Klimawandel

Der Klimawandel und seine Folgen sind sowohl global als auch auf regionaler Ebene messbar. Er stellt die Weltgemeinschaft aber auch uns hier in Baden-Württemberg vor große Herausforderungen. Bevölkerung, Land- und Forstwirtschaftwirtschaft, Stadt- und Regionalplanung, Wasserwirtschaft, Gesundheitswesen, Tourismus sowie Industrie und Gewerbe müssen sich auf ein wärmeres Klima im Südwesten einstellen: Die Durchschnittstemperaturen werden weiter steigen, die Zahl der Sommer- und Hitzetage zunehmen und die Niederschläge verschieben sich tendenziell vom Sommer ins Winterhalbjahr.

Die Politik in Deutschland und im Land hat inzwischen eine Vielzahl von Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg gebracht, um die Emissionen von Treibhausgasen in verschiedenen Bereichen zu reduzieren. Doch insgesamt reichen diese Maßnahmen bislang nicht aus, um den Klimawandel in den nächsten Jahrzehnten aufzuhalten. Aufgrund der Trägheit des Klimasystems würde sich selbst bei einem sofortigen Emissionsstopp der Temperaturanstieg zunächst fortsetzen. Neben dem vorsorgenden Klimaschutz rücken deshalb immer stärker auch die notwendigen Maßnahmen zur Anpassung an den nicht vermeidbaren Klimawandel in den Vordergrund.

Um eine solche Anpassungsstrategie zielsicher entwickeln und umsetzen zu können, sind zunächst plausible Informationen über das zukünftige Klima notwendig. Eine umfangreiche Studie des Landes hat deshalb die zahlreichen regionalen Klimaprojektionen ausgewertet, verglichen und daraus "Klimatische Leitplanken" für das zukünftige Klima im Südwesten abgeleitet.

 

 

KLIMABILANZ 2018

Bild: LUBW (S. Plegnière)

 

Zu warm, zu heiß, zu trocken?

Der Bericht zur klimatischen Einordnung des Jahres 2018 für Baden-Württemberg zeigt neue Wärme- und Trockenrekorde im Land. 2018 war besonders warm, zehrte deutlich an den Wasserreserven und brachte erhöhte Ozonkonzentrationen. Hohe Wassertemperaturen schwächten die Biozönose im Bodensee, Rhein und Neckar. Extreme Jahre, wie das Jahr 2018, führen uns die Folgen des Klimawandels bereits heute vor Augen und werden zukünftig keine Seltenheit mehr sein. Das Jahr 2018 war ein besonders warmes Jahr im langjährigen Vergleich. Auch hinsichtlich des Niedrigwassers war 2018 sowohl in seiner zeitlichen als auch in seiner räumlichen Ausdehnung außerordentlich und vergleichbar mit den Niedrigwasserjahren 2003 und 2015. Am Bodensee fielen durch den niedrigen Wasserstand Flachwasserzonen trocken und Sedimentstrukturen an der Rheinmündung wurden sichtbar; zudem war die Wassertemperatur außergewöhnlich hoch. Durch die langanhaltend hohen Wassertemperaturen wurde die Biozönose in Rhein und Neckar geschwächt. Dies ist ein Ergebnis des Berichts der LUBW mit dem Titel "Zu warm, zu heiß, zu trocken? Eine klimatische Einordnung des Jahres 2018 für Baden-Württemberg". Auf 25 anschaulichen Seiten informiert der Bericht insbesondere über die im vergangenen Jahr gemessenen Temperaturen und Niederschläge sowie die Auswirkungen auf die Gewässer im Land.