FAQ

Sie finden hier Grundlageninformationen zu Themen, die von Medienvertreterinnen und Medienvertretern regelmäßig bei uns erfragt werden. Vertiefende Fachinformation erhalten Sie über die in den FAQs angegebenen Verlinkungen oder über die Themen-Webseiten unserer Fachreferate. 

Schon wenige der aggressiven Blütenpollen der Beifuß-Ambrosie (auch beifußblättriges Traubenkraut, Aufrechte Ambrosia, Ragweed) können bei empfindlichen Personen zu heftigen allergischen Reaktionen, Heuschnupfen und Asthma führen. Die Ambrosiesamen werden beispielsweise durch verunreinigtes Vogelfutter verbreitet. Die bis zu 1,80 Meter hohe Pflanze wächst vor allem auf Brachflächen, Randstreifen und landwirtschaftlichen Nutzflächen. Sie hat eine lange Blütezeit von Juli bis Oktober, bei milder Witterung sogar bis November/Dezember. Die Verbreitungsschwerpunkte der Beifuß-Ambrosie liegen derzeit in Baden-Württemberg in Höhenlagen bis 500 m ü. NN. Sie ist besonders häufig zu finden im Oberrheinischen Tiefland mit den Räumen Freiburg, Kehl, Rastatt und zwischen Karlsruhe und Mannheim sowie in den Regionen um Stuttgart, Tübingen und Reutlingen. Nachweishäufungen ergaben sich unter anderem in den Regionen Hochrhein-Bodensee (Kreis Konstanz) und Bodensee-Oberschwaben (Kreis Ravensburg).

Landesweite Ambrosia-Meldestelle bei der LUBW

Bereits heute leidet etwa jeder fünfte Europäer an einer Pollenallergie. Aufgrund der besonders starken allergenen Wirkung muss die Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie durch Entfernung der Pflanzen (mit Schutzmaßnahmen) verhindert werden. Die LUBW fungiert in Baden-Württemberg als landesweite Meldestelle für Ambrosiabestände. Die LUBW-Webseite „Ambrosia“ zeigt, an welchen Merkmalen sich die Pflanze leicht erkennen lässt. Per E-Mail oder über die App „Meine Umwelt“ können Ambrosia-Bestände bei der LUBW gemeldet werden. Die App „Meine Umwelt“ kann gratis für das Betriebssystem Android bei Google Play, für iOS im Apple App Store und für Windows Phone 8 im Windows Phone Store heruntergeladen werden. Mehr

Grundwasserqualität:

In Baden-Württemberg erhalten wir über 70 Prozent unseres Trinkwassers aus Grund- und Quellwasser, das durch die LUBW in Zusammenarbeit mit den Wasserversorgern kontinuierlich überwacht wird. Die LUBW kontrolliert die Qualität und Quantität des Grund- und Quellwassers an rund 2.000 Messstellen. Zusätzlich überprüfen die Wasserversorgungsunternehmen die Grundwasserqualität an weiteren rund 1.600 Messstellen in den Wasserschutzgebieten. Die Ergebnisse werden jährlich für das Vorjahr im Bericht: „Grundwasserüberwachungsprogramm. Ergebnisse der Beprobung“ veröffentlicht.

Grundwasserstände / -quantität:

In der Datenbank "Grundwasser und Quellschüttungen GuQ" werden die ermittelten quantitativen Grundwasserressourcen zeitnah dokumentiert und in kurzen monatlichen Zustandsberichten bewertet. Hierfür wird auf die Daten von 47 Grundwasserstandsmessstellen und Quellen sowie einem wägbarer Lysimeter zurückgegriffen.

Weiterführende Links:

Die Hochwasservorhersagezentrale der LUBW stellt seit über 25 Jahren für die Öffentlichkeit im Routinebetrieb täglich Wasserstands- und Abflussvorhersagen für rund 100 Pegel in den baden-württembergischen Einzugsgebieten von Bodensee, Hochrhein, Oberrhein, Neckar, Tauber, Donau und deren Zuflüsse bereit.  Zusammen mit den publizierten Abschätzungen umfassen die Vorhersagen einen Zeitraum von sieben Tagen und dienen unter anderem zur pegelbezogenen Hochwasserfrühwarnung.

Im Hochwasserfall kann die Hochwasservorhersagezentrale rund um die Uhr besetzt werden und gibt Kommunen, Bürgerinnen und Bürgern und Medienvertretern auf unterschiedlichen Informationswegen Auskunft über die aktuelle Hochwasserlage. Daneben berät sie die Einsatzleitung der verschiedenen Rückhaltemaßnahmen am Oberrhein.

Aktuelle Daten und Informationen erhalten Sie auf der Webseite der HVZ der LUBW.
Mit der kostenlosen App „Meine Pegel“ können Sie die amtliche Wasserstands- und Hochwasser-Informationen von mehr als 1.600 Pegeln in Deutschland abrufen.

Herausforderung: Vorhersage Starkregenereignisse

Für den Verlauf von lokal begrenzten und extremen Starkregenereignissen, die beispielsweise im Jahr 2016 sehr häufig auftraten, ist eine räumliche und zeitlich präzise Vorhersage sehr schwierig. Der Deutsche Wetterdienst DWD verbessert seine Vorhersage für kleinräumige Niederschläge kontinuierlich. Darauf aufbauend verfeinert die HVZ ihr Hochwasserfrühwarnsystem sukzessive weiter. So soll künftig die Aktualisierungsrate der regionsbezogenen Hochwasserfrühwarnung von drei Stunden auf eine Stunde reduziert werden. Weiterhin wird auf den Informationswegen der HVZ eine 15-minütliche Datenaktualisierung für gemessene Pegelstände rund um die Uhr angestrebt. Weitere Informationen rund um das Thema finden Sie im FAQ "Starkregenereignisse".

 

Rückblick: Gründung und Weiterentwicklung der Aufgaben der HVZ

Auslöser für die Errichtung der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) der LUBW war das Jahrhunderthochwasser im Februar 1990. Starke Regenfälle führten in Baden-Württemberg zu schnellen und großräumigen Überflutungen entlang der Donau und am Neckar. Das Hochwasser kam für viele überraschend. Es gab damals kaum Vornwarnzeit für Anwohner und Behörden. Die Unteranrainer hatten keinen zentralen Ansprechpartner, der ihnen mitteilen konnte, mit welchen Wasserständen sie zu welchem Zeitpunkt zu rechnen hatten.

Die katastrophalen Verhältnisse in zahlreichen Orten veranlassten das baden-württembergische Kabinett, die HVZ zu gründen, bei der künftig alle relevanten Informationen im Hochwasserfall zeitnah zusammenlaufen und bewertet werden sollte. Anfangs wurden die Informationen für rund 30 Pegel in das Datennetz der HVZ integriert. Im Laufe der kommenden Jahre wurden nach und nach weitere Pegel mit einer entsprechenden automatischen Abrufmöglichkeit ausgerüstet und in den Daten­umfang der HVZ aufgenommen. Im Dezember 1991 wurde die HVZ dann offiziell eröffnet. Wenige Tage später, am 22. Dezember 1991, hieß es dann bereits entlang des Neckars großflächig „Land unter“. Die HVZ hatte ihren ersten Einsatz.

Zunächst verfügte die HVZ über Pegeldaten aus dem Oberrhein- und Neckargebiet. Später folgten dann die übrigen Flüsse des Landes wie Donau, Hochrhein und Tauber. Für die Herausforderung von großflächigen Niederschlägen wurde seit 1991 ein gut funktionierendes Mess- und Frühwarnsystem in Baden-Württemberg etabliert.

Für den Bodensee konnten hingegen lange keine Wasserstandsvorhersagen erstellt werden, da es damals noch keine Zuflussvorhersage für dessen alpines Einzugsgebiet gab. Das Hochwasser im Frühsommer 1999 verdeutlichte jedoch eindringlich den Bedarf, auch für den Bodensee Vorhersagen zu erstellen. Mehrtägige starke und großflächige Regenfällen führten in Baden-Württemberg zu einem mittelstarken Hochwasser sowohl im Oberrhein als auch im Bodensee. Allein in Baden-Württemberg verursachte das Bodenseehochwasser geschätzte Schäden in Höhe von rund 40 Millionen Euro. Die Bodensee-Anrainerstaaten Baden-Württemberg, Schweiz und Österreich bauten daraufhin für die Seezuflüsse in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich Vorhersagemodelle auf, auf dessen Grundlagen die HVZ in Kooperation mit den Nachbarstaaten seit dem Jahr 2004 genauso präzise Hochwasser am Bodensee vorhersagen kann, wie bereits an Rhein, Neckar, Donau und Main.

Im Jahr 2007 folgte die Inbetriebnahme eines zu diesem Zeitpunkt bundesweit innovativen Hochwasserfrühwarnsystems für kleine Einzugsgebiete unter 200 km².

Auf der Basis all dieser Daten werden heute nicht nur Hochwasservorhersagemodelle berechnet, sondern auch für rund 100 Pegel Vorhersagen für Mittel- und Niedrigwasser in Baden-Württemberg.

Seit 2014 berechnet und veröffentlicht die HVZ zusätzlich die Bandbreite der erwarteten Wasserstandsentwicklung. Diese basieren auf Wetter­vorher­sagen verschiedener Wetterdienste.

Das Luftmessnetz Baden-Württemberg dient der Langzeitüberwachung von Luftschadstoffen. Die LUBW betreibt verschiedene Arten von Luftmessstationen: Verkehrsmessstationen, Messstationen im städtischen Hintergrund, Messstationen im ländlichen Hintergrund. Darüber hinaus gibt es Sondermessungen, z. B. in der Landeshauptstadt Stuttgart, und Messstellen, die die LUBW im Auftrag Dritter betreibt.

Das Luftmessnetz Baden-Württemberg besteht Stand März 2017 aus 8 Verkehrsmessstationen, 24 Messstationen im städtischen Hintergrund und 2 Messstationen im ländlichen Hintergrund. Verkehrsmessstationen werden an verkehrsreichen Straßen betrieben, städtische Hintergrundstationen in Wohngebieten mit einer dichten Bebauung ohne unmittelbaren Einfluss von Verkehr oder anderen lokalen Emissionsquellen. Ländliche Hintergrundmessstationen liegen weitab von durch den Menschen erzeugten Emissionen. Alle Messstationen des Luftmessnetzes werden langfristig betrieben, auch wenn keine Grenzwerte mehr überschritten werden. Die langjährigen Messreihen lassen Aussagen über die zeitliche Entwicklung der Luftbelastung zu.

Die Anzahl der Messstellen und ihre räumliche Anordnung werden in der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes geregelt. Die Einstufung der Gebiete und Ballungsräume muss alle 5 Jahre überprüft werden. Dies ist zuletzt im Jahr 2016 geschehen. Details finden Sie im LUBW-Bericht "Überprüfung der Einstufung der festgelegten Gebiete und Ballungsräume in Baden-Württemberg gemäß der 39. BImSchV".

An den Stationen des Luftmessnetzes werden je nach Lage und lokaler Immissionssituation folgende Luftschadstoffe gemessen:

• Stickstoffdioxid (NO2)

• Partikel PM10 und PM2,5

• Ozon (O3)

• Schwefeldioxid (SO2)

• Kohlenmonoxid (CO)

• Ammoniak (NH3)

• Benzol (C6H6)

• Arsen (As) als Gesamtgehalt in der PM10-Fraktion

• Benzo[a]pyren (C20H12, B[a]P) als Gesamtgehalt in der PM10-Fraktion

• Blei (Pb) als Gesamtgehalt in der PM10-Fraktion

• Kadmium (Cd) als Gesamtgehalt in der PM10-Fraktion

• Nickel (Ni) als Gesamtgehalt in der PM10-Fraktion

• Ruß in der PM10-Fraktion

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Luftmessnetz: Spotmessstellen – Überwachung von Hotspots

In Baden-Württemberg werden seit dem Jahr 2004 Spotmessungen durchgeführt. Im Gegensatz zu den Verkehrsmessstationen handelt es sich bei den Spotmessungen um zeitlich befristete Messungen. Werden die Grenzwerte an einer Spotmessstelle drei Jahre lang eingehalten, wird sie wieder abgebaut und an einer anderen verkehrsreichen Straße in Baden-Württemberg platziert. Stand März 2017 werden in Baden-Württemberg 35 Spotmessstellen betrieben.

Aufgabe der Spotmessungen ist die Erfassung der Immissionsbelastung an innerörtlichen Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen sowie schlechten Ausbreitungsbedingungen. Spotmessstellen stehen beispielsweise an Standorten, an denen aufgrund baulicher Gegebenheiten keine schnelle Durchlüftung der Straßen gegeben ist. Die Standortbedingungen sind vergleichbar mit denen der Verkehrsmessstationen. Werden Grenzwerte überschritten, muss das zuständige Regierungspräsidium in Zusammenarbeit mit der betroffenen Stadt oder Gemeinde entsprechende Maßnahme zur Luftreinhaltung ergreifen.

Auswahl der Spotmessstellen

Grundlage der Spotmessungen in Baden-Württemberg wa­ren umfangreiche Voruntersuchungen in den Jahren 2003 und 2006. Im Vorfeld der Voruntersuchungen 2006 wurden im Juni 2005 alle Städte und Gemeinden in Baden-Würt­temberg angeschrieben und gebeten, straßenna­he Belastungsschwerpunkte in ihrem Gemeindegebiet so­wie die dortigen aktuellen Verkehrsverhältnisse zu nennen. Insgesamt wurden von den Städten und Gemeinden 698 Straßenabschnitte gemeldet. Aus den gemeldeten Straßen­abschnitten wurden von der LUBW an Hand verschiede­ner Kriterien (z. B. Verkehrsstärke, Bebauungssituation und Immissionsberechnungen) 105 hoch belastete Straßen­abschnitte ausgewählt. Im Jahr 2015 erfolgte eine Neubewertung der Spotmessstellen, da im Laufe der Zeit die Partikel PM10 Belastungen an allen Messpunkten zurückgegangen ist und gleichzeitig der seit 2010 geltende Grenzwert für Stickstoffdioxid an nahezu allen Spotmessstellen überschritten wird. Details zur Aktualisierung der Prioritätenliste finden Sie im Bericht: „Spotmessungen ab dem Jahr 2016“. 

Die Spotmessstelle „Stuttgart Am Neckartor“ wurde im Rahmen der Voruntersuchungen im Jahr 2003 aufgestellt. Seit Beginn der Messungen werden die Werte hier deutlich überschritten, deshalb wird die Messstelle seither fortlaufend betrieben.

Feinstaub besteht aus einem Gemisch fester und flüssiger Partikel und wird abhängig von deren Größe in unterschiedliche Fraktionen eingeteilt. "PM" steht für das englische Wort „particulate matter“, das übersetzt "Feinstaub" heißt. Unterschieden werden bei der Analytik folgende Staubfraktionen:  PM10, PM2,5 und ultrafeine Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 0,1 µm. Die als Feinstaub PM10 bezeichnete Staubfraktion enthält 50 % der Teilchen mit einem Durchmesser von 10 µm, einen höheren Anteil kleinerer Teilchen und einen niedrigeren Anteil größerer Teilchen. Für die anderen Staubfraktionen gilt dies entsprechend.

Die 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes über Luftqualitätstandards und Emissionshöchstmengen (39. BImSchV) gibt für Feinstaub PM10 und PM2,5 folgende Beurteilungswerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit vor:

Immissionsgrenzwerte Partikel PM10

  • Jahresmittelwert 40 µg/m³

Der Jahresmittelwert wird mittlerweile an allen Messstellen zur Überwachung der Luftqualität in Baden-Württemberg eingehalten. Er wurde letztmals im Jahr 2010 an den Stationen „Stuttgart Am Neckartor“ mit 44 µg/m³ und „Reutlingen Lederstraße-Ost“ mit 41 µg/m³ überschritten.

  • Tagesmittelwert 50 µg/m³

Der Immissionsgrenzwert für den Tagesmittelwert für PM10 wurde im Jahr 2016 in Baden-Württemberg nur noch an einer Messstelle überschritten, an der Spotmessstelle „Stuttgart Am Neckartor“. Im Jahr 2016 waren wurden hier 63 Überschreitungstage verzeichnet.

Immissionsgrenzwerte Partikel PM2,5

  • Jahresmittelwert 25 µg/m³

Der Jahresmittelwert für PM2,5 ist seit dem 1. Januar 2015 gesetzlich einzuhalten (zuvor galt dieser Wert als Zielwert). Dieser Grenzwert wird an allen baden-württembergischen Messstellen zur Überwachung der Luftqualität eingehalten.

Weiterführende Informationen finden Sie im Bericht: „Kenngrößen der Luftqualität “ oder auf der folgenden Webseite: LUBW/Luftqualität/Relevante Luftschadstoffe/Feinstaub

 

Gravimetrische Messung

Entscheidend für die Beurteilung der Luftqualität in Baden-Württemberg sind die Ergebnisse, die auf dem gravimetrischen Referenzverfahren beruhen. Dies ist das in der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes über Luftqualitätstandards und Emissionshöchstmengen (39. BImSchV) festgelegte Verfahren. Dabei wird der Feinstaub über die Dauer von 24 Stunden auf einem Filter abgeschieden. Die Filter werden alle 24 Stunden in der Messstation automatisiert gewechselt. Alle 2 – 3 Wochen werden die Kartuschen mit den Filtern eingesammelt, in das Feinstaublabor der LUBW gebracht und dort bei einer konstanten Luftfeuchtigkeit von 47,5 Prozent und einer Raumtemperatur von 20 Grad ausgewogen. Aus diesem Grund liegen die gravimetrischen Messergebnisse in der Regel erst nach einigen Wochen vor. Diese Ergebnisse sind exakter als bei der kontinuierlichen Messung und können von den vorläufig ermittelten Werten abweichen.

Kontinuierliche Messung

Einige LUBW-Messstationen zur Überwachung der Luftqualität sind mit Messgeräten ausgestattet, die den Feinstaubgehalt in der Luft kontinuierlich erfassen. Beim kontinuierlichen Verfahren wird mithilfe von Infrarotstreulicht die Anzahl der Partikel gezählt und auf dieser Basis der Feinstaubgehalt berechnet. Das Verfahren wird für eine zeitnahe Beobachtung der Feinstaubwerte genutzt. Die ermittelten Werte gelten als vorläufige Werte und dienen der Orientierung der aktuellen Entwicklung der Luftqualität.

Die LUBW misst an den Spotmessstellen und Luftmessstationen die Konzentrationen von Stickstoffdioxid (N02) in Baden-Württemberg (Immissionen).

Beurteilungswerte

Entsprechend der 39. BImSchV gelten folgende Immissionsgrenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2):

  • Jahresmittelwert: 40 µg/m³

Der Jahresmittelwert von 40 µg/m³ Luft wird an den meisten verkehrsnahen Messstationen in Baden-Württemberg überschritten. An den Messstationen im städtischen und ländlichen Hintergrund in Baden-Württemberg wird er eingehalten.

  • 1-Stundenmittelwert: 200 µg/m³

Der 1-Stundenmittelwert der NO2-Konzentration von 200 µg/m³ Luft darf an einer Messstelle pro Jahr höchstens 18 Mal überschritten werden. Im Jahr 2016 wurden an drei verkehrsnahen Messstationen 1-Stundenmittelwerte von über 200 µg/m³ gemessen: Stuttgart Am Neckartor, Stuttgart Hohenheimer Straße und Ludwigsburg Friedrichstraße. Hiervon kam nur die Messstelle Stuttgart Am Neckartor auf mehr als 18 zulässigen Überschreitungen.

  • Alarmschwelle: 400 µg/m³

Die Alarmschwelle ist erreicht, wenn innerhalb von drei aufeinander folgenden Stunden eine Konzentration von 400 µg/m3 überschritten wird. Seit ihrer Einführung wurde die Alarmschwelle in Baden-Württemberg nicht überschritten.

Beispiel für Emissionen und Immissionen von NOx, Quelle: LUBW

Abbildung: Beispiel für Emissionen und Immissionen von NOx, Quelle: LUBW, Dr. Sebastian Scheinhardt, Tatjana Erkert

 

Messverfahren
Die Konzentration von NO2 wird im Wesentlichen mithilfe von zwei Messverfahren ermittelt:

  • Chemilumineszenz: Die Probenahme und Analyse erfolgt mit einem eignungsgeprüften Gasanalysator MLU Modell 200A. Die Ergebnisse werden als Stundenmittelwerte bereitgestellt.

Foto: Chemielumineszenzmessgerät, Quelle: LUBW

  • Passivsammler: Bei diesem Verfahren wird das in der Luft vorhandene NO2 auf einem alkalisch beschichteten Filter absorbiert. Das saure Gas NO2 wird an dem alkalisch beschichteten Filter zu Nitrit umgesetzt. Mithilfe des Passivsammlers werden Jahresmittelwerte überprüft. Der Einsatz von  Passivsammlern ist  kostengünstiger und flexibler als die Chemilumineszenz. Sie sind klein und können relativ einfach, bspw. an den Masten von Straßenlaternen, angebracht werden. Sie benötigen keine Stromzufuhr.

Abbildung: Passivsammler im Schutzrohr für Stickstoffdioxid; Quelle: LUBW

 

Hintergrundinformation Quellen (Emissionen)

Stickstoffoxide

Stickstoffoxide (NOx) ist eine Sammelbezeichnung für die gasförmigen Oxide des Stickstoffs, meist für Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2). Insbesondere Stickstoffdioxid (NO2) ist für den Organismus giftig und aus diesem Grund auch mit einem Konzentrationsgrenzwert in der 39. BImSchV limitiert. Die wichtigsten Emittenten für Stickstoffoxide sind der Kraftfahrzeugverkehr und Feuerungsanlagen bspw. für Kohle, Öl, Gas, Holz und Abfälle. Natürliche Quellen sind Blitze in Gewitterwolken.

Stickstoffoxide (NOx) entstehen bei allen Verbrennungsprozessen mit Luft insbesondere bei hohen Verbrennungstemperaturen. Dabei entstehen aus dem in der Luft enthaltenen Stickstoff als Nebenprodukt Stickstoffoxide. Auch aus den in manchen Brennstoffen enthaltenen Stickstoffverbindungen können bei der Verbrennung Stickstoffoxide gebildet werden, die jedoch mengenmäßig eine eher untergeordnete Rolle spielen. Zunächst wird bei der Verbrennung überwiegend Stickstoffmonoxid (NO) gebildet. Erst in der Atmosphäre erfolgt die weitere Oxidation zu Stickstoffdioxid (NO2). Die Umwandlungszeit hängt von der Tages- und Jahreszeit sowie von der Ozonkonzentration ab. Im Sommer und tagsüber erfolgt die Umwandlung rasch, im Winter und nachts wesentlich langsamer.

In der Atmosphäre wandeln sich Stickstoffoxide letztendlich in Nitrate um. Durch die relativ langen Reaktions- und Verweilzeiten von mehreren Tagen kann eine großräumige Verbreitung auch in entfernt liegende Regionen erfolgen. Deshalb werden auch in solchen Gebieten erhebliche Nitratdepositionen gemessen, die zu Belastungen von Ökosystemen führen können.

Begriffsvisualisierung rund um "Stickstoff"

Abbildung: Begriffsvisualisierung rund um "Stickstoff", Quelle: LUBW, Dr. Sebastian Scheinhardt

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Umweltveränderungen und Umweltbelastungen durch Klimawandel, Schadstoffe und neue Technologien sind vielfältig und wirken sich meist auf alle Medien – also Boden, Wasser und Luft – aus. Sie beeinflussen die Lebensräume und das Artengefüge. Die LUBW erfasst und bewertet im Rahmen der Medienübergreifenden Umweltbeobachtung (MUB) die Veränderung von Ökosystemen wie Wald, Grünland und Fließgewässern. Das Beobachtungsprogramm der Medienübergreifenden Umweltbeobachtung der LUBW war vor rund 30 Jahren eines der ersten seiner Art in Deutschland. Dieses Instrument der Umweltbeobachtung dient der ökosystemaren, medienübergreifenden Analyse der Ursache-Wirkung-Beziehungen. Zugleich wird es als Frühwarnsystem und auch als Erfolgskontrolle für Maßnahmen des Umweltschutzes genutzt. Einen guten Überblick gibt die LUBW-Broschüre „Signale aus der Natur“.

Ein Beispiel für die Aussagekraft von langjährigen Messreihen ist das Verbot von fossilen, schwefelhaltigen Brenn- und Kraftstoffen. Mithilfe der MUB wurden zunächst die Auswirkungen dieser Brennstoffe Mitte der 1980er Jahre über den „sauren Regen“ auf Gewässerorganismen aufgezeigt. Mit dem endgültigen EU-weiten Verbot der Brennstoffe im Jahr 2009 und dem Einbau von Entschwefelungsanlagen in Kraftwerken ging der Schwefelanteil im Regen zurück, mit positiven Auswirkungen auf die Umwelt. Besonders gut ist das im Nordschwarzwald zu beobachten, wo die Pflanzen- und Tierwelt durch den „sauren Regen“ vor zwanzig Jahren noch stark geschädigt wurde und sich nun langsam erholt. In den letzten Jahren haben die Populationen von Fischen, Amphibien und Bodentieren wieder zugenommen, ein Beispiel hierfür ist die säureempfindliche Bachforelle im Schwarzwald.

Eine vergleichbare Entwicklung ist auch beim Blei festzustellen. Mit dem endgültigen Verbot bleihaltiger Kfz-Kraftstoffe im Jahr 1988 nahmen auch die Bleiemissionen und als Folge die Bleibelastung in pflanzlichen und tierischen Organismen ab.

Ozon ist ein farbloses und sehr reaktives Gas. Es spielt in der Erdatmosphäre eine Doppelrolle: Als natürliche Ozonschicht oberhalb von etwa 20 km Höhe (Stratosphäre) schützt es die Erdoberfläche vor schädlicher Ultraviolettstrahlung der Sonne. Rund 90 % des Ozons befinden sich in dieser Schicht. In Bodennähe ist Ozon ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre. Seine natürliche Hintergrundkonzentration liegt bei etwa 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) Luft.

Im Gegensatz zu anderen Luftverunreinigungen gibt es keine direkten künstlichen Emissionen von Ozon. Die Ozonkonzentrationen steigen im Sommer bei hohen Lufttemperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung. Unter diesen Bedingungen bildet sich weiteres Ozon aus Sauerstoff und Ozonvorläufersubstanzen, wie Stickstoffdioxid (NO2) und flüchtige organische Verbindungen. Sie stammen sowohl aus natürlichen als auch aus vom Menschen verursachten Quellen. Etwa die Hälfte der Stickstoffoxide kommt aus dem Straßenverkehr und fossil befeuerten Kraftwerken. Der restliche Anteil stammt zu großen Teilen aus natürlichen Systemen wie Wälder und der Landwirtschaft oder werden bei der Verwendung von Lösemitteln freigesetzt. Lösemittel finden sich in vielen Produkten, wie in Farben und Lacken, Klebstoffen oder Reinigungsmitteln. Mehr

Informationsdienste der LUBW zu OZON

In der Regel von Ende April bis September ruft die LUBW die Ozonwerte stündlich in der Zeit von 12:00 bis 21:00 Uhr an den Luftmessstationen im Land ab. Die aktuell gemessenen Ozonwerte stehen zeitnah auf der Internetseite der LUBW unter „Aktuelle Messwerte“ bereit. Die Ozonkonzentrationen können auch über den Ozonansagedienst der LUBW unter der Telefonnummer 0721 / 75 10 76 erfragt oder im Teletext des SWR ab Tafel 174 abgerufen werden. Liegt die Ozonkonzentration über dem Schwellenwert für die "Ozon-Information" werden der SWR, lokale Rundfunksender und die Presse informiert.

Ozon-Information

Die Ozonkonzentration von 180 µg/m³ (1-Stundenmittelwert) ist der Informationsschwellenwert, ab dem die Bevölkerung regelmäßig über die aktuellen Ozonwerte informiert wird. Ozonempfindlichen Personen und Kindern wird ab diesem Wert bereits empfohlen, ungewohnte körperliche Anstrengungen und sportliche Ausdauerleistungen im Freien zu vermeiden. Dies gilt besonders für den Nachmittag und die frühen Abendstunden, da zu diesen Tageszeiten die höchsten Ozonwerte auftreten.

Ozon-Alarm

Die Alarmschwelle liegt bei 240 µg/m³ (1-Stundenmittelwert). Ist dieser erreicht, gilt für alle Bürgerinnen und Bürger die Empfehlung, auf sportliche Aktivitäten im Freien zu verzichten. Dies war im Sommer 2015, der zweitwärmste in Baden-Württemberg seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, vier Mal der Fall, davor war das Jahr 2007 das letzte Jahr mit Ozonalarm. Insgesamt hat die Ozonbelastung in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren abgenommen.

LUBW-Webseite: „Ozoninformationen“.

Die Starkregenereignisse im vergangenen Jahr haben deutlich gemacht, dass sie als Naturgefahren einzustufen sind und lokal verheerende Schäden anrichten können. Grundsätzlich ist keine Region in Baden-Württemberg von diesen Gefahren ausgenommen.

„Starkregenereignisse“ sind lokal begrenzte Ereignisse mit großer Niederschlagsmenge und hoher Intensität. Sie sind meist von sehr geringer räumlicher Ausdehnung und kurzer Dauer. Starkregen sind gekennzeichnet durch extrem kurze Vorwarnzeiten und entsprechend durch eine unsichere Warnlage. Die starken Oberflächenabflüsse sammeln sich auch unabhängig von vorhandenen Gewässern. Daher stellen sie ein schwer zu kalkulierendes Überschwemmungsrisiko dar. Große Anteile des Niederschlags fließen oberirdisch ab und nutzen Wege, Straßen und Einschnitte im Gelände als Abflusswege.

In hügeligem/bergigem Gelände fließt das Wasser bei Starkregenereignissen zum großen Teil außerhalb von Gewässern auf der Geländeoberfläche als sogenannte Sturzflut ab. Solche Sturzfluten verfügen über hohe Strömungskräfte und können große Mengen an Treibgut (wie Holz, Heu- und Silageballen) und erodierte Materialien (zum Beispiel Boden, Geröll) mit sich reißen. Dieses Material sammelt sich an Verdolungseinläufen, Verrohrungen, Brücken, Stegen, Zäunen oder Rechen, wodurch Abflusshindernisse und damit potenzielle Gefahrenpunkte entstehen. Durch den Rückstau wird das umliegende Gelände überflutet und es kann zu weiteren, schweren Schäden an Gebäuden und Infrastruktur kommen.

Auch in der Ebene können Starkniederschläge Überflutungen verursachen. Da die großen Wassermengen zumeist über den Bemessungsgrenzen der Kanalnetze liegen, können sie weite Flächen schnell unter Wasser setzen. Insbesondere die Bebauung und Infrastruktur in den Senken können dabei erheblich geschädigt werden.

Typische Schäden bei Starkregenereignissen sind Schäden durch Wassereintritt in Gebäude, Schäden an der Bausubstanz und Tragstruktur von Gebäuden und Infrastruktureinrichtungen. Beim Wassereintritt kann auch die chemische und stoffliche Belastung des Wassers eine entscheidende Rolle spielen, da das Oberflächenwasser zum Beispiel mit Mineralölen, Chemikalien oder Fäkalien verunreinigt sein kann. Diese Belastungen können zu erheblichen Folgeschäden führen.

Leitfaden: Kommunales Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg

Die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg hat im Dezember 2016 den Leitfaden „Kommunales Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg“ veröffentlicht. Den Kommunen wird ein einheitliches Verfahren zur Verfügung gestellt, um vom Starkregen ausgehende Gefahren und Risiken analysieren und so kommunale Starkregenkarten erstellen zu können. Auf dieser Grundlage können die Städte und Gemeinden ein Handlungskonzept erarbeiten, die Schäden im Ernstfall vermeiden oder zumindest spürbar verringern können.

Bauliche und nichtbauliche Maßnahmen können nur dann mögliche Schäden im Ernstfall vermeiden oder spürbar reduzieren, wenn sie innerhalb der Kommune koordiniert aufeinander abgestimmt werden. Die Methodik des Leitfadens gibt dafür einen praktikablen Weg vor – von der Überflutungsanalyse hin zu einem kommunalen Handlungskonzept – und ist deshalb Basis für eine Förderung nach den aktuellen Förderrichtlinien Wasserwirtschaft.

Mithilfe von Starkregengefahrenkarten können Kommunen einschätzen, wo sich Oberflächenabfluss sammelt und wo er abfließt. Gefahren durch Überflutung werden in den Karten für unterschiedliche Oberflächenabflussszenarien dargestellt – für seltene, außergewöhnliche und extreme Ereignisse.