Flächeninanspruchnahme

Die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche, die Flächenneuinanspruchnahme, beschreibt die Umnutzung von Freiflachen, in der Regel vormals landwirtschaftlich genutzte Areale, in Siedlungs- und Verkehrsfläche. Dabei gehen, insbesondere mit der Versiegelung von Flächen, ökologische Funktionen des Bodens im Naturhaushalt selbst wie auch Lebensräume für Flora und Fauna verloren. Auswirkungen treten in der Regel schleichend und über längere Zeiträume auf. Die Flächenneuinanspruchnahme steht als wichtiger Indikator für die Nachhaltigkeit der Raumnutzung.

 

Gründe für das Siedlungsflächenwachstum liegen – neben dem Anstieg der Einwohnerzahlen – in der Wirtschafts- und Wohlstandsentwicklung, der Verkleinerung der Haushalte und damit auch im Anstieg der Haushaltsanzahl. Aber auch oftmals geringere Baudichten, die gestiegene Mobilität in Verbindung mit der Suburbanisierung und der Flächenbedarf im produzierenden Gewerbe mit zunehmender Automatisierung, ebenerdiger Produktion und Nutzungsformen wie dem flächenintensiven Einzelhandel befördern den Trend.
 

Die Bundesregierung hat mit maximal 30 Hektar täglicher Flächenneuinanspruchnahme im Jahr 2020 ein anspruchsvolles Ziel formuliert. Für Baden-Württemberg leitet sich daraus für 2020 ein Zielwert von 3 Hektar pro Tag ab. Langfristiges Ziel für Baden-Württemberg ist die Netto-Null. Um diese Ziele zu erreichen, sind weitere Anstrengungen erforderlich.

 

Die aktuellen Daten zur Flächeninanspruchnahme können Sie den Angaben des Statistischen Landesamtes entnehmen. Weitere Informationen zur Thematik stellen die Internetseiten des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg zur Verfügung.