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LUBW Monatsthema Libellen: Landesweite Artenkartierung Libellen

Links: eine südliche Binsenjungfer auf einer Pflanze; rechts: zwei gebänderten Prachtlibellen auf einem Halm

Bilder zeigen: Links: Südliche Binsenjungfer, Rechts: zwei Gebänderte Prachtlibellen, Bildnachweis: T. Bittner

Über 70 Libellenarten sind in Baden-Württemberg heimisch. Dazu gehören zum Beispiel die Südliche Binsenjungfer oder die Gebänderte Prachtlibelle. Libellen gelten als Indikatoren für die Veränderungen der Umwelt von Lebensräumen an Land (terrestrisch) und im Wasser (aquatisch). Die Flugakrobaten reagieren sensibel auf Störungen des Ökosystems und zeigen so frühzeitig an, wo Gefährdungen bei den Gewässerhabitaten bestehen.

Um Daten über die faszinierenden Artengruppe zu erfassen, initiierte die LUBW im Rahmen des Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt 2020 zusammen mit dem Naturschutzverein Schutzgemeinschaft Libellen in Baden-Württemberg e.V. (SGL) das Projekt "Landesweite Artenkartierung - Libellen" (LAK Libellen). Die LAK Libellen findet an ausgewählten Gewässern statt und die Artengruppe wird mit standardisierten Methoden kartiert. Die Anzahl der unterschiedlichen Arten ist überschaubar und die einzelnen Arten relativ gut bestimmbar. Deshalb ist eine Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen sehr gut möglich. Mitglieder der SGL erhalten für die Kartierung und Datenaufbereitung eine pauschale Aufwandsentschädigung. Einmal im Jahr findet zudem eine Fachtagung statt, bei der die SGL mit vielfältigen Vorträgen über Libellen informiert.

In Baden-Württemberg sind sieben der über 70 Libellenarten gemäß der FFH-Richtlinie streng geschützt. Die LAK Libellen hat zum Ziel, aktuelle Verbreitungsdaten für die sieben streng geschützten Libellenarten zu generieren. Außerdem sollen die Kenntnisse über die übrigen Libellenarten auf Landesebene verbessert werden. Für einen generel¬len Überblick über den Bestand und die Entwicklung der Libellenfauna werden in den Naturräumen sogenannte Dauerflächen zum langfristigen Monitoring eingerichtet.

Erste Ergebnisse werden in der Publikation Mercuriale (Band 21) der SGL veröffentlicht. Bei den Arten Vogel-Azurjungfer (Coenagrion ornatum) und Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis) konnten bereits alle Vorkommen im Rahmen der LAK Libellen bestätigt werden. Bei den weiteren fünf FFH-Libellenarten ist dies jedoch noch nicht vollumfänglich der Fall. Diese Arten sind Ziel der Nachkartierungen für die Jahre 2022 und 2023. Für das langfristige Monitoring konnten noch nicht in allen Naturräumen Baden-Württembergs Ehrenamtliche gewonnen werden, um Dauerflächen zu bearbeiten. Interessierte sollten diese Flächen dauerhaft regelmäßig mindestens fünfmal im Jahr aufsuchen können. Falls Sie Interesse haben hier mitzuarbeiten, oder weitergehende Fragen haben, dann melden Sie sich bitte unter artenkartierung@lubw.bwl.de.

Allen Beteiligten, die sich zur Mitarbeit an den beiden Erfassungen bereit erklärt haben, sei an dieser Stelle besonders gedankt.

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Bildnachweis: TypoArt BS/shutterstock.com