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Infraschallmessung der LUBW in der Karlsruher Innenstadt

Infraschallmessung der LUBW in der Karlsruher Innenstadt

Löwe 21.09.2013
Unauffällig stand am 20.09.2013 ein Mikrofon vor dem Karlsruher Naturkundemuseum. So unauffällig wie das Mikrofon sind auch die Geräusche, die es misst: Infraschall und tieffrequente Geräusche. Das sind Schallwellen, die für das menschliche Gehör nicht beziehungsweise nur bedingt wahrnehmbar sind. Infraschall ist ein alltäglicher Bestandteil unserer Umwelt. Er wird von einer großen Zahl unterschiedlicher Quellen erzeugt. Dazu gehören natürliche Quellen wie Wind, Wasserfälle oder Meeresbrandung ebenso wie technische, beispielsweise Heizungs- und Klimaanlagen, Straßen- und Schienenverkehr, Flugzeuge oder Lautsprechersysteme in Diskotheken. Infraschall wird auch von Windkraftanlagen erzeugt und ist deshalb verstärkt in das öffentliche Interesse gerückt. Mitarbeiter der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg ermitteln diese Wellen seit Mitte des Jahres an unterschiedlichen Standorten im Land. 

„Wir messen diese Schallwellen, um die Diskussion über Infraschall und tieffrequente Geräusche in Zusammenhang mit Windkraftanlagen zu versachlichen“, erläutert Margareta Barth, Präsidentin der LUBW. „Insgesamt vergleicht die LUBW neun unterschiedliche Standorte. Wir dokumentieren diese Schallwellen in der Stadt und auf dem Land, an Standorten mit und ohne Windkraftanlagen und berücksichtigen auch verschiedene Typen dieser Anlagen. So können wir feststellen, wie stark die Schallwellen im städtischen beziehungsweise im ländlichen Gebieten mit und ohne Windkraftanlagen auftreten. Die gestrige Messung in Karlsruhe dient als Referenz für einen städtischen Standort.“ 

Die Mitarbeiter der LUBW und die hinzugezogenen Spezialisten der Firma Wölfel platzierten ihre Messgeräte auf dem Friedrichsplatz im Blumenbeet vor dem Naturkundemuseum, auf dem Dach des Gebäudes sowie im Staatlichen Schulamt, das direkt an den Platz angrenzt. „Mit diesem Vorgehen erhalten wir Vergleichswerte für die Qualität und Stärke der Schallwellen am Boden, auf Dachhöhe sowie im Innenraum eines Gebäudes in der Stadt. Außerdem haben wir von 15 Uhr am Nachmittag bis zwei Uhr in der Nacht gemessen, so können wir tageszeitliche Schwankungen nachvollziehen“, erläutert Martin Hoffmann, Leiter des Lärmschutz-Referats der LUBW. 

Die Messergebnisse für die neun Standorte werden Anfang nächsten Jahres zusammen veröffentlicht. „Ziel des Messprojekts ist es, vergleichbare Werte zu generieren. In den Diskussionen der vergangenen Monate wurden teilweise Birnen mit Äpfeln verglichen. Deshalb messen wir für dieses Projekt an verschiedenen Standorten mit den gleichen Präzisionsgeräten“, so Barth. 

Hintergrund: 
Schall besteht aus Druckwellen. Bei einer Ausbreitung dieser Druckschwankungen in der Luft spricht man von Luftschall. Der Hörsinn des Menschen ist in der Lage, Schall zu erfassen, dessen Frequenz zwischen 20 Hertz (Hz) und 20 000 Hz liegt. „Hertz“ ist die Einheit der Frequenz. Die Zahl steht für die Schwingungen pro Sekunde. Niedrige Frequenzen entsprechen den tiefen, große Frequenzen den hohen Tönen. Schall unterhalb des Hörbereichs, also mit Frequenzen von weniger als 20 Hz, nennt man Infraschall. Als tieffrequent bezeichnet man Geräusche, wenn ihre vorherrschenden Anteile im Frequenzbereich unter 100 Hz liegen. Infraschall ist also ein Teil des tieffrequenten Schalls. Im Bereich des tieffrequenten Schalls unterhalb 100 Hz gibt es einen fließenden Übergang vom Hören, also von dem Sinneseindruck der Lautstärke und Tonhöhe, hin zum Fühlen. Hier ändert sich die Qualität und Art der Wahrnehmung. Die Tonhöhenempfindung nimmt ab und entfällt beim Infraschall ganz. Generell gilt: Je niedriger die Frequenz, desto höher muss die Schallintensität sein, damit das Geräusch überhaupt gehört wird. Neben dem Hörsinn sind auch andere Sinnesorgane für tieffrequenten Schall empfindlich. So vermitteln etwa die Sinneszellen der Haut Druck- und Vibrationsreize. Infraschall ist ein alltäglicher Bestandteil unserer Umwelt. Er wird von einer großen Zahl unterschiedlicher Quellen erzeugt. Dazu gehören natürliche Quellen wie Wind, Wasserfälle oder Meeresbrandung ebenso wie technische, beispielsweise Heizungs- und Klimaanlagen, Straßen- und Schienenverkehr, Flugzeuge oder Lautsprechersysteme in Diskotheken. 


Beobachten, bewerten, beraten: 
LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg 
Die LUBW ist das Kompetenzzentrum des Landes Baden-Württemberg in Fragen des Umwelt- und Naturschutzes, des technischen Arbeitsschutzes, des Strahlenschutzes und der Produktsicherheit. 

Rund 500 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker sowie Labor- und Verwaltungsfachkräfte setzen ihr Fachwissen dafür ein, Lösungen für immer komplexere Umweltprobleme zu erarbeiten. Sie untersuchen Veränderungen in unserer Umwelt und den Zustand von Fauna und Flora. Zahlreiche Messnetze im Land liefern ihnen Daten über den Zustand von Luft, Wasser und Boden. Auch Radioaktivität wird regelmäßig überprüft. Die Daten und deren Bewertung gibt die LUBW an Politik und Verwaltung, an Unternehmen sowie an interessierte Bürgerinnen und Bürger weiter. 

Die LUBW ist eine selbständige Anstalt des öffentlichen Rechts. Ihr Hauptsitz ist in Karlsruhe. Außenstellen befinden sich in Stuttgart und Langenargen am Bodensee. 
Weitere Information unter www.lubw.baden-wuerttemberg.de
Rückfragen
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de