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Neues von der Baustelle: Recycling-Beton-Herstellung wird vor Ort besichtigt

Fast vierzig Prozent aller Treibhausgasemissionen entfallen in Deutschland auf den Gebäudebereich. Beim Neubau der LUBW kommt deshalb ressourcen- und klimaschonender Recycling-Beton (R-Beton) zum Einsatz. Das ist Beton, bei dem der Gesteinsanteil aus genormter, „rezyklierter“ Gesteinskörnung stammt, die aus aufbereitetem Bauabbruchmaterial wiedergewonnen wurde. Bei einem Vor-Ort-Termin in der Betonmischanlage der Firma peterbeton im Karlsruher Rheinhafen konnten sich Vertreterinnen und Vertreter der LUBW, des Umweltministeriums, von Vermögen und Bau als Bauherrin und dem verantwortlichen Architekturbüro die Herstellung des R-Betons für den LUBW-Neubau demonstrieren lassen. 

Von links nach rechts: Betonmischer vor Mischturm, Rezyklierte Gesteinskörnung auf der Hand des Betriebsleiters (am Förderband), Vertreterinnen und Vertreter der LUBW, des Umweltministeriums und der Betonlieferfirma vor Betonpumpe in einer Halle

Bilder zeigen: Von links nach rechts: Betonmischer vor Mischturm; Rezyklierte Gesteinskörnung auf der Hand des Betriebsleiters (am Förderband); Vertreterinnen und Vertreter der LUBW, des Umweltministeriums und der Betonlieferfirma vor Betonpumpe in einer Halle. Bildnachweis: LUBW

Nach derzeitigen Normen für Betonrezepturen können bis zu 35 Prozent der Gesteinskörnung durch rezyklierte Gesteinskörnungen ersetzt und somit immer wieder im Stoffkreislauf eingesetzt werden. Nach derzeitigen Normenentwicklungen (DIN 1045-2) soll künftig der Anteil der rezyklierten Gesteinskörnungen sogar auf bis zu 65 Prozent steigen können.

Die Bauwirtschaft ist ein maßgeblicher Akteur im Ressourcen- und Klimaschutz. Durch Abbau, Transport und Verarbeitung von mineralischen Primärrohstoffen (Natursteinen, Sanden, Kiesen) entsteht ein großer Material- und Energieeinsatz. Jährlich werden in Baden-Württemberg für das Baugewerbe ca. 87 Millionen Tonnen relevante Primärrohstoffe, hauptsächlich Kies, Sand, Naturstein, Ton und Gips der Natur entnommen und verbaut. Nach der Nutzungsphase bleiben diese Baustoffe als Abfälle zurück: Rund 40,1 Millionen Tonnen und damit 80 Prozent des Gesamtabfallaufkommens in Baden-Württemberg waren im Jahr 2020 mineralische Bau- und Abbruchabfälle, die sich aus Bodenmaterialien und Steinen, Bauschutt, Straßenaufbruch sowie weiteren Baustellenabfällen zusammensetzen.

Auch der Landschaftsflächenverbrauch für die Bauwirtschaft spielt eine Rolle, zum Beispiel bei der notwendigen Erschließung von Abbauflächen. Durch eine nachhaltige Wiedernutzbarmachung von Sekundärrohstoffen kann aus Abfällen eine ressourcenschonende Kreislaufführung erreicht werden, die die Deponierung von Abfällen weiter reduziert und somit ebenso den Landschaftsflächenverbrauch mindert.

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Bildnachweis: TypoArt BS/shutterstock.com