Nachhaltig handeln in Baden-Württemberg heißt
… Klimaschutz als Querschnittsaufgabe wahrzunehmen und umweltbezogene Gefahren infolge des Klimawandels zu minimieren.
Treibhausgase bewirken, dass die von der Erde abgegebene Wärmestrahlung wie von einem Glasdach zurückgehalten wird, wodurch sich die untere Atmosphäre erwärmt.
Der natürliche Treibhauseffekt wird durch die vom Menschen verursachten Treibhausgase verstärkt, was eine globale Klimaveränderung mit gravierenden ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen zur Folge hat.
Treibhausgase, insbesondere Kohlendioxid, Methan und Lachgas, werden aber auch in Böden und in der Vegetation gespeichert. Dadurch können beispielsweise Wälder oder Moore als Treibhausgas-Senken wirken.
Die Darstellung dieses Indikators erfolgt als Index (1990 = 100). Die wichtigsten Verursachergruppen sind mit ihren jeweiligen Anteilen an den Gesamtemissionen dargestellt.
Der Indikator berücksichtigt die Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Distickstoffoxid (Lachgas, N2O), Methan (CH4), teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW/HFC), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW/PFC) und Schwefelhexafluorid (SF6). Die Treibhausgase unterscheiden sich in ihrer Wirkung auf den Treibhauseffekt. Um die Auswirkungen vergleichbar zu machen, erfolgt eine Umrechnung in CO2-Äquivalente. Methan wird beispielsweise mit dem Faktor 25 und Distickstoffoxid mit dem Faktor 298 multipliziert. Der Indikator berücksichtigt nicht den Sektor der Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (Land Use, Land-Use Change and Forestry – LULUCF). Im LULUCF-Sektor können Wälder sowohl als Quelle von Treibhausgasen wirken, beispielsweise bei Waldbränden, als auch Treibhausgase speichern, zum Beispiel in Totholz oder Holzprodukten.
Im Jahr 2024 wurden in Baden-Württemberg nach ersten Schätzungen 61,1 Millionen Tonnen Treibhausgase ausgestoßen, das sind 2,3 Millionen Tonnen oder 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Treibhausgasemissionen sind in allen Sektoren rückläufig, besonders deutlich sanken die Emissionen im Sektor Energiewirtschaft (-10 Prozent gegenüber 2023), was auf den weiteren Rückgang der Stromerzeugung aus Steinkohle zurückzuführen ist.
Wie im Vorjahr leistet der Verkehr den größten Beitrag zu den Treibhausgasemissionen. Mit 19,8 Millionen Tonnen trägt der Verkehr zu einem Drittel zu den Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg bei.
Unter Berücksichtigung der Entwicklung in den vergangenen 10 Jahren werden die Klimaziele für 2030 lediglich im Sektor Abfallwirtschaft erreicht. Vor allem im Verkehr- und Gebäudesektor müssen die Treibhausgasemissionen deutlich schneller reduziert werden.
Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg (KlimaG BW)
Klima-Maßnahmen-Register - Klimaschutz
Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg – Emissionsbericht 2025.
Informationen zum Übereinkommen von Paris
Jahresbericht 2024 zum globalen Klima des Copernicus Climate Change Service (C3S)
Sektorziele 2030 und klimaneutrales Baden-Württemberg 2040 (ZSW)
Die Jahresmitteltemperatur für Baden-Württemberg wird vom Deutschen Wetterdienst aus dem Durchschnitt der zwölf Monatsmitteltemperaturen für die verschiedenen Wetterstationen im Land errechnet. An den Wetterstationen wird die Temperatur in Bodennähe in einer Höhe von zwei Metern über Grund gemessen. Aufgrund der topografischen Vielfalt in Baden-Württemberg können die regionalen Mittelwerte von dieser Jahresmitteltemperatur abweichen. Das heißt am Oberrhein ist es deutlich wärmer und in den Höhen des Schwarzwaldes ist es kühler als das Flächenmittel für Baden-Württemberg.
Die beschleunigte Erwärmung in Deutschland und global seit Beginn der 1970er Jahre kann zunehmend schlechter anhand einer einfachen linearen Trendanalyse dargestellt werden. Daher wurde nun das sogenannte LOESS-Verfahren verwendet (Locally estimated/weighted Scatterplot Smoothing, lokales lineares Regressionsmodell), das aktuell in der Fachwelt als das geeignetste Berechnungsverfahren zur Klimatrendanalyse angesehen wird und auch bei anderen Wetterdiensten weltweit in den Routinebetrieb aufgenommen wurde [2].
Die Vereinten Nationen haben sich 2015 mit dem Übereinkommen von Paris das Ziel gesetzt, die globale Temperaturerhöhung auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau (1850-1900) zu begrenzen und wenn möglich auf 1,5 Grad Celsius zu limitieren [3].
Im Jahr 2024 wurden in Baden-Württemberg nach ersten Schätzungen 61,1 Millionen Tonnen Treibhausgase ausgestoßen, das sind 2,3 Millionen Tonnen oder 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Treibhausgasemissionen sind in allen Sektoren rückläufig, besonders deutlich sanken die Emissionen im Sektor Energiewirtschaft (-10 Prozent gegenüber 2023), was auf den weiteren Rückgang der Stromerzeugung aus Steinkohle zurückzuführen ist.
Wie im Vorjahr leistet der Verkehr den größten Beitrag zu den Treibhausgasemissionen. Mit 19,8 Millionen Tonnen trägt der Verkehr zu einem Drittel zu den Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg bei.
Unter Berücksichtigung der Entwicklung in den vergangenen 10 Jahren werden die Klimaziele für 2030 lediglich im Sektor Abfallwirtschaft erreicht. Vor allem im Verkehr- und Gebäudesektor müssen die Treibhausgasemissionen deutlich schneller reduziert werden.
Die zeitlichen Entwicklungsphasen von Pflanzen hängen eng mit der Temperatur zusammen. Insbesondere die Frühlingsphasen, also das Aufbrechen der Knospen, die Blattentfaltung und die Blüte der Pflanzen, korrelieren stark mit der Temperatur. Der Eintritt der Herbstphasen (Reifegrad der Früchte, Laubfärbung) wird dagegen von zahlreichen anderen Faktoren, wie der Niederschlagsmenge und der Sonneneinstrahlung mitbestimmt. Vor allem Temperaturerhöhungen können daher zu zeitigerem Austrieb, Blüte und Fruchtbildung führen [4].
Der Klimawandel ist auch in Deutschland inzwischen deutlich an Veränderungen der zeitlichen Entwicklung von Pflanzen ablesbar [4].
Die Vegetationsperiode dauert im aktuellen Zeitraum 1995 bis 2024 durchschnittlich 220 Tage und hat sich damit im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 um rund elf Tage verlängert. Auch der Beginn der Apfelblüte hat sich deutlich verfrüht: Statt am 123. Tag des Jahres tritt sie im Zeitraum 1995 bis 2024 bereits am 112. Tag ein.
Diese phänologischen Verschiebungen stehen im engen Zusammenhang mit den steigenden Temperaturen und sind ein sichtbarer Ausdruck des Klimawandels. Die damit verbundenen Auswirkungen sind vielschichtig: Eine frühere Entwicklung der Pflanzen erhöht die Anfälligkeit gegenüber Spätfrost, was insbesondere für den Obst- und Weinbau zu Ertragseinbußen führen kann [5]. Gleichzeitig kann eine längere Vegetationsperiode positive Effekte auf die landwirtschaftliche Produktivität haben – etwa durch eine frühere und längere Nutzung der im Frühjahr vorhandenen Bodenfeuchte [5]. Die Folgen von Verschiebungen der Entwicklungsphasen für die biologische Vielfalt sowie Strukturen und Funktionen von Ökosystemen sind bisher kaum erforscht [4]. Verschiebungen in den Wachstums- und Reifephasen von Pflanzen können etablierte Wechselwirkungen mit Tieren und anderen Pflanzen stören und zu neuen ökologischen Dynamiken führen.
[1] Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg (Klimagesetz Baden-Württemberg - KlimaG BW) Vom 7. Februar 2023 Landesrecht BW - KlimaG BW | Landesnorm Baden-Württemberg | Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg (Klimagesetz Baden-Württemberg
[2] [DWD 2025] https://www.bmz.de/de/service/lexikon/klimaabkommen-von-paris-14602
[3] https://www.bmz.de/de/service/lexikon/klimaabkommen-von-paris-14602
[4] Umweltbundesamt (2024): Veränderung der jahreszeitlichen Entwicklungsphasen bei Pflanzen. https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/veraenderung-der-jahreszeitlichen#pflanzen-als-indikatoren-fur-klimaveranderungen (aufgerufen 27.02.2025)
[5] Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (2020): Monitoringbericht 2020 zur Anpassungsstrategie an den Klimawandel in Baden-Württemberg. Stuttgart 2020. https://pd.lubw.de/10182 (aufgerufen 27.02.2025)

