Umweltgiften auf der Spur

Weltweit werden mehr als 100.000 Chemikalien industriell erzeugt und in Produkten verarbeitet. Ihre Verwendung ist mit einer Reihe von Vorteilen verbunden, sie können jedoch auch Gefahren für Mensch und Umwelt bewirken. Dann handelt es sich um Schadstoffe, deren Eintrag in die Umwelt vermieden werden sollte. Nahezu überall auf der Erde, bis hin in die entlegenen Gebiete der Antarktis, sind mittlerweile Schadstoffe zu finden.Die Abbildung zeigt den Eintrag von Schadstoffen aus beispielsweise Verkehr und Industrie in eine terrestrische Nahrungskette. Dabei gelangen die Stoffe zunächst in Wasser, Boden und Pflanzen, werden dann von Pflanzenfressern aufgenommen und gelangen über diese weiter in die Fleischfresser am Ende der Nahrungskette.

Beispielsweise können Chemikalien akut giftig sein, auf das Hormonsystem wirken, die Fortpflanzung beeinträchtigen, sich in Organismen anreichern oder lange Jahre in der Umwelt überdauern. So finden sich aufgrund ihrer chemischen Stabilität manche Substanzen, wie per- und polyflourierte Alkylsubstanzen (PFAS), auch dann noch in der Umwelt, nachdem ihre Herstellung und Verwendung eingestellt wurden.

Vielfach sind die biologischen Wirkungen von Chemikalien noch nicht hinreichend bekannt.

Daher untersucht die LUBW in den Medien Wasser, Boden und Luft umweltrelevante Schadstoffe, welche für Mensch, Tier, Pflanze sowie ganze Ökosysteme eine Gefährdung darstellen können.
 

Dargestellt sind die Strukturformeln der beiden Leitverbindungen Perfluoroktansulfonsäure und Perfluoroktansäure

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS)

PFAS umfassen mehr als 4.000 Substanzen. Sie wurden vom Menschen geschaffen. Aufgrund ihrer Stabilität und Langlebigkeit werden sie überall in der Umwelt bis in den menschlichen Organismus nachgewiesen. Seit 2008 beobachten wir die Anreicherung in Wanderfalkeneiern. Dieser steht am Ende der Nahrungskette.

 Wanderfalke auf einem Stein sitzend

Breitbandscreening von Umweltschadstoffen in Spitzenprädatoren

Tiere am Ende der Nahrungskette reichern Umweltschadstoffe besonders stark an. Wir haben 2019-2021 insgesamt 18 Lebern von Greifvögeln und Marderartigen auf Schadstoffe hin untersucht.

Insekt auf einer gelben Blüte

Pestiziduntersuchungen an Insekten

Insekten kommen in der Landschaft mit vielen Umweltgiften in Kontakt. Im Rahmen des Insektenmonitorings des Landes untersuchen wir die Pestizide an den Tieren.