Schadstoffbewertung

Bewertung von PFAS

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine Gruppe von über 4.000 Substanzen, die seit den 1950er Jahren aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften in verschiedenen Produkten verwendet werden.

Die Toxizität der Leitsubstanzen PFOS und PFOA zeigt langfristig negative Auswirkungen auf verschiedene Organe und Stoffwechselsysteme, wie den Hormonhaushalt. Zudem besitzen PFAS das Potential sich im Körper anzureichern. Eine umfassende toxikologische Bewertung für viele PFAS, besonders für die kurzkettigen und für Vorläuferverbindungen, steht jedoch noch aus. 

Aufgrund der hohen thermischen und chemischen Stabilität der PFAS-Verbindungen und ihrer umfangreichen Verwendung finden sich diese Substanzen mittlerweile in fast allen Umweltmedien. Entsprechend werden Bewertungsgrundlagen benötigt, wie mit dieser Umweltbelastung umzugehen ist. 

Die PFAS-Belastung von Böden kann aus ubiquitärem atmosphärischem Eintrag sowie teilweise aus direkten Einträgen, etwa durch den Einsatz PFAS-haltiger Feuerlöschschäume oder die Ausbringung PFAS-belasteter Klärschlämme oder Komposte erfolgen. 

Die LUBW war Mitglied in der LAWA/LABO (Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser/Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Boden) Kleingruppe „Ableitung von Geringfügigkeitsschwellenwerten für das Grundwasser - PFC“. 

Geringfügigkeitsschwellenwerte dienen dem Schutz des Grundwassers vor schädlichen Verunreinigungen. Es wurde für 13 PFAS, die oberhalb der Bestimmungsgrenze im Grundwasser nachgewiesen wurden, die ökotoxikologische und toxikologische Datenlage recherchiert, bewertet und zusammengetragen.

Ableitung von Geringfügigkeitsschwellen für das Grundwasser – Per- und polyfluorierte Verbindungen (2017)

Erlass zur Anwendung der Geringfügigkeitsschwellen für PFAS des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (2018)

Von der Trenck et al (2018): Significance thresholds for the assessments of contaminated groundwater: perfluorinated and polyfluorinated chemicals. Environ Sci Eur 30:19

In der novellierten Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) wurden die Geringfügigkeitsschwellenwerte von sieben PFAS für den Wirkungspfad Boden-Grundwasser als Prüfwerte festgelegt. 
Für den Wirkungspfad Boden-Mensch sind in der BBodSchV bislang keine Prüfwerte für PFAS enthalten. Unter Leitung des Umweltbundesamtes und Mitarbeit der LUBW erarbeitete eine länderübergreifende Ad hoc-Arbeitsgruppe anhand von humantoxikologischen Grundlagen Prüfwertvorschläge, welche im April 2026 auf der Homepage des UBA veröffentlicht wurden. Die abgeleiteten Prüfwerte sind zum derzeitigen Zeitpunkt Vorschläge und noch nicht verrechtlicht.

Fachliche Ableitung von toxikologisch begründeten tolerierbaren resorbierten Körperdosen (TRD-Werten) für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS)

Fachliche Ableitung von Prüfwerten für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) für den Wirkungspfad Boden-Mensch

Frühere Bewertungen

Daneben war die Medienübergreifende Umweltbeobachtung auch an der Bewertung weiterer Schadstoffe beteiligt.

Teeröle im Grundwasser jetzt besser bewertbar

Ableitung einer Geringfügigkeitsschwelle für Bor