensfälle in Mittel- und Nordbaden nicht durch üblichen Kompost verursacht wurden. Vielmehr werden dem Kompost zugesetzte Papierschlämme aus Papierfabriken, die PFC in der Produktion von Spezialpapieren einsetzten, als Ursache für die Boden- und Grundwasserbelastungen angenommen.

Ergänzend hat die LUBW Ackerflächen im Land auf PFC untersucht, auf denen in der Vergangenheit Klärschlamm ausgebracht wurde. Darunter waren gezielt auch solche Flächen, die nach den Ergebnissen des landesweiten PFC-Untersuchungsprogramms von 2007 und 2008 mit überdurchschnittlich PFC-belasteten Klärschlämmen beaufschlagt wurden. Auch diese Flächen zeigten in der aktuellen Untersuchung keine Auffälligkeiten bei den PFC-Werten. Die LUBW sieht diese Ergebnisse als ein weiteres Indiz dafür, dass die Ausbringung von Klärschlämmen nicht die maßgebliche Ursache der PFC-Schadensfälle in Mittel- und Nordbaden ist.

 

Ergänzende Informationen:

In allen untersuchten Böden wurden sehr geringe Hintergrundkonzentrationen von PFC gefunden. Die PFC-Gehalte in den untersuchten wässrigen Eluaten lagen bei allen Bodenproben in der gleichen Größenordnung und zeigten ein ähnliches Verteilungsmuster. Dies gilt unabhängig von der Region, von den aufgebrachten Kompostmengen sowie vom liefernden Kompostwerk und auch unabhängig davon, ob das Kompostwerk vorwiegend Biogut (aus der Biotonne) oder Grüngut (von Grüngutsammelplätzen) verarbeitet hat. Die Ergebnisse weisen daher auf einen sehr geringen flächigen, wahrscheinlich depositionsbedingten Hintergrundgehalt an PFC in Böden hin. PFC-Hintergrundgehalte in der gleichen Größenordnung hat die LUBW inzwischen auch in Messflächen der Bodendauerbeobachtung in Baden-Württemberg festgestellt und unter http://www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/118077/?COMMAND=DisplayBericht&FIS=199&OBJECT=118077&MODE=METADATA veröffentlicht.

LUBW-Bericht: „PFC-Einträge in Böden durch Kompost und Klärschlamm“

Rückfragen
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de