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Alpenbock - Rosalia alpina (Linnaeus, 1758)

 

Der Alpenbock gehört zu den auffälligsten Erscheinungen der heimischen Käferwelt. Sein Körper ist graublau bis hellblau gefärbt. Das Halsschild und die Flügeldecken tragen eine schwarze Flecken- und Bindenzeichnung. Die Fühler sind lang und schwarz-blau geringelt. Nach hinten gelegt, reichen sie deutlich über das Hinterleibsende hinaus. Baden-Württemberg hat eine besondere Verantwortung für die in Mitteleuropa sehr seltene Art.
Körperlänge: max. 38 mm
Entwicklungsdauer: 2 bis 4 Jahre
Flugzeit: Ende Juni bis Anfang September
Der Alpenbock besiedelt vor allem lichte, wärmebegünstigte Buchenwälder im Bergland. Als Brutholz dient vorwiegend Rotbuche aber auch Berg-Ulme, Berg-Ahorn und andere Laubhölzer werden genutzt. Die Larven entwickeln sich in stehendem, besonnten Totholz sowohl im Stamm- als auch im Kronenbereich. Liegendes Totholz ist nur solange nutzbar, als es nicht verpilzt.
Die Weibchen des Alpenbocks legen ihre Eier meist einzeln in Borken- oder Trockenrisse des Holzes sonnenexponierter, absterbender Bäume. Die Larven fressen im Splintholz und benötigen zwei bis vier Jahre zur Entwicklung. Sie verpuppen sich im Frühjahr oder Frühsommer im Holz und schlüpfen im Sommer aus. Die Erscheinungszeit der Imagines kann von Jahr zu Jahr erheblich schwanken. Bei normalem Witterungsverlauf liegt die Hauptflugzeit im Juli und August. Die Lebenserwartung für die Imagines beträgt nach dem Schlüpfen drei bis sechs Wochen.

Gesamtverbreitung:

Das Verbreitungsgebiet des Alpenbocks umfasst das südliche Mitteleuropa, West-, Ost- und Südeuropa sowie den Nahen Osten. In Deutschland kommt die Art in den Alpen sowie im Bereich der Schwäbischen Alb vor.

Verbreitung in Baden-Württemberg:
In Baden-Württemberg gibt es Vorkommen nur in den Buchengebieten der Schwäbischen Alb und des oberen Donautals.

Bestandsentwicklung in Baden-Württemberg:
Durch Sturmwurf, Eis- und Schneebruch hat sich das Totholzangebot und somit die Brutsituation für die Art in den letzten Jahren verbessert. In Baden-Württemberg wird der Bestand als stabil eingeschätzt.

Rote Liste Schutzstatus Verordnungen und Richtlinien
BW D BNatSchG EG-VO 338/97
Anhang
FFH-Richtlinie
Anhang
BArtSchV
2
starkgefährdet
2
starkgefährdet
besonders
geschützt
streng
geschützt
- II* IV - - -

       * prioritäre Art

Gefährdungsursachen

  • Einbringung nicht lebensraumtypischer Gehölze
  • Entfernung von stehendem Laubtotholz
  • Fallenwirkung von gelagertem, zur Brut scheinbar geeignetem Holz, das vor Abschluss potenzieller Larvalentwicklung abtransportiert wird
  • Aufgabe der Beweidung auf ehemals locker mit Bäumen bestandenen Hängen

Schutzmaßnahmen
  • Erhaltung von ausgewählten Altbuchenbeständen in besonnter Lage
  • Förderung einer nachhaltigen Buchenverjüngung
  • Sicherstellung einer nachhaltigen Ausstattung mit liegendem und stehendem Buchen-Totholz
  • Erhöhung des Anteils alter Buchen: Buchen durch langfristige Produktionszeiträume verstärkt in Altersphasen überführen unter Anwendung geeigneter Verjüngungsverfahren (Zieldurchmesserernte)
  • Ausgewählte besonnte Buchen absterben lassen
 
Schutzprojekte
  • Umsetzung der FFH-Richtlinie
  • Arten- und Biotopschutzprogramm Baden-Württemberg
  • Art des 111-Arten-Korbs
  • Art des Zielartenkonzepts Baden-Württemberg

Die FFH-Richtlinie ist eine Naturschutz-Richtlinie der EU, deren Namen sich von Fauna (= Tiere), Flora (= Pflanzen) und Habitat (= Lebensraum) ableitet. Wesentliches Ziel dieser Richtlinie ist die Erhaltung der Biologischen Vielfalt durch den Aufbau eines Schutzgebietssystems. Neben der Ausweisung von Schutzgebieten (FFH-Gebieten) für Arten des Anhangs II wird der Erhaltungszustand dieser und der Arten des Anhangs IV und V überwacht.

FFH-Gebiete

Eine Karte der FFH-Gebiete mit Vorkommen des Alpenbocks und weitere Informationen zu den Gebieten erhalten Sie im Daten- und Kartendienst der LUBW.


 Erhaltungszustand

  Verbreitungsgebiet Population Habitat Zukunftsaussichten
Einzelbewertung günstig günstig günstig günstig
Gesamtbewertung günstig

2019

 

Erhaltungszustand aller FFH-Arten in Baden-Württemberg (pdf; 0,3 MB) 

Beeinträchtigung, Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen (pdf; 2,0 MB)

Zusammenfassung (pdf)