Klimawandel

Der Klimawandel und seine Folgen sind sowohl global als auch auf regionaler Ebene messbar. Er stellt die Weltgemeinschaft aber auch uns hier in Baden-Württemberg vor große Herausforderungen. Bevölkerung, Land- und Forstwirtschaft, Stadt- und Regionalplanung, Wasserwirtschaft, Gesundheitswesen, Tourismus sowie Industrie und Gewerbe müssen sich auf ein wärmeres Klima im Südwesten einstellen: Die Durchschnittstemperaturen werden weiter steigen, die Zahl der Sommer- und Heißen Tage zunehmen und die Niederschläge verschieben sich tendenziell vom Sommer- ins Winterhalbjahr.

Die Politik in Deutschland und im Land hat inzwischen eine Vielzahl von Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg gebracht, um die Emissionen von Treibhausgasen in verschiedenen Bereichen zu reduzieren. Doch insgesamt reichen diese Maßnahmen bislang nicht aus, um den Klimawandel in den nächsten Jahrzehnten aufzuhalten. Aufgrund der Trägheit des Klimasystems würde sich selbst bei einem sofortigen Emissionsstopp der Temperaturanstieg zunächst fortsetzen. Neben dem vorsorgenden Klimaschutz rücken deshalb immer stärker auch die notwendigen Maßnahmen zur Anpassung an den nicht vermeidbaren Klimawandel in den Vordergrund.

Um eine solche Anpassungsstrategie zielsicher entwickeln und umsetzen zu können, sind zunächst plausible Informationen über das zukünftige Klima notwendig. Eine umfangreiche Studie des Landes hat deshalb die zahlreichen regionalen Klimaprojektionen ausgewertet, verglichen und daraus "Klimatische Leitplanken" für das zukünftige Klima im Südwesten abgeleitet.

 

 

Gezeigt wird eine Grafik mit der beobachteten Temperaturentwicklung bis 2020 und der zukünftigen Entwicklung auf Basis des Szenarios RCP 8.5 für die Zeiträume 2021 bis 2050 (nahe Zukunft) und 2071 bis 2100 (ferne Zukunft). Die Jahresmitteltemperatur ist in Baden-Württemberg in der Vergangenheit, vor allem ab den 1990er-Jahren angestiegen. In Zukunft wird sie laut der Klimamodellrechnungen weiter ansteigen.

Klimabilanz 2021

Dargestellt ist ein Foto, das zeigt, welche schweren Schäden die starken Regenfälle im Sommer 2021 auch in Baden-Württemberg hinterließen. In Küssaberg führte eine Sturzflut beispielsweise zu aufgerissenen Straßen, so dass dort geparkte Autos in den Grund rutschten.

 

Der Bericht der LUBW mit dem Titel "Ein wechselhaftes Jahr: Nass und trocken, sonnig und kühl" zeigt anschaulich, dass das Jahr 2021 hinsichtlich der Witterung sehr wechselhaft und geprägt von extremen Gegensätzen war.

Beginnend mit einem sehr nassen und milden Januar folgten ein trockener, warmer Februar und ein sehr frostreicher sowie extrem trockener April. Die durch die milden Temperaturen im Februar und März bereits früh entwickelten Blüten wurden durch den spät einsetzenden Frost, v.a. im April 2021, geschädigt. Bei den Sonderkulturen sind damit bereits in vier der vergangenen fünf Jahre Frostschäden zu beklagen.

Auf den trockenen Frühling folgte ein extrem regenreicher Sommer, der eine Vielzahl an Starkregenereignissen und Hochwassern mit teils dramatischen Folgen mit sich brachte. Lokal wurden in Baden-Württemberg wiederholt schnell ansteigende Hochwasserscheitel im Bereich von 20- bis 50-jährlichen und sogar über 100-jährlichen Ereignissen registriert. Bäche traten über die Ufer, wurden zu reißenden Flüssen und führten zu gravierenden Schäden innerhalb der betroffenen Gemeinden.

Im Gegensatz zum Sommer war der Herbst 2021 wiederum zu trocken. In der Folge befanden sich zwischenzeitlich 40 % der Kennwertpegel im Land im Niedrigwasserbereich. Der durchschnittlich regenreiche Dezember führte zu einer Entspannung der Niedrigwassersituation.

Mit dem voranschreitenden Klimawandel muss in Zukunft häufiger mit solchen Extremen wie Trockenheit und Hitze einerseits und Starkregen sowie Spätfrost andererseits gerechnet werden. Der Bericht zur klimatischen Einordnung des Jahres 2021 für Baden-Württemberg zeigt damit erneut, dass der Klimawandel auch in Baden-Württemberg immer sichtbarer wird.

 

Weitere Informationen

Klimabilanz 2020

Klimabilanz 2019

Klimabilanz 2018