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Wer setzt welche Luftschadstoffe in Baden-Württemberg frei?

Im Emissionskataster stehen neue Daten für Städte und Gemeinden zur Verfügung

Löwe 30.05.2017

Für jede der 1101 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg können ab sofort die im Jahr 2014 freigesetzten Luftschadstoffe online abgerufen werden. Als katasterführende Stelle veröffentlicht die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg diese Daten kostenfrei auf ihrer Webseite „Emissionskataster 2014“. Die Emissionsdaten werden hierfür entweder aus statistischen Erhebungen berechnet, wie beispielsweise Brennstoffeinsätze, oder gehen als gemessene Werte aus Emissionsberichten ein. Veröffentlicht werden auch die berechneten Emissionen für die Stadt- und Landkreise und für das gesamte Land.

„Die Daten des Emissionskatasters sind eine wertvolle Arbeitsgrundlage für kommunale Planungen wie die Bauleitplanung. Die Daten unterstützen die Kommunen auch bei der systematischen Beobachtung von umgesetzten Luftreinhaltemaßnahmen“, erläutert Margareta Barth, Präsidentin der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. Die Daten werden seit dem Jahr 1995 regelmäßig und seit 1998 alle zwei Jahre von der LUBW erhoben.

Das aktuelle Emissionskataster betrachtet das Jahr 2014 und berücksichtigt die Quellengruppen Verkehr, Kleine und Mittlere Feuerungsanlagen, Industrie und Gewerbe, Biogene Systeme und Sonstige Technische Einrichtungen. Zu den biogenen Systemen zählen Landwirtschaft, Nutztierhaltung, Böden, Vegetation und Gewässer. Zur Gruppe der Sonstigen Technischen Einrichtungen gehören beispielsweise die Abfallwirtschaft, Abwasserreinigung, Produktanwendung, Gasverteilung, Geräte und Maschinen. Betrachtet werden insgesamt 19 Luftschadstoffe beziehungsweise Luftschadstoffgruppen und Treibhausgase.

Die Daten des aktuellen Emissionskatasters können mittels PC, Tablet oder Smartphone übersichtlich abgerufen werden. Mit diesem Service stellt die LUBW die Daten der Öffentlichkeit und anderen Behörden transparent zur Verfügung. Ältere Daten zur Erstellung von Zeitreihen oder zur Aufzeichnung von langjährigen Entwicklungen können bei Bedarf bei der LUBW angefordert werden.

Wie diese Daten erhoben werden, ist detailliert im Bericht „Luftschadstoff-Emissionskataster Baden-Württemberg 2014“ beschrieben. In dem Bericht werden die aktuellen Daten aus dem Emissionskataster durch die LUBW analysiert, dargestellt und die wichtigsten Entwicklungen zusammengefasst. Dieser und frühere Berichte stehen im Publikationsdienst der LUBW als PDF-Datei zum Herunterladen bereit.

 

16 von 19 Luftschadstoffen und Luftschadstoff-Gruppen sind rückläufig

Generell ist der Ausstoß der ermittelten Luftschadstoffe für das Jahr 2014 zum Vergleichsjahr 2000 rückläufig. Ausnahmen sind hierbei die Luftschadstoffe Kohlenmonoxid und Ammoniak sowie die Gruppe der flüchtigen organischen Verbindungen.                                       

Eine Ursache für die Erhöhung der Emissionen von Kohlenmonoxid und der flüchtigen organischen Verbindungen in der Quellengruppe Verkehr sind neue Erkenntnisse zur Schadstofffreisetzung und damit geänderte Emissionsfaktoren infolge von aktuellen Messungen für diese Gruppe.

Die beobachtete Zunahme der Emissionen von Ammoniak in Baden-Württemberg seit dem Jahr 2000 basiert hauptsächlich auf dem Anstieg von Emissionen in der Quellengruppe Landwirtschaft. Ausnahme ist das Jahr 2002. Hier ging die Ammoniak-Belastung zum Vergleichsjahr 2000 leicht zurück. Die im Jahr 2014 eingetretene stärkere Zunahme der Ammoniak-Emissionen im Vergleich zu 2012 beruht überwiegend auf der zusätzlichen Berücksichtigung der Ammoniak-Emissionen aus dem Anbau und der Lagerung von Energiepflanzen, der Lagerung und Ausbringung der Gärreste bei Biogasanlagen sowie aus neuen Erkenntnissen über Ammoniak-Emissionen aus der Anwendung von Mineraldünger.

 

Kleine und Mittlere Feuerungsanlagen

Im aktuellen Bericht werden erstmals exemplarisch die Emissionen für Kleine und Mittlere Feuerungsanlagen anhand gebäudescharfer Daten der Schornsteinfeger am Beispiel der Gemeinde Pleidelsheim analysiert. Der Anteil am Ausstoß von Feinstaub PM10 ist für diese Quellengruppe in den vergangenen Jahren überproportional stark angestiegen. Das Ergebnis der aufwendigen und detaillierten Erhebung wurde mit den Ergebnissen der bisherigen landesweiten Erhebungsmethodik verglichen. Dabei zeig sich, dass der ermittelte Brennstoffeinsatz auf der Basis der Schornsteinfegerdaten für die Gemeinde Pleidelsheim fast 12 % niedriger liegt als bisher angenommen. Diese Erkenntnisse nimmt die LUBW zum Anlass, in den nächsten Monaten detaillierte Untersuchungen zum Holzeinsatz durchzuführen, um die Datenbasis für diesen nachwachsenden Brennstoff weiter zu verbessern.

 

Treibhausgase nach dem Kyoto-Protokoll

Auf die Emissionen der im Kyoto-Protokoll regulierten Treibhausgase wird in diesem Bericht gesondert eingegangen. Im Fokus stehen in diesem Kapitel die Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid unter Einbeziehung der Ergebnisse aus dem Emissionsrechtehandel (nach Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz).

 

Liste der 19 ermittelten und untersuchten Luftschadstoffe bzw. Schadstoffgruppen und Treibhausgase

Im Bericht werden quellenbezogen die Schadstoff-Emissionen für folgende Komponenten ausgewiesen:

  • Kohlenmonoxid (CO),
  • Stickstoffoxide (NOx) mit den Komponenten NO und NO2 (berechnet als NO2),
  • Schwefeloxide als Schwefeldioxid (SO2),
  • gasförmige anorganische Fluorverbindungen (HF),
  • gasförmige anorganische Chlorverbindungen (HCl),
  • flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC: nonmethane volatile organic compounds),
  • Methan (CH4),
  • Benzol,
  • Gesamtstaub, PM10-Feinstaub, PM2,5-Feinstaub,
  • Kohlendioxid (CO2) aus fossilen und biogenen Brennstoffen und Prozessen,
  • Ammoniak (NH3),
  • Distickstoffoxid (Lachgas, N2O),
  • teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (HFC),
  • perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC),
  • Schwefelhexafluorid (SF6),
  • Stickstofftrifluorid (NF3),
  • Schwermetalle (Blei, Arsen, Cadmium, Quecksilber),
  • Benzo(a)pyren (BaP),
  • Dioxine und Furane (PCDD/F), angegeben als Toxizitätseinheiten gemäß WHO.
Rückfragen
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de