Pressemitteilungen

null Außergewöhnlich niedriger Wasserstand am Bodensee

Historischer Tiefstand für Ende Juni nur um wenige Zentimeter überschritten

26.06.2026

Baden-Württemberg/Karlsruhe. Der Wasserstand des Bodensees ist für Ende Juni außergewöhnlich niedrig, teilt das Niedrigwasser-Informationszentrum (NIZ) der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg mit. Am Pegel Konstanz wurden am 25. Juni 2026 331 Zentimeter gemessen, 80 Zentimeter unter dem langjährigen Durchschnitt für diesen Tag. Der aktuelle Wasserstand ist der zweitniedrigste, der je an einem 25. Juni bisher gemessen wurde. Der historische Tiefstwert lag im Jahr 1865 bei 328 cm.

Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg, betont: „Der Blick auf den Bodensee offenbart: Der Klimawandel hat weitreichende Folgen. Übermäßig lange Trockenphasen lassen die Pegel immer stärker sinken. Das führt nicht nur zu freigelegten Uferzonen und Problemen für den Schiffverkehr, sondern bedeutet auch eine wesentliche Störung der Wasserökologie, Flora und Fauna leiden. Solche Extreme zeigen, wie dringend wir uns für mehr Klimaschutz einsetzen müssen. Aber auch, wie wichtig Maßnahmen zum bestmöglichen Umgang mit den bereits spürbaren Folgen des Klimawandels sind. Das Niedrigwasser-Informationszentrum der LUBW etwa hilft, Wassermangellagen frühzeitig zu erkennen und gezielt darauf zu reagieren.“

Normalerweise erreicht der Bodensee um diese Jahreszeit seinen höchsten Wasserstand. Dass der Pegel aktuell deutlich darunter liegt, ist vor allem auf die anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen sowie eine vergleichsweise geringe Schneeschmelze in den Alpen nach dem Winter zurückzuführen. Der Alpenrhein als wichtigster Zufluss führt derzeit erheblich weniger Wasser als für Ende Juni üblich.

Der Wasserstand des Bodensees folgt einem natürlichen Jahresgang. Während die niedrigsten Pegelstände in der Regel im Februar oder März auftreten, erreicht der See normalerweise Ende Juni seine höchsten Wasserstände. Mit 276 Zentimetern wurde der bislang niedrigste Pegel des Jahres am 9. Februar gemessen.

Die aktuelle Situation verdeutlicht, wie stark sich anhaltende Trockenheit und geringe Schneemengen im Alpenraum auf den Wasserhaushalt des Bodensees auswirken können. Gleichwohl ist die Eigenschaft des Bodensees als wichtiger Trinkwasserspeicher bei solchen Wasserständen nicht gefährdet.

Nach den aktuellen Vorhersagen wird der Wasserstand bis Sonntag weiter leicht zurückgehen. Ab Anfang der kommenden Woche wird aufgrund zu erwartender Niederschläge ein moderater Anstieg erwartet. Eine nachhaltige Erholung hängt jedoch davon ab, ob es im Einzugsgebiet des Bodensees ausreichend regnet und zusätzlich Schmelzwasser aus den Alpen zufließt.

Aktuelle Informationen stellt das Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg bereit.

 

Rückfragen

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de